Freitag, 20. Oktober 2017

Rezension: Die Seiten der Welt (1/3) // Kai Meyer


UNENDLICHE BÜCHERLIEBE



MEINE MEINUNG
Ich bin richtig unentschlossen, was ich von dem Buch halten soll. Einerseits hat Kai Meyer eine wunderbare Welt erschaffen, die jedes Bücherherz höher schlagen lässt. Er hat so viele Facetten des Buches aufgegriffen und einer magischen Verwandlung unterzogen, dass ich nur staunen konnte. Andererseits gefällt mir die Umsetzung nicht so gut. Vom Aufbau der Geschichte her ist es mir ein zu typisches Jugendbuch, auch wenn die Story manchmal mit Überraschungen interessant gehalten wird, konnte ich nicht wirklich in die Geschichte versinken. Sie wurde mir zu oberflächlich dargestellt.

Furia, die mutige, entschlossene, Hauptfigur, die mal schnell nebenbei den Tod ihres Vaters überwindet und deren Welt aus den Fugen gerät, sie das aber vorbildlich meistert, ist nicht das Gesicht der Rebellion. Sie versucht am Schluss eigentlich nur zufällig die gesamte Welt zu retten. Essen, trinken, schlafen muss sie aber auch nicht und ihr Körper scheint sowieso ganz anderen Gesetzen zu gehorchen, als der Natur. (Ich sage nur ihr Knie ist echt ein Wunder.) Was mich so gestört hat, ist, dass von einer Szene, von einer Katastrophe, von einem Angriff zum nächsten gehetzt wurde. Vieles wurde aufgegriffen, aber nur weniges hat am Ende Bedeutung. Die magischen Gesetze der Bibliomantenwelt wurden mir mehr oder weniger hingeklatscht und es hat etwas gedauert, bis ich mich in der Welt zurecht gefunden hatte. 

Den Schreibstil fand ich jedoch toll. Meyer hat sich doch auch Raum für Details gelassen, die sich aber halt in ausschweifenden Erklärungen wiedergefunden haben. Vor dem Tod ist der Autor auch nicht zurückgeschreckt. Er hat seine brutale Seite hier eindeutig ausgelebt. Der Reihe nach stirbt jemand. Also man darf nicht davon ausgehen, dass man sich sicher sein kann, dass eine Figur ganz sicher überlebt. Es hat mir manchmal das Herz zerrissen und doch macht das die Geschichte auch spannend. Spannend war es allemal und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und ich werde ganz sicher auch die Fortsetzungen lesen. 

FAZIT
Spannende, actionreiche Geschichte rund um Bücher, die mit viel Magie Bücherherzen höher schlagen lässt. Es ist ein typisches Jugendbuch, mit Love-Interest (wobei anders als erwartet) und einer fast übermenschlichen Hauptfigur. Stellenweise sehr brutal, aber auch verletzlich. Der Plot konnte mich nicht ganz so überzeugen, aber es ist durchaus eine gute Geschichte.


Infos
  • Autor: Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der wichtigsten deutschen Phantastik-Autoren. Er hat über fünfzig Romane veröffentlicht, Übersetzungen erscheinen in dreißig Sprachen. Seine Geschichten wurden als Film, Hörspiel und Graphic Novel adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet. (Quelle: https://www.fischerverlage.de/autor/kai_meyer/22625 18.10.2017)
  • Seitenanzahl: 556 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: Fischer Verlag
  • ISBN:  978-3-8414-2165-4

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Rezension: Die Terranauten // T.C. Boyle


EIN EXPERIMENT UNTER GLAS



MEINE MEINUNG
Die Geschichte, der sich Boyle angenommen hat, beruht auf einer wahren Begebenheit (ich habe erfahren, dass das viele seiner Bücher tun). Es gab wirklich ein Experiment in den USA, wo acht Männer und Frauen Anfang der 90er Jahre unter einer Kuppel aus Glas versucht haben, eine eigene Welt zu erschaffen. Dementsprechend war die Geschichte wirklich sehr gut recherchiert und es gibt viele Ähnlichkeiten (wenn man das Ganze mal googelt) zu der echten Ereignissen.

Die Geschichte beginnt sehr interessant. Es wird aus drei Perspektiven erzählt. Dawn und Ramsay, die sich unter Glas befinden (eine Frau, ein Mann) und Linda, die außerhalb der Kuppel für die Mission der Terranauten arbeitet. Wirklich sympathisch war mir von den dreien niemand. Ramsay vielleicht noch am ehesten, die Frauen wurden als sehr egozentrisch dargestellt. Das Buch liest sich wie ein Bericht, den die drei im Nachhinein aufgeschrieben haben und eine Erklärung abliefern wollen, was wirklich passiert ist. Oft wird darauf angespielt, was die Presse und die Nachrichten so über das Projekt berichtet haben.

Der Schreibstil ist an sich sehr gut zu lesen. Die Beziehungen zwischen den Menschen sind wirklich wunderbar dargestellt und sehr spannend für den Verlauf der Geschichte. Die Storyline zieht sich dafür sehr. Die zweite Hälfte des Buches war für mich sehr mühsam, da sich vieles im Kreis gedreht hat und ich den Bezug zu den Figuren verloren hatte. Es wird langweilig in der Ecosphere und auch für mich als Leserin wurde es uninteressant. Das Ende ist aber sehr überraschend, mit dem kann man nicht rechnen und es lädt ein, dass man selbst die Geschichte weiterspinnt und sich ausmalt, was noch passieren wird. Der Roman zählt sicher zu den anspruchsvolleren Büchern und bereitet einen Teil unserer Geschichte literarisch auf, was für mich immer besonders lesenswert ist.

FAZIT
Interessante Beziehungsdynamiken, Menschenstudien und Umweltfragen werden in diesem Buch behandelt. Zum Schluss hin ist es leider ziemlich langatmig und die behandelten Themen waren nicht so meine Sache, aber die Geschichte reizt natürlich, da sie auf wahren Begebenheiten beruht. Der Schreibstil war top und die Umsetzung in einen Bericht hat der Geschichte auch gut getan! Eine Empfehlung!




Infos

Freitag, 13. Oktober 2017

Rezension: Sprache in Bildern // Duden


DIE WELT DER WÖRTER



Meine Meinung

Als Germanistik-Studentin habe ich eine Faszination für die Sprache und alles, was damit zu tun hat, wie Lesen und Schreiben und Wörter. Dieses kleine Buch wurde meinem philologischen Anspruch wirklich gerecht und ich wurde super unterhalten! Ich konnte es in einem durchlesen und es enthält neben wirklich sehr toll aufbereiteten Grafiken auch viel Wissenswertes über Wörter und Sprache. 

Auch wenn man sich mit den Fachbegriffen der Germanistik nicht so auskennt, ist das kein Problem, da sie hier kurz und prägnant erklärt werden. Es lädt dazu ein, einfach nur durchzublättern und bei einer interessante Stelle hängenzubleiben. Aber ich fand alles so interessant, dass ich von vorne beginnen musste und mich bis hinten durchgelesen habe, in einem Zug. 

Es ist sehr farbenprächtig und beinhaltet viele verschiedene Bereiche. Es geht von den häufigsten Buchstaben über widersprüchliche Wörter zu den beliebtesten Katzen- und Hundenamen bis hin zu "ausgewanderten" Wörtern und den seltesten Sprachen der Welt. Es ist wirklich sehr viel abgedeckt und es kann zu sehr kuriosem Wissen führen. 

Fazit

Für alle, die sich für die deutsche Sprache und ihre Wörter interessieren. Ein liebevoll aufbereitetes und farbenprächtiges Buch mit vielen Grafiken, die Wissenswertes und Interessantes anschaulich darstellen. 



Infos
  • Seitenanzahl: 112 Seiten
  • Einband: flexibler Einband
  • Verlag: Duden
  • ISBN: 978-3-411-74887-7

Montag, 18. September 2017

Rezension: Bevor du weitergehst. Immer wieder beste Freunde // Laura Schroff mit Alex Tresniowski



DIE WELT VERÄNDERN



Meine Meinung

Die Autorin hat mich mit ihrem ersten Buch (Immer montags beste Freunde) bereits sehr berührt und ich fand ihre Geschichte sehr inspirierend. Sie selbst hat nach der Veröffentlichung viele Geschichte gelesen und gehört, wie andere Menschen auf ihre Art und Weise für andere Gutes getan haben oder wie ihnen Gutes widerfahren ist, einfach durch einen einfachen Akt der Nächstenliebe.
Einige dieser Geschichten hat sie in diesem Buch gesammelt und durch ihre eigenen Gedanken begleitet. 

Es sind viele unterschiedliche Geschichten, die zeigen, wie vielfältig menschliche Beziehungen sein können und dass es nichts Großes braucht, damit man anderen Menschen helfen kann. Ich fand sie durchgehend sehr angenehm zu lesen und hatte bei so einigen Pippi in den Augen. Sie sind recht kurz gehalten und doch enthalten sie das Wesentliche. Die kurzen Kapitel laden dazu ein, immer gleich weiterzulesen. Ich wurde süchtig nach diesen positiven Geschichten und hätte noch viele mehr lesen können.

Der Schreibstil ist Dank der Nacherzählung der beiden Autoren in allen Geschichten gleich. Es ist flüssig geschrieben und manchmal sehr zusammenfassend erzählt, aber das finde ich in Ordnung, da so mehr Geschichten im Buch Platz finden. Was mich etwas gestört hat, waren die Wiederholungen. Es wird ziemlich oft auf die erste Begegnung zwischen Laura Schroff und Maurice (aus dem ersten Buch) Bezug genommen und immer wieder durchgekaut. Mit der Zeit konnte ich das nicht mehr lesen und war ein bisschen genervt davon. Auch andere Sachen werden immer wieder aufgegriffen und immer wieder wiederholt (also vor allem in den Teilen bzw. Zwischenkapiteln, die Schroff erzählt). Ansonsten wird in diesem Buch eine Lebensphilosophie dargestellt, die auch ich immer (schon vor dem Buch) versuche zu leben. Ein simpler Gedanke, der so viel in der Welt einzelner Menschen (und vielleicht auch von vielen) verändern kann.

Fazit

Ein sehr bereicherndes Buch über Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Gutes tun und nichts dafür verlangen, von solchen Menschen handelt dieses Buch. Kurze Geschichten zeigen, wie wichtig unser Handeln ist und wie viel wir damit bewirken können. Ob es nur eine Umarmung, ein bisschen Geld oder Freundschaft ist, mit jeder freundlichen Handlung können wir die Welt Stück um Stück verändern! Lesen!


Infos
  • Autorin: Laura Schroff, geboren und aufgewachsen auf Long Island, hat als Verkaufsleiterin und Marketingspezialistin für mehrere große Medienunternehmen und bekannte Magazine gearbeitet, darunter People, InStyle und Brides. Sie war zudem Teil des Marketingteams, das USA Today zum Erfolg führte. Laura liebt es, Zeit in ihrem Ferienhaus auf Long Island zu verbringen und ihre Familie in New York und Florida zu besuchen. Heute lebt Laura mit ihrem frechen Pudel Coco in New York City. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Paperback/Bevor-du-weitergehst/Laura-Schroff/Diana/e289154.rhd#vita 18.9.2017)
  • Seitenanzahl: 352 Seiten
  • Einband: flexibler Einband
  • Verlag: Diana Verlag
  • ISBN: 978-3-453-29071-6

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension: Aquila // Ursula Poznanski


SPURENSUCHE IN ITALIEN



Meine Meinung

Mein erstes Buch von Ursula Poznanski, von dem ich mir schon einiges erwartet hatte. Mit ihren Jugendthrillern ist sie ja im deutschsprachigen Raum sehr berühmt und die aktuellen Themen haben immer viel Spannung versprochen. In Aquila fehlt dieses aktuelle, diskussionswürdige Thema jedoch. Es geht um die Studentin Nika, die ein ereignisreiches Wochenende hinter sich hat, das aber völlig aus ihrem Gedächtnis verschwunden ist und sie jetzt vehement versuch, diese Gedächtnislücken zu füllen. Das wars im Grunde. Das Studentenleben und die Stadt Siena bekommen noch etwas größeren Raum in der Geschichte.

Für mich war es eher eine mühsame Spurensuche in Siena. Nika hat für mich oft unlogisch gehandelt und die Auflösung setzt erst sehr spät ein. Mit Nika wurde ich nicht wirklich warm, sie will vieles auf eigene Faust herausfinden und die potentiellen Helfer sind auch nicht so vielversprechend.
Fast alles wirkt konstruiert. Das war so schade. Viele der Hinweise entschlüsselt sie eigentlich zufällig. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind auch sehr merkwürdig, meiner Meinung nach. Den Love-Interest (schon allein, dass es einen gibt, war überflüssig) kennt sie gefühlt 3 Sekunden und schon findet sie ihn irgendwie attraktiv und er ist natürlich hin und weg von ihr. Aber es wird dauernd erwähnt, dass sie ja eigentlich jetzt eh keine Zeit und keinen Kopf für eine Romanze hat. 

Die Auflösung war jetzt auch nicht gerade das, was ich jetzt als super überraschend fand. Nika spielt eigentlich nur eine Nebenrolle in dem Ganzen. Alles war wieder sehr konstruiert. Aber es war dann zum Schluss doch sehr spannend, wer jetzt mit wem und warum und was steckt dahinter. Die Sprache an sich war doch sehr einfach gehalten. Gefallen hat mir, dass die Autorin richtiges Italienisch mit einfließen hat lassen und gleichzeitig auch gekonnt im Text übersetzt hat. (Ein Vorteil waren natürlich auch die ganzen deutschen Studenten ;D).

Fazit

Zufälle über Zufälle führen zu einer sehr konstruierten Auflösung. Es ist eine mühsame Spurensuche durch Siena, die mit weniger sympathischen Charakteren leider nicht so richtig in Schwung kommt. Meine Erwartungen an Poznanski wurden leider nicht erfüllt. Ich werde es mit einem anderen Buch von ihr aber sicher nochmal versuchen :)




Infos
  • Autorin: Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen des deutschsprachigen Raums. [...] Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: https://www.loewe-verlag.de/person-0-0/ursula_poznanski-381/ 14.9.2017)
  • Seitenanzahl: 432 Seiten
  • Einband: flexibler Einband
  • Verlag: Loewe Verlag
  • ISBN: 978-3-7855-8613-6