Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. September 2021

Rezension: Riot, don't diet! Aufstand der widerspenstigen Körper // Elisabeth Lechner

 SCHÖNHEITSREVOLUTION
 
 
 
Meine Meinung
Dünn, fit, weiß, jung, normschön und Haare bitte nur an den richtigen Stellen. So sehen viele Menschen in Magazinen, Filmen/Serien und in der Werbung aus. Ich finde es mittlerweile langweilig, wenn immer die gleichen Typen bedient werden. Außerdem ist diese Gruppe in der Gesellschaft am priviligiertesten. Das ist auf vielen Ebenen problematisch. Lechner hat sich in ihrem Studium mit allen Arten von Körpern beschäftigt, aber vor allem mit den "ekligen" weiblichen Körpern, Körpern, die nicht der Norm entsprechen. Ihr Wissen dazu hat sie nun auch für nicht akademische Kreise in diesem Buch zusammengetragen und aufbereitet. Es ist Zeit für eine Schönheitsrevolution, damit nicht nur patriarchale und kapitalistische Schönheitsideale vorherrschen, sondern die Vielfalt zelebriert und überall auch repräsentiert wird. Doch dafür müssen ganz viele internalisierte Vorurteile abgebaut werden.

Dienstag, 13. Juli 2021

Rezension: Drei Kameradinnen // Shida Bazyar

 

WEIBLICHE LEBENSREALITÄTEN

 

Meine Meinung
Drei Kameradinnen erzählt die Geschichte der drei Freundinnen Saya, Hani und Kasih. Die drei sind zusammen aufgewachsen und haben es geschafft, über die Jahre hinweg Kontakt zu halten. Sie treffen sich wieder, um auf eine Hochzeit einer Bekannten zu gehen, nur passiert an diesem Tag etwas Schicksalhaftes. Was genau das ist, darauf muss man bis zum Schluss warten, davor gibt es ganz viele Erinnerungen, Beobachtungen, banale Alltagsgeschichten. 

Kasih schreibt einen Bericht über ihre Freundin Saya, über das gemeinsame Aufwachsen in einer Siedlung, über Rassismus und Sexismus, über so vieles, was in der westlichen Gesellschaft schief läuft. Sie spricht dabei immer wieder die Leser*innen an, ja beleidigt sie schon fast, führt sie mit ihren Ausschweifungen in die Irre. Als Stilmittel fand ich das anfangs etwas ungewöhnlich, später dann aber doch sehr gelungen. 

Dienstag, 2. März 2021

Rezension: Das muss gesagt werden // Elfriede Hammerl

 
PERSPEKTIVENWECHSEL

 

Meine Meinung
Kurz und knackig kommentiert Elfriede Hammerl politische wie gesellschaftliche Themen in ihrer Kolumne im Magazin profil. In diesem Buch sind ausgewählte Texte der letzten zehn Jahre (2010-2020) versammelt, die sich einer breiten Themenvielfalt widmen. Mit ihrer kritischen Sichtweise nimmt sie uns mit auf  Gedankenexperimente, die vor allem die Situation der Frauen in der Gesellschaft erfahrbar machen. Sie pickt sich oft Menschen aus der Masse heraus und versucht durch das Einnehmen dieser Perspektiven, deren Gedanken und Lebenssituationen besser zu verstehen bzw. den Leser*innen besser verständlich zu machen oder eben auch auf sarkastische und ironische Weise Missstände aufzudecken. 

Donnerstag, 3. Dezember 2020

Rezension: Kindern geben, was sie brauchen // Gunda Frey

 
UNGESTÖRT AUFWACHSEN

Meine Meinung
Wenn Kinder selbstbewusst aufwachsen sollen, dann dürfen sie in ihrer Entwicklung nicht gestört werden, so Gunda Freys These. Die größten Störfaktoren sind laut ihr die Erwachsenen, die aus Unwissenheit, eigenen Problemen, zu viel oder zu wenig des Guten Kinder oft auch unbewusst schaden. Freys Erziehungsratgeber geht von zwei großen Bausteinen aus: sich selbst verstehen und die Kinder verstehen. Wenn beides passiert, kann eine wertschätzende Beziehung und Erziehung gelingen. Die (psychischen) Grundbedürfnisse der Kinder werden kurz erklärt und stehen im weiteren Verlauf des Sachbuchs immer im Mittelpunkt. Die Autorin zeigt, wie man diese am besten erfüllen kann. 

Donnerstag, 28. November 2019

Rezension: Schamlos // Amina Bile, Sofia Nesrine Srour, Nancy Herz


SOZIALE KONTROLLE


Meine Meinung
Die drei jungen Frauen Amina Bile, Sofia Srour und Nancy Herz sehen sich selbst als Vorreiterinnen in ihrer Sache. Nämlich dem Kampf für ein schamloses und freies Leben für muslimische Mädchen. In ihrem Buch führen sie Gespräche miteinander und brechen damit Tabus auf, die in der muslimisch geprägten Kultur noch weit verbreitet sind. Sie sprechen über Schwimmunterricht, den Hidschab, generell Kleidervorschriften, Doppelleben- und moral, Liebe, den Jungfernhäutchenmythos und vor allem über soziale Kontrolle. 

Das Buch richtet sich an junge Mädchen und Jugendliche, die gerade herausfinden wollen, wer sie sind und wohin sie gehören, und sich zwischen mehreren Kulturen zurechtfinden müssen. Die Aufbereitung des Themas ist für diese Altersgruppe sehr gelungen. In kleine Lesehäppchen aufgeteilt und mit wunderschönen Illustrationen versehen wird "Schamlos" zu einem besonderen Leseerlebnis.

Freitag, 4. Oktober 2019

Rezension: Warum so viel Hass? // Leïla Slimani



HASS MUSS IM KEIM ERSTICKT WERDEN


Meine Meinung
In diesem sehr dünnen Band sind sechs verschiedene Essays und Kurzgeschichten der Autorin Leila Slimani versammelt. Diese wurden in einem Zeitraum von 2014 bis 2016 in der französischen Zeitschrift "Le 1" publiziert und drehen sich hauptsächlich um Rassismus, Angst, Hass, das Fremde.

Slimani bringt mit wenigen Zeilen Wesentliches auf den Punkt. Die Texte sind sehr kurz, was mich nicht gestört hat, jedoch sind dann nur sechs davon sehr wenig und bei 53 (zu lesende) Seiten, mit vielen Abständen und großer Schrift blieb ein unbefriedigendes Gefühl zurück. Ich hätte mir mehr gewünscht, da Slimani wirklich gut schreiben kann.

Samstag, 28. September 2019

Rezension: Die Hälfte des Himmels - Wie Frauen weltweit für eine bessere Zukunft kämpfen // Nicholas D. Kristof und Sheryl WuDunn


OUR SHARED SHELF >

"Frauen tragen die Hälfte des Himmels" 
- Chinesisches Sprichwort



Meine Meinung

Das hier ist ein Buch, das man von der ersten Seite weg mit wachsendem Entsetzen liest und dieses Entsetzen kann man danach nicht mehr nicht spüren. Man kann das, was man gelesen hat, nicht ungelesen machen. Die Geschichten dieser Frauen machen wütend. Man will etwas für sie tun.
Genau darauf zielt auch diese Reportage in Buchform ab. Es werden viele Beispiele genannt, was man als einzelner Mensch tun kann.

Das Autorenpaar Kristof und WuDunn haben ihr journalistisches Augenmerk auf Menschenrechtsverletzungen gegen Mädchen und Frauen gelegt. Sie schauen dort hin, wo andere wegschauen. In Süd- und Ostasien sowie Afrika passieren die gravierendsten Verbrechen. Die beiden sind dort hingereist und haben Frauen und Mädchen interviewt, die in armen, prekären Verhältnissen leben, und diesen Menschen eine Stimme gegeben, indem sie ihren Geschichten zugehört und diese aufgeschrieben haben.

Samstag, 14. September 2019

Rezension: how to be a woman - Wie ich lernte eine Frau zu sein // Caitlin Moran


OUR SHARED SHELF >

EIN FEMINISTISCHER BLICK AUFS EIGENE LEBEN
 

Meine Meinung
"Man ist nicht als Frau geboren, man wird es" hat schon Simone de Beauvoir festgestellt. In "how to be a woman" beschreibt Caitlin Moran wie sie zu der Frau wurde, die sie jetzt ist. Sie beginnt mit ihren Jugendjahren in den 80ern und erzählt im Laufe des Buches die einschneidendsten Erlebnisse, die mit ihrem Frausein und -werden zu tun hatten.

Das Buch ist eine feministische Autobiographie, die wichtige Themen wie die erste Menstruation, Masturbation, Körperbehaarung, erste Liebe, Sexismus, Ehe, Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, weibliche Vorbilder und Schönheitschirurgie thematisiert. Moran schreibt über Themen, über die oft geschwiegen wird, die nie ganz so ehrlich erzählt werden, die noch so banal klingen, aber trotzdem wichtige Aspekte des weiblichen Lebens sind und die die Frauen sich aber oft nicht zugestehen, eben weil sie so banal scheinen. Wie Mode zum Beispiel.

Samstag, 7. September 2019

Rezension: Der Mythos Schönheit // Naomi Wolf


OUR SHARED SHELF >


"SCHÖNHEIT" 
ALS GESELLSCHAFTLICHES KONSTRUKT



Meine Meinung
Naomi Wolf sagt, dass nach den ganzen Frauenbewegungen, feministischen Aktionen und der (theoretischen) besseren gesellschaftlichen Gleichstellung seit den 70er Jahren die Frauen für manche Menschen der ("westlichen") Gesellschaft zu stark und zu mächtig geworden sind (heißt: mehr gesetzliche Rechte, mehr körperliche und reproduktive Selbstbestimmung, bessere Bildungs- und Berufschancen). Deswegen musste etwas Neues gefunden werden, mit dem man sie verunsichern, mit dem man sie klein halten kann.
Hier kommt der Mythos Schönheit ins Spiel: Schönheitsideale und -normen.

"Du musst schön sein, um im Beruf Erfolg zu haben und einen Mann zu finden, der dich liebt. Was schön ist, bestimmst aber nicht du."

Montag, 12. August 2019

Buchclub von Emma Watson - Our Shared Shelf - feministische Bücher


[Edit 2020: Als Beitrag zu meiner persönlichen Our Shared Shelf-"Challenge" gedacht, wurde diese Seite im Laufe der Zeit zur Sammelstelle für alle meine gelesenen feministischen Bücher. Sie dient mir als Überblicksseite und hält für euch hoffentlich viele Buchempfehlungen bereit.]


LESENSWERT
Der Femtember 2019
#WirlesenFrauen 2019;  #WirlesenFrauen 2020


Liebe Leser*innen,

Mittwoch, 10. Juli 2019

Rezension: Bad Feminist // Roxane Gay


EINE SCHLECHTE FEMINISTIN?
 

Meine Meinung
Wohl kaum, Frau Gay. Jemand, der/die sich so intensiv und kritisch mit den Themen Frauen, Geschlecht, Patriarchat, Rassismus und Popkultur auseinandersetzt und auch sich selbst so reflektiert betrachtet, ist für mich kein/e schlechte/r Feminist/in. Roxane Gay hat sogar m.E. den wahren Kern des Feminismus erkannt. Aber dazu später mehr.

Dieses Buch ist eine Sammlung von Essays, die in den USA schon 2014 erschienen ist. Doch haben die Texte in der ersten deutschen Veröffentlichung 2019 an ihrer Aktualität nichts eingebüßt. Die Autorin hangelt sich von Scrabble (den Text habe ich teilweise nur überflogen und ich habe noch nicht herausgefunden, was er in dem Buch zu suchen hat), über bekannte Literatur u.a. wie "Die Tribute von Panem", "Fifty Shades of Grey" zu Filmen u.a. wie "Der Butler", "12 Years a Slave" zu Musikern wie Chris Brown, Robin Thicke, Kanye West und schafft es mit Referenzen zur Politik, zu bekannten Zeitungsartikeln oder anderen Autor_innen, viele gesellschaftliche und psychologische Strukturen, die für Frauen relevant sind, herauszuarbeiten.

Montag, 15. April 2019

Rezension: Sex und Lügen // Leïla Slimani



MAROKKANISCHE FRAUEN SPRECHEN ÜBER SEX


Meine Meinung
Leïla Slimani hat sich mit Frauen unterhalten, die ganz viel zu sagen haben, aber oft so unterdrückt werden, dass sie sich einfach nicht trauen, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Vereinzelt hat sie auch die Sache unterstützende Männer befragt, wie sie das Ganze sehen, und alles unverändert in diesem Buch festgehalten.

"Das Ganze" ist der Umgang der Regierung, der Religion und der marokkanischen Gesellschaft mit den Themen Sex, Sexualität, Frauen. Es wird den Menschen dort sehr viel vorgeschrieben, zum Beispiel wie sie ihre Sexualität ausleben dürfen, was richtig und was falsch ist, dass Jungfräulichkeit von Frauen für Männer das Um und Auf ist, ob man sie heiratet oder nicht, außerehelicher Sex ist verboten, Homosexualität ist das Schlimmste und wenn du als Frau ein selbstbestimmtes Leben führst, dann wirst du sowieso von allen geächtet. Dass das echte Leben anders aussieht, kann man sich vorstellen.

Montag, 7. Januar 2019

Rezension: Fahrenheit 451 // Ray Bradbury


  BÜCHERVERBRENNUNGEN
 

Meine Meinung
Fahrenheit 451 wird berechtigt mit George Orwells 1984 verglichen. Auch Bradbury hat ein Zukunftsbild geschaffen, das erschreckend nah an die Realität herangekommen ist. Vieles ist zwar übertrieben dargestellt, aber mit einem sehr, sehr wahren Kern. 

Die Regierung in Bradburys Roman ist von Grund auf paranoid und will die BürgerInnen so dumm wie möglich halten. Um dies umzusetzen, wurde die Feuerwehr engagiert, nicht um Feuer zu löschen, sondern um Bücher, Bibliotheken, ja ganze Häuser zu verbrennen und sie gehen sehr radikal dabei vor. Der Hauptprotagonist Guy Montag ist überzeugter Feuerwehrmann, bis er ein fragenstellendes Mädchen trifft, ihm ein paar Bücher in die Hände fallen und er selbst anfängt, Fragen zu stellen. 

Dienstag, 29. Mai 2018

Rezension: Unterleuten // Juli Zeh



DORFLEBEN
 


Meine Meinung
Unterleuten ist ein klingender Name für einen Ort, in dem es brodelt und in dem man sich unter Leuten befindet, die einem nicht nur wohlgesinnt sind. Sie spielen alle das Spiel namens Dorfleben. Eine kleine Auswahl von Menschen, die beschlossen haben, am selben Platz zu leben.
Mit einem ungefälschten Blick auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und für unwissende Zuschauer unverständlichen Dynamiken, die in so einer Gemeinschaft entstehen, schafft es Juli Zeh einen Gesellschaftsroman vorzulegen, der Menschenstudie und Krimi zugleich ist.