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Samstag, 7. Juni 2025

Rezension: Das dünne Pferd // Stefanie vor Schulte

 WENN FRAUEN ZUSAMMEN HALTEN
 
 

 
Meine Meinung
Es passieren eigenartige Dinge in dem Land, das keinen Namen hat. Eltern vergessen ihre Kinder, die Kinder reagieren allergisch auf Erwachsene, die Natur fängt an sich zu wehren, alles deutet auf das Ende der Welt bzw. der Menschheit hin. Wir erfahren nicht, warum das so ist oder was der Auslöser war. Aria ist Krankenschwester und kümmert sich um die vergessenen Kinder in einem Krankenhaus. Mit ihrer Kollegin Marion beschließt sie mit 15 Kindern die Stadt zu verlassen und in ein verlassenes Badehotel am Meer zu ziehen. Dort treffen sie auf das Misstrauen der Einheimischen und den Widerstand der ansässigen Cowboys und sie entdecken ein abgemagertes Pferd, das Aria unbedingt retten will. 

Samstag, 5. April 2025

Rezension: Die Tribute von Panem L - Der Tag bricht an // Suzanne Collins

 
 HAYMITCHS HUNGERSPIELE
 
 
 
Meine Meinung
Haymitch war einer der spannendsten Charaktere der Panem-Trilogie und mit der zweiten Vorgeschichte erfahren wir jetzt auch endlich, wie er zu dem Menschen geworden ist, der er ist: Der einsame, grantige Alkoholiker. Er wird mit 16 ausgewählt, um an den 50. Hungerspielen (das zweite Jubeljubiläum) teilzunehmen. An Grausamkeiten spart die Autorin wiedermal nicht, aber es wären nicht die Hungerspiele, wenn es nicht brutal wäre. Ich mochte Snows Geschichte nicht so gern und habe dementsprechend meine Erwartungen nicht so hoch angeschraubt. Was gut war, denn so bin ich sehr positiv überrascht worden. Collins hat während des Schreibens sehr an ihre Leser*innenschaft gedacht und ganz viel Fan-Service betrieben.

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Mrs. Dalloway // Virginia Woolf

 
 DIE STUNDEN EINES TAGES FÜLLEN
 
 
Meine Meinung
An Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" hatte ich ein bisschen zu knabbern. Der englische Klassiker folgt den stündlichen Glockenschlägen des Big Ben und erzählt so über einen Tag aus Clarissa Dalloways Leben, an dem sie abends eine Party schmeißt und dafür Vorbereitungen trifft. Doch durch die gewaltige Komplexität ist es viel mehr als nur eine oberflächliche Partyvorbereitung, vielmehr dient diese Party als Ausgangspunkt verschiedenste Menschen kennenzulernen.

Montag, 23. Mai 2022

Rezension: Die Sammlerin der verlorenen Wörter // Pip Williams

 DIE GESCHICHTE DES OXFORD ENGLISH DICTIONARY
und der daran beteiligten Frauen




Meine Meinung
Pip Williams geht in diesem Buch der Frage nach, was eigentlich mit all den Wörtern passiert ist, die es nie in die erste Fassung des Oxford English Dictionary geschafft haben. Auffallend ist, dass es hauptsächlich Wörter sind, die als ordinär und frauenbezogen und somit als unwichtig angesehen wurden. Esme ist die Tochter einer der Lexikographen, die am Wörterbuch arbeiten. Sie verbringt in ihrer Kindheit sehr viel Zeit am Arbeitsplatz ihres Vaters und fühlt sich von den Wörtern magisch angezogen. Als sie alt genug ist, fängt sie selbst dort zum Arbeiten an und widmet ihr Leben dem Wörterbuch. Sie merkt schnell, dass es manche Wörter nicht schaffen, aufgenommen zu werden, und so fängt sie an, diese Wörter heimlich zu sammeln. 

Mittwoch, 27. Oktober 2021

Rezension: Sexpositiv - Intimität und Beziehung neu verhandelt // Beatrix Roidinger & Barbara Zuschnig

 
SPRECHEN WIR DARÜBER
 
 

Meine Meinung
"Wenn man sich auf die sexpositive Reise begibt, kommt es zu einer umfassenden Neuorientierung in vielen Lebensbereichen, die den Blick auf die Welt erweitert." (S. 98) 

Die beiden Wiener Sexualberaterinnen Roidinger und Zuschnig geben in diesem ersten deutschsprachigen Buch über das Thema Sexpositivität eine wunderbare Einführung was es bedeutet, eine sexpositive Haltung einzunehmen, wer alles an der Bewegung beteiligt ist und wie man die Theorie in der Praxis am besten umsetzen kann. Ihre Herangehensweise ist einfach. Sie erklären die notwendigen Begrifflichkeiten und stellen Menschen/Paare vor, die sich auf die Reise begeben wollen, weil sie mit ihrem derzeitigen Sexleben unzufrieden sind. Sie definieren Probleme im Alltag und geben auch Beispiele, wie diese gelöst werden können. Dafür nehmen sie Klient*innen als Fallbeispiele.

Samstag, 11. September 2021

Rezension: Riot, don't diet! Aufstand der widerspenstigen Körper // Elisabeth Lechner

 SCHÖNHEITSREVOLUTION
 
 
 
Meine Meinung
Dünn, fit, weiß, jung, normschön und Haare bitte nur an den richtigen Stellen. So sehen viele Menschen in Magazinen, Filmen/Serien und in der Werbung aus. Ich finde es mittlerweile langweilig, wenn immer die gleichen Typen bedient werden. Außerdem ist diese Gruppe in der Gesellschaft am priviligiertesten. Das ist auf vielen Ebenen problematisch. Lechner hat sich in ihrem Studium mit allen Arten von Körpern beschäftigt, aber vor allem mit den "ekligen" weiblichen Körpern, Körpern, die nicht der Norm entsprechen. Ihr Wissen dazu hat sie nun auch für nicht akademische Kreise in diesem Buch zusammengetragen und aufbereitet. Es ist Zeit für eine Schönheitsrevolution, damit nicht nur patriarchale und kapitalistische Schönheitsideale vorherrschen, sondern die Vielfalt zelebriert und überall auch repräsentiert wird. Doch dafür müssen ganz viele internalisierte Vorurteile abgebaut werden.

Dienstag, 13. Juli 2021

Rezension: Drei Kameradinnen // Shida Bazyar

 

WEIBLICHE LEBENSREALITÄTEN

 

Meine Meinung
Drei Kameradinnen erzählt die Geschichte der drei Freundinnen Saya, Hani und Kasih. Die drei sind zusammen aufgewachsen und haben es geschafft, über die Jahre hinweg Kontakt zu halten. Sie treffen sich wieder, um auf eine Hochzeit einer Bekannten zu gehen, nur passiert an diesem Tag etwas Schicksalhaftes. Was genau das ist, darauf muss man bis zum Schluss warten, davor gibt es ganz viele Erinnerungen, Beobachtungen, banale Alltagsgeschichten. 

Kasih schreibt einen Bericht über ihre Freundin Saya, über das gemeinsame Aufwachsen in einer Siedlung, über Rassismus und Sexismus, über so vieles, was in der westlichen Gesellschaft schief läuft. Sie spricht dabei immer wieder die Leser*innen an, ja beleidigt sie schon fast, führt sie mit ihren Ausschweifungen in die Irre. Als Stilmittel fand ich das anfangs etwas ungewöhnlich, später dann aber doch sehr gelungen. 

Dienstag, 2. März 2021

Rezension: Das muss gesagt werden // Elfriede Hammerl

 
PERSPEKTIVENWECHSEL

 

Meine Meinung
Kurz und knackig kommentiert Elfriede Hammerl politische wie gesellschaftliche Themen in ihrer Kolumne im Magazin profil. In diesem Buch sind ausgewählte Texte der letzten zehn Jahre (2010-2020) versammelt, die sich einer breiten Themenvielfalt widmen. Mit ihrer kritischen Sichtweise nimmt sie uns mit auf  Gedankenexperimente, die vor allem die Situation der Frauen in der Gesellschaft erfahrbar machen. Sie pickt sich oft Menschen aus der Masse heraus und versucht durch das Einnehmen dieser Perspektiven, deren Gedanken und Lebenssituationen besser zu verstehen bzw. den Leser*innen besser verständlich zu machen oder eben auch auf sarkastische und ironische Weise Missstände aufzudecken. 

Mittwoch, 27. Januar 2021

Rezension: Regrow - Neue Ernte aus Gemüseresten // Katie Elzer-Peters

 

ZERO WASTE
IN DER KÜCHE

 


Meine Meinung
Viel zu schade für die Tonne - das ist das Motto dieses Buches. Elzer-Peters hat 27 Pflanzen bzw. Küchenabfälle gefunden, die man daheim mit ein bisschen Know-how und Pflege (und Platz) super nachwachsen lassen kann. Dazu gibt sie einen Einblick in den Zero-Waste-Lifestyle und einen Schnellkurs in der notwendigen Pflanzenkunde. Und dann geht es schon los mit den unterschiedlichen Pflanzen und ihren Vermehrungsformen. 

Dienstag, 9. Juni 2020

Rezension: Periode ist politisch // Franka Frei



WIR WOLLEN MENSTRUATIONSBLUT SEHEN

Meine Meinung
Ich blute. Regelmäßig. Alle 26-28 Tage (es variiert) verliere ich etwa eine halbe Tasse Menstruationsblut. Das ist das Natürlichste der Welt und trotzdem ist dieses Thema bei uns und in vielen anderen Ländern ein Tabuthema. Viele Menschen finden es anstößig, wenn man darüber redet, am besten wird einfach vergessen/verdrängt/versteckt, dass die Hälfte der Bevölkerung einen Zyklus mit Periode hat, haben wird oder gehabt hat. 

Irgendwo Blut zu sehen, das aus der Vagina kommt, ist sowieso von den Gesellschaften (glaubt ja nicht, dass das nur irgendwo weit weg so ist) zu dem Super-GAU (größter anzunehmender Unfall) schlechthin geworden - für die*jenige, der* es "passiert", und für die, die es sehen. Passiert setze ich in Anführungszeichen, da das Wort zum Vokabular einer Tabusprache gehört, die die Periode am liebsten aus der Welt schaffen möchte. Franka Frei schreibt in ihrem Buch gegen dieses Tabu an.

Montag, 25. Mai 2020

Rezension: Unsichtbare Frauen // Caroline Criado-Perez


RIESIGE DATENLÜCKEN

                                                       
Meine Meinung
Beim Autofahren hast du immer wieder Probleme mit schlechtsitzenden Autogurten? Die Schlange vor öffentlichen Toiletten ist viel zu oft ewig lang?  Du übernimmst die meiste unbezahlte Arbeit im Haushalt und/oder mit den Kindern? Die modernen Smartphones sind viel zu groß für deine Hände oder (wenn überhaupt vorhandene) Hosentaschen? Ja?

Wenn du mehrmals mit Ja antwortest, dann gehörst du wahrscheinlich zu der Hälfte der Bevölkerung, bei der gerne mal vergessen wird, dass es sie gibt. Den Frauen*. Schuld an den Problemen bist aber nicht du, schuld sind nicht die Frauen* per se, sondern die Wissenschaft gemacht von Männern für Männer, die "den Mann" als Standard sieht und ihre Studienergebnisse, bei denen die Frauen* oft unterrepräsentiert sind oder auf Geschlechterdifferenzen nicht eingegangen wird, als absolute Wahrheit hinstellt. Caroline Criado-Perez zeigt, wo diese weiblichen Datenlücken gefüllt werden müssen.

Dienstag, 12. Mai 2020

Rezension: Das wirkliche Leben // Adeline Dieudonné


GRAUSAME REALITÄT
 

 Meine Meinung

Diese Geschichte ist eine echte Wucht. Eine Warnung vorweg: Es gibt viel Gewalt - psychische wie körperliche gegen Menschen und Tiere. Erzählerin ist ein Mädchen ohne Namen, das zurück blickt auf eine Kindheit und Jugendzeit mit einem gewalttätigen Vater, einer teilnahmslosen Mutter und dem jüngeren Bruder Gilles, der durch einen schlimmen Vorfall traumatisiert wird, und die Ereignisse aus vier (oder fünf) hintereinander folgenden Sommern schildert. 

Die Entwicklung, die sie dabei durchmacht finde ich großartig. Es beginnt, als sie zehn Jahre alt ist. Sie will sich selbst nicht als Opfer sehen und handelt auch nicht so. Trotzdem zeigt sie Schwäche und das ist gleichzeitig ihre Stärke. Der Autorin gelingt es mit ihrer direkten, schonungslosen, gleichzeitig brutalen wie zarten Sprache eine Atmosphäre zu erschaffen, bei der man von einer ständigen Bedrohung ausgeht, bildlich dargestellt im Buch durch die Hyäne, deren Kopf als Jagdtrophäe im Haus hängt, die alles sieht und alles Positive verschlingt. Diese Geschichte fordert einen heraus, denn hier wird die grausame Realität, hier wird das wirkliche Leben abgebildet.

Samstag, 2. Mai 2020

Rezension: Fantastic Stories for Fearless Girls // Anita Ganeri


WER BRAUCHT SCHON EINEN PRINZEN?
 

Meine Meinung
Eigentlich müsste das Buch "Fantastic Stories ABOUT Fearless Girls" heißen, denn dieses Buch handelt VON Mädchen und Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und auf keinen Prinzen warten, der sie rettet, und es ist sicher nicht nur für Mädchen, sondern für jede*n etwas Feines zum Lesen (oder vorgelesen zu bekommen).

Tokoyo, Molly Whuppie, Mizilca und Sumac sind u.a. die Heldinnen in diesen Märchen und Sagen. Sie beanspruchen für sich ein selbstbestimmtes und freies Leben und gehen dabei ungewöhnliche Wege, um an ihre Ziele zu kommen. 
Aus der ganzen Welt wurden hier Erzählungen versammelt, die eine schöne kulturelle Diversität abbilden, außerdem sehr magisch angehaucht sind und mit wunderschönen Illustrationen versehen wurden. Die insgesamt 15 Märchen stammen u.a. aus Frankreich, Russland, Japan, Griechenland, China, dem Sudan, Indien, Niger und Finnland, um nur ein paar Länder zu nennen.

Sonntag, 5. April 2020

Rezension: DO IT YOURSELF! #Einfach plastikfrei leben // Charlotte Schüler


TSCHÜSS PLASTIK


Meine Meinung
Plastik ist so verpönt wie noch nie. Aus gutem Grund. Denn es verschmutzt unsere Umwelt, die Meere und unsere eigenen Körper. Also besser früher als später damit anfangen, nach Alternativen zu suchen. Charlotte Schüler hat irgendwann bewusst begonnen, ihr ganzes Leben plastikfrei umzukrempeln und gibt in ihrem Buch Tipps und Tricks, welche Plastikprodukte ganz einfach durch andere ersetzt werden können.

Dazu hat sie das Buch in unterschiedliche Bereiche eingeteilt: Bad, Haushalt, Lebensmittel und Unterwegs. Und stellt ganz viele Rezepte (Körperpflege, Putzmittel, Lebensmittel) und DIY-Anleitungen vor. Zusätzlich gibt die Autorin Informationen, die dem Buch einen großen Mehrwert geben, so zum Beispiel: Wie ernte ich meine Aloe Vera? oder Wie ordne ich am besten meinen Kühlschrank?

Samstag, 4. April 2020

Rezension: Heilende Hormone // Belinda Kirkpatrick und Ainsley Johnstone


HORMONFREUNDLICHE ERNÄHRUNG


Meine Meinung
Die Hormone sind die unsichtbaren Helden unseres Körpers. Unwohlsein, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen können Symptome sein, wenn das hormonelle Gleichgewicht gestört ist. Auch die Ursachen von Problemen bei der Menstruation können auf Hormone zurückgeführt werden.
Belinda Kirkpatrick setzt auf eine hormonfreundliche Ernährung, die dieses Gleichgewicht fördern, unterstützen und halten soll. Dazu führt sie Nahrungsmittel an, die besonders geeignet sind und stellt auch sehr viele Rezepte vor, die Abwechslung auf den Speiseplan bringen. Außerdem gibt sie kompakte Informationen über den Zyklus, Hormone, den Eisprung, häufige Symptome und Erkrankungen. Und auch auf die (bevorstehende) Schwangerschaft wird in einem extra Kapitel genauer eingegangen. Die Aufmachung des Buches fand ich sehr ansprechend und alles ist liebevoll gestaltet, nur die Verarbeitung des Buches ist leider nicht so gut. Der Buchrücken löst sich ab.

Mittwoch, 1. April 2020

Rezension: Die Mutter aller Fragen // Rebecca Solnit


WARUM HABEN SIE KEINE KINDER? 


Meine Meinung
Nachdem ich Rebecca Solnits Buch "Wenn Männer mir die Welt erklären" mit großer Begeisterung gelesen habe, bin ich nicht darum herumgekommen, mir auch dieses hier genauer anzusehen. In "Die Mutter aller Fragen" widmet sie sich wieder dem Feminismus und demzufolge brisanten Themen wie Frausein, Gleichstellung, Privilegien, Schubladen etc.

Mir kommt es so vor, als wäre kein Essayband davor gefeit, dass zwischen den guten Essays immer wieder nicht so gute/langweilige auftauchen. Leider ist es auch hier der Fall. Das Positive ist aber, die guten überwiegen und geben sehr viele neue Argumente und Antworten. Der Titelgebende Essay ist nur einer unter vielen. Ich mochte die erste Hälfte des Buches sehr gerne. Sie schreibt sehr viel über die unterschiedlichen Formen des Schweigens, das Frauen (und Männern) oft auferlegt wird, und wie es gebrochen wird. Außerdem über männliche Gewalt und (gute und schlechte) Vergewaltigungswitze, aber auch über feministische Männer. 

Dienstag, 3. März 2020

Rezension: Der vertikale Balkon- & Terrassengarten // Ursula Kopp


ES GRÜNT SO GRÜN


Meine Meinung
Seit drei Jahren lebe ich in einer Wohnung mit Balkon und ich habe durch ihn mit dem Gärtnern angefangen, jedenfalls so viel, wie der Balkon hergibt. Für neue Ideen und Inspirationen bin ich immer sehr offen und stehe jetzt Anfang März schon in den Startlöchern, endlich wieder mehr draußen zu sein und alles zu begrünen.

Da ich am Balkon nicht viel Platz habe, kommen diese platzsparenden Gestaltungstipps aus diesem Buch genau zur richtigen Zeit. Hier wird nämlich vertikal gegärtnert, also von unten nach oben. Dieses urban-gardening-Konzept gibt es schon seit ein paar Jahrhunderten, die Autorin hat hier moderne Möglichkeiten für einen vertikalen Garten zusammengetragen und auch mit do-it-yourself-Anleitungen ergänzt. Außerdem findet man hier hilfreiches Wissen rund um Pflanzen, ihre besten Standorte und Bedürfnisse.

Donnerstag, 28. November 2019

Rezension: Schamlos // Amina Bile, Sofia Nesrine Srour, Nancy Herz


SOZIALE KONTROLLE


Meine Meinung
Die drei jungen Frauen Amina Bile, Sofia Srour und Nancy Herz sehen sich selbst als Vorreiterinnen in ihrer Sache. Nämlich dem Kampf für ein schamloses und freies Leben für muslimische Mädchen. In ihrem Buch führen sie Gespräche miteinander und brechen damit Tabus auf, die in der muslimisch geprägten Kultur noch weit verbreitet sind. Sie sprechen über Schwimmunterricht, den Hidschab, generell Kleidervorschriften, Doppelleben- und moral, Liebe, den Jungfernhäutchenmythos und vor allem über soziale Kontrolle. 

Das Buch richtet sich an junge Mädchen und Jugendliche, die gerade herausfinden wollen, wer sie sind und wohin sie gehören, und sich zwischen mehreren Kulturen zurechtfinden müssen. Die Aufbereitung des Themas ist für diese Altersgruppe sehr gelungen. In kleine Lesehäppchen aufgeteilt und mit wunderschönen Illustrationen versehen wird "Schamlos" zu einem besonderen Leseerlebnis.

Freitag, 1. November 2019

Rezension: Anleitung zum Widerspruch // Franzi von Kempis


WAS SAGT MAN, WENN ...


Meine Meinung
"Der Klimawandel findet nicht statt."
"Der Klimawandel ist nicht so schlimm."
"Den Holocaust gab es nicht."
"Der Holocaust hat mit mir nichts mehr zu tun."
"Impfungen verursachen Autismus."
"Kondensstreifen sind giftige Chemtrails."
"Wir dürfen in muslimischen Ländern auch keine Kirchen bauen."
"Man darf ja wohl noch Kritik äußern dürfen."
"Frauen sind doch längst gleichberechtigt."
"Männer und Frauen sind von Natur aus verschieden."
"Flüchtlinge bekommen mehr Geld als bedürftige Deutsche."
"Es findet ein Bevölkerungsaustausch statt."

Kommen euch einige der Aussagen bekannt vor und wisst ihr manchmal nicht, was ihr darauf sagen sollt? Ihr habt anderes Wissen/andere Einstellungen/eine andere Meinung, seid aber unsicher, wie man am besten bei solchen komplexen Themen richtig diskutiert bzw. was man überhaupt antworten kann? Dann könnte das Buch etwas für euch sein.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Rezension: Herkunft // Saša Stanišić



 WO KOMMST DU HER?


Meine Meinung
Saša Stanišić hat mit seinem Buch "Herkunft" versucht, eine Antwort auf die Frage "Wo kommst du her?" zu finden. Dass diese Antwort darauf nicht immer einfach ist, hat er damit gezeigt, dass er darüber ein ganzes Buch schreiben konnte.
Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte er in Bosnien, der Jugoslawienkrieg Anfang der 90er Jahre veranlasste die Familie nach Deutschland zu flüchten. Ab da wurde die Frage für ihn kompliziert. Das Buch ist Aufarbeitung der Vergangenheit, Familiengeschichte und (in kleinen Teilen) Biografie zugleich. Vor einer Woche wurde es im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet.

In kurzen Anekdoten erzählt Stanišić von seinem Leben. Dies macht er stellenweise mit sehr viel Humor, bleibt aber dadurch auch sehr an der Oberfläche und es wirkt sehr sprunghaft. Die einzelnen Geschichten - manche echt, manche Fiktion -  verbinden sich mit der Zeit, auch wenn auf mehreren Ebenen erzählt wird.