Samstag, 5. April 2025

Rezension: Die Tribute von Panem L - Der Tag bricht an // Suzanne Collins

 
 HAYMITCHS HUNGERSPIELE
 
 
 
Meine Meinung
Haymitch war einer der spannendsten Charaktere der Panem-Trilogie und mit der zweiten Vorgeschichte erfahren wir jetzt auch endlich, wie er zu dem Menschen geworden ist, der er ist: Der einsame, grantige Alkoholiker. Er wird mit 16 ausgewählt, um an den 50. Hungerspielen (das zweite Jubeljubiläum) teilzunehmen. An Grausamkeiten spart die Autorin wiedermal nicht, aber es wären nicht die Hungerspiele, wenn es nicht brutal wäre. Ich mochte Snows Geschichte nicht so gern und habe dementsprechend meine Erwartungen nicht so hoch angeschraubt. Was gut war, denn so bin ich sehr positiv überrascht worden. Collins hat während des Schreibens sehr an ihre Leser*innenschaft gedacht und ganz viel Fan-Service betrieben.

Mittwoch, 5. Juni 2024

Rezension: Sister Outsider // Audre Lorde

 
 
 NICHT UNTERSCHIEDE LÄHMEN UNS, SONDERN SCHWEIGEN
 
 
 

 
Meine Meinung
Audre Lorde war eine Vorreiterin des intersektionalen Feminismus. Sie hat erkannt, dass sich viele Diskriminierungsformen (Ethnie, sexuelle Orientierung, Herkunft, Klasse, etc.) überschneiden können und man die Gesamtheit betrachten muss, um das Ausmaß der Diskriminierung nachvollziehen zu können. "Sister Outsider" ist eine Sammlung von Essays, Reden und Interviews, die mal mehr mal weniger zu mir durchgedrungen sind. 

Donnerstag, 22. Februar 2024

Rezension: Die Farbe Lila // Alice Walker

 
 
 
NICHTS MUSS BLEIBEN WIE ES WAR
 
 
 
Meine Meinung
Hätte ich das Buch nicht durch Emma Watsons feministischen Buchclub entdeckt, hätte ich es wahrscheinlich nie gelesen. Ich habe auch lange mit mir gehadert, als es schon bei mir im Bücherregal stand, weil ich wusste, dass es schlimme Themen behandelt. Doch als ich den Anfang überstanden hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Es geht um Missbrauch, Vergewaltigung, körperliche und psychische Gewalt, aber auch um Freundschaft, starke Frauen, Liebe und Selbstbestimmung. Angesetzt ist der Briefroman in einem der Südstaaten der USA am Anfang des 20. Jahrhunderts. Schwarze Frauen hatten damals kaum Rechte.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Rezension: Butterfly - Das Mädchen, das ein Flüchtlingsboot rettete und Olympia-Schwimmerin wurde // Yusra Mardini

 
 
 
 EINFACH SCHWIMMEN



Meine Meinung
Fluchtgeschichten sind immer dramatisch. Es beginnt mit dem Fluchtgrund, der allein reicht schon. Wirklich freiwillig verlassen viele ihre Heimat nicht, denn was sie erwartet ist eine ungewisse Zukunft und unglaubliche Strapazen. Man lässt alles hinter sich, was man kennt. Yusra hat hier ihre Geschichte aufgeschrieben.
Yusra will einfach nur schwimmen. Sie will trainieren, um an den syrischen Nationalmeisterschaften teilzunehmen und sich irgendwann für die Olympischen Spiele qualifizieren. Doch in Syrien bricht der Bürgerkrieg aus und sie muss jeden Tag damit rechnen, von einer Granate getroffen zu werden. Täglich sterben Freund*innen und Bekannte. Sie müssen ständig umziehen, weil das Leben in Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, teuer und gefährlich ist. Als es unerträglich wird, beschließen die 17-jährige Yusra und ihre drei Jahre ältere Schwester Sara sich auf die gefährliche Reise nach Europa zu machen. Das ist im Jahr 2015.

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Mrs. Dalloway // Virginia Woolf

 
 DIE STUNDEN EINES TAGES FÜLLEN
 
 
Meine Meinung
An Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" hatte ich ein bisschen zu knabbern. Der englische Klassiker folgt den stündlichen Glockenschlägen des Big Ben und erzählt so über einen Tag aus Clarissa Dalloways Leben, an dem sie abends eine Party schmeißt und dafür Vorbereitungen trifft. Doch durch die gewaltige Komplexität ist es viel mehr als nur eine oberflächliche Partyvorbereitung, vielmehr dient diese Party als Ausgangspunkt verschiedenste Menschen kennenzulernen.

Dienstag, 28. Februar 2023

Das verbotene Notizbuch // Alba de Céspedes

 EIN TAGEBUCH FÜR SICH ALLEIN

 

Meine Meinung

Im Rom der Nachkriegsjahre fängt Valeria heimlich an über ihr Leben zu schreiben. Sie reflektiert ihre Beziehungen, hinterfragt Traditionen und findet schreibend langsam wieder zu sich selbst zurück. Ihr bisheriges Leben hat sie ausschließlich ihrer Familie gewidmet, von ihrem Mann wird sie "Mamma" genannt und für ihre beiden (fast erwachsenen) Kinder als selbstverständlich wahrgenommen. Zur finanziellen Unterstützung für die Familie arbeitet sie als Sekretärin in einem Büro, was in den 50er Jahren noch ungewöhnlich war für eine Frau. Von außen betrachtet leise und kaum sichtbar, in ihrem Tagebuch ein Sturm - so geht ihre Rebellion einher.

Montag, 23. Mai 2022

Rezension: Die Sammlerin der verlorenen Wörter // Pip Williams

 DIE GESCHICHTE DES OXFORD ENGLISH DICTIONARY
und der daran beteiligten Frauen




Meine Meinung
Pip Williams geht in diesem Buch der Frage nach, was eigentlich mit all den Wörtern passiert ist, die es nie in die erste Fassung des Oxford English Dictionary geschafft haben. Auffallend ist, dass es hauptsächlich Wörter sind, die als ordinär und frauenbezogen und somit als unwichtig angesehen wurden. Esme ist die Tochter einer der Lexikographen, die am Wörterbuch arbeiten. Sie verbringt in ihrer Kindheit sehr viel Zeit am Arbeitsplatz ihres Vaters und fühlt sich von den Wörtern magisch angezogen. Als sie alt genug ist, fängt sie selbst dort zum Arbeiten an und widmet ihr Leben dem Wörterbuch. Sie merkt schnell, dass es manche Wörter nicht schaffen, aufgenommen zu werden, und so fängt sie an, diese Wörter heimlich zu sammeln.