Samstag, 14. September 2019

Rezension: how to be a woman - Wie ich lernte eine Frau zu sein // Caitlin Moran


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EIN FEMINISTISCHER BLICK AUFS EIGENE LEBEN


Meine Meinung
"Man ist nicht als Frau geboren, man wird es" hat schon Simone de Beauvoir festgestellt. In "how to be a woman" beschreibt Caitlin Moran wie sie zu der Frau wurde, die sie jetzt ist. Sie beginnt mit ihren Jugendjahren in den 80ern und erzählt im Laufe des Buches die einschneidendsten Erlebnisse, die mit ihrem Frausein und -werden zu tun hatten.

Das Buch ist eine feministische Autobiographie, die wichtige Themen wie die erste Menstruation, Masturbation, Körperbehaarung, erste Liebe, Sexismus, Ehe, Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, weibliche Vorbilder und Schönheitschirurgie thematisiert. Moran schreibt über Themen, über die oft geschwiegen wird, die nie ganz so ehrlich erzählt werden, die noch so banal klingen, aber trotzdem wichtige Aspekte des weiblichen Lebens sind und die die Frauen sich aber oft nicht zugestehen, eben weil sie so banal scheinen. Wie Mode zum Beispiel.

Samstag, 7. September 2019

Rezension: Der Mythos Schönheit // Naomi Wolf


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"SCHÖNHEIT" 
ALS GESELLSCHAFTLICHES KONSTRUKT



Meine Meinung
Naomi Wolf sagt, dass nach den ganzen Frauenbewegungen, feministischen Aktionen und der (theoretischen) besseren gesellschaftlichen Gleichstellung seit den 70er Jahren die Frauen für manche Menschen der ("westlichen") Gesellschaft zu stark und zu mächtig geworden sind (heißt: mehr gesetzliche Rechte, mehr körperliche und reproduktive Selbstbestimmung, bessere Bildungs- und Berufschancen). Deswegen musste etwas Neues gefunden werden, mit dem man sie verunsichern, mit dem man sie klein halten kann.
Hier kommt der Mythos Schönheit ins Spiel: Schönheitsideale und -normen.

"Du musst schön sein, um im Beruf Erfolg zu haben und einen Mann zu finden, der dich liebt. Was schön ist, bestimmst aber nicht du."

Mittwoch, 4. September 2019

Rezension: Feministin sagt man nicht // Hanna Herbst



FEMINISTIN IST KEIN SCHIMPFWORT


Meine Meinung
Mit diesem Buch hat Hanna Herbst einen tollen Beitrag zur ganzen Feminismus-Debatte geleistet. Als Einsteigerbuch in die Thematik ist es perfekt. Sie erklärt nicht nur das System Patriarchat, sondern geht auch auf den Hass ein, dem Feminist*innen oft ausgesetzt sind. Sie setzt sich mit Gewalt und Macht, dem Körper sowie Pornographie auseinander und gibt dazu immer wieder Einblicke in ihr persönliches Leben und erzählt von ihren Erfahrungen.

Die Aufmachung des Buches ist anders als erwartet, aber ich finde sie sehr ansprechend. Optisch wirklich sehr gelungen. Zwei Spalten auf jeder Seite und dazwischen immer große Zitate von wichtigen Frauen und wichtigen Aussagen. Herbst baut sehr viel von bekennenden Feminist*innen ein, beruft sich auf Studien, beschreibt zum Thema passende Fälle und gibt viele, viele Beispiele, warum wir Feminismus brauchen. Und wir brauchen ihn dringend in allen Lebensbereichen!

Dienstag, 3. September 2019

Der Femtember

Nico von Im Buchwinkel beschäftigt sich vermehrt mit dem Thema Feminismus und hat den September als feministischen Themenmonat ausgerufen. Und da das super zu meiner Our Shared Shelf-Leseliste passt, werde ich im September ausgewählte Bücher, hauptsächlich von dieser Liste, aber auch andere zum Thema passende, vorstellen. Wenn die Bücher von der Liste sind, dann findet man oben unter dem Post-Header einen Vermerk. Es gibt auch viele Mitbloggerinnen, die unterschiedliche Beiträge dazu veröffentlichen werden. Nico sammelt HIER alle Beiträge auf einer Übersichtsseite.

Die Lesechallenge #WirlesenFrauen (bei der ich jetzt nicht mitmache) will Leser*innen dazu ermuntern, mehr Bücher von Frauen zu lesen. Jetzt war ich neugierig, wie das bei mir eigentlich so aussieht.

Ich habe jetzt für den Anfang ein paar persönliche (Fun) Facts zusammengestellt. Ich muss sagen, das Geschlecht von den Schreiberlingen ist mir echt egal und ich wähle Bücher nie bewusst danach aus. Aber unbewusst gibt es vielleich schon Tendenzen? Es gibt Annahmen, dass Bücher von Frauen weniger promotet werden, also die Marketingstrategien bei weitem nicht so groß angelegt werden, wie das bei männlichen Autoren der Fall ist. Der Bücherkanon in Schulen, auf der Uni ist oftmals männlich geprägt. Aufgefallen ist mir, dass ich für mein Germanistikstudium hauptsächlich Bücher von Männern lesen musste. Frauen wurde oft nahegelegt, ein männliches Pseudonym anzunehmen, damit ihre Bücher besser verkauft werden. Ein ähnliches Beispiel ist hier Joanne Rowling, die ihre Initialen bewusst abgekürzt hat, damit ihre Bücher auch von Jungs gelesen werden, da ihr Name so nicht eindeutig zuordenbar war.

Montag, 2. September 2019

Rezension: Der Sprung // Simone Lappert


SCHICKSALHAFTE WENDUNGEN



Meine Meinung
Niemand weiß, wie viele Leben mit dem eigenen verbunden sind. Welche Auswirkungen kleinste Begebenheiten, kleinste Taten haben werden. Der berühmte Schmetterlingseffekt kommt mir bei diesem Buch in den Sinn. Eine Frau steht auf einem Dach und es hat den Anschein, dass sie da runterspringen will. Simone Lappert zeigt in diesem Buch Menschen, die direkt oder indirekt davon betroffen sind und deren Leben unerwartet schicksalhafte Wendungen einschlägt. 

Der Sprung und die Frau selbst sind eigentlich nur eine Nebensache und dienen als Aufhänger für andere menschliche Schicksale. Die Frage lautet nicht: Warum will sie springen? Wer hier eine Auseinandersetzung mit dem Tod erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr ist es eine Auseinandersetzung mit dem Leben.

Montag, 26. August 2019

Rezension: Das Verhältnis // Gabrielle Zevin



IN ZEITEN DES INTERNETS



Meine Meinung
In Zeiten des Internets wird nichts vergessen. Das muss Aviva Grossman auf die harte Tour lernen. Ihr Verhältnis mit ihrem Boss zieht weite öffentliche Kreise und sie hat auch noch einen Blog über ihre Sexgeschichte geschrieben. Fatal. Sie ist dann diejenige, die alles ausbaden muss. Dabei war es ihr Boss, der Ehebruch begangen hat, ER war verheiratet, Aviva nicht, ER hat das Arbeitsverhältnis mehr oder weniger ausgenützt, um mit Aviva anzubandeln, ER spürte kaum Konsequenzen in seiner beruflichen Laufbahn, Aviva wurde als Schlampe abgestempelt und niemand wollte sie einstellen. Denn alles steht im Internet. Man merkt: Hier läuft einiges falsch.

Gabrielle Zevin gibt vier Frauen eine Stimme, die von diesem Verhältnis, der darauffolgenden Sensationsgier der Medien und den Doppelmoralaposteln in der Gesellschaft betroffen sind. Diese Geschichte zeigt Parallelen zu dem Fall von Monica Lewinsky, die eine Affäre mit Bill Clinton hatte, und ihr Leben lang damit konfrontiert wurde/wird.

Donnerstag, 15. August 2019

Rezension: Die Gabe // Naomi Alderman


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FRAUEN AN DIE MACHT?



Meine Meinung
Frauen bekommen plötzlich Zugriff zu einer in ihnen lebenden Energie und sind somit gegenüber Männern körperlich nicht mehr unterlegen, denn sie können elektrische Stöße aussenden. Dieses Gedankenexperiment spinnt Alderman weiter und laut Inhaltsangabe zeigt sie uns, was mit einer Welt passiert, die von Frauen regiert wird. Nach dem Lesen bin ich da aber anderer Meinung.

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, hauptsächlich Mädchen/Frauen, die auf unterschiedliche Weise das Erwachen der Energie und den darauffolgenden gesellschaftlichen Umbruch miterleben. Im Laufe der Geschichte werden die Erzählstränge zusammengeführt und die Personen treffen sich. Es werden ungefähr zehn Jahre zu einem sehr großen Ereignis heruntergezählt, wobei diese Einteilung nicht so ganz aufschlussreich war, sie hat mich vielmehr verwirrt. Warum zögert sich der Umbruch so hinaus? Warum vergehen so viele Jahre Geschlechterkrieg, bis es zu einem Ergebnis kommt? Mann oder Frau? Vieles geht bei den Zeitsprüngen unter.