Donnerstag, 7. Dezember 2017

Rezension: Mit dem Schreiben anfangen // Hanns-Josef Ortheil



EINFACH DARAUF LOS SCHREIBEN



Meine Meinung

Ich kenne es nur zu gut. Diese Leere, dieses Weiß, diese weiße Leere, die mir entgegenstarrt, wenn ich versuche etwas aufzuschreiben. Die Erwartungen des leeren Blattes, die Erwartungen an mich selbst. 

Auch der Autor des Buches kennt das alles und hat Strategien in diesem  Buch gesammelt, wie man aus dieser Anfangsblokade rauskommt, wie man es schafft, das erste Wort auf dieses leere Blatt Papier zu schreiben. Er gibt Hintergrundwissen und baut die Aufgaben aufeinander auf. Sie steigern sich von einfachen Abschreibübungen bis hin zur selbstständigen Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich. 

Er führt viele Beispiele von anderen Autoren und Autorinnen an, die zeigen sollen, wie vielfältig an einem Text gearbeitet werden kann. Begonnen wird mit den Basisvoraussetzungen beim Schreiben: Arbeitszimmer, Schreibtisch, Stift. Danach geht es ans konkrete Schreiben. Ich finde, es waren viele Anregungen dabei, die man für sich selbst noch individuell anpassen kann, und die man nicht streng nach der Vorgabe ausführen muss. Der Autor gibt auch viele Buchtipps, die man noch zusätzlich heranziehen kann, um sich dem Schreibprozess noch mehr hinzugeben. Ich habe einige Sachen ausprobiert und kann sagen, dass Regelmäßigkeit und Routine auf jeden Fall helfen. Bei den längerfristigen Sachen kann ich noch nicht so viel sagen, wie es sich auf mein Schreiben auswirken wird, man kann vieles nebenher machen, solange man ein Notizbuch bei sich hat, und die Inspiration wird jeden Tag aufs Neue entdeckt.

Fazit

Ein gutes Buch zum Einsteigen. Nicht nur den Schreibblockaden geht es an den Kragen, es werden auch Übungen gezeigt, wie man zu seiner eigenen Stimme findet, wie man Charaktere und Orte entwickelt, welche Möglichkeiten es geben kann, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.



Infos
  • Autor: Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt. (Quelle: https://www.amazon.de/Hanns-Josef-Ortheil/e/B001JOXT0E/ref=sr_ntt_srch_lnk_1?qid=1512647558&sr=1-1 7.12.2017)
  • Seitenanzahl: 160 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: Duden
  • ISBN:  978-3-411-74904-1

Sonntag, 3. Dezember 2017

Rezension: Knickerbocker4immer - Alte Geister ruhen unsanft // Thomas Brezina



 KNICKERBOCKER LASSEN NIEMALS LOCKER!


Meine Meinung
Thomas Brezina lässt sie wieder ihre Spürnasen in Geheimnisse stecken und Kriminalfälle lösen. Die Knickerbocker-Bande ist zurück!! In meiner Kindheit habe ich diese vier schlauen Köpfe geliebt und jedes Buch verschlungen, das ich in die Finger kriegen konnte. 
Das Buch beginnt mit einem Rückblick. Beziehungsweise mit mehreren. Die erste Begegnung, ihr großer Streit und ihre Trennung und wie sie wieder zusammenkommen. Das letzte Knickerbockerbuch ist jetzt schon wieder eine Weile her, aber ihre Charaktereigenschaften wurden auch ins Erwachsenenalter mitgenommen und super dargestellt. Manchmal konnte ich nicht so richtig unterscheiden, ob sie noch Jugendliche sind oder schon Erwachsene, irgendwie ist da die Trennung nicht ganz so gut gelungen.

Teilweise gibt es Ungereimtheiten in der Story und manches war wirklich sehr, sehr weit an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig. Aber es war auch spannend und die Kombinierungsgabe der Mitglieder war wieder on top. Ich war immer froh, wenn sie selbst auf Sachen gestoßen sind, die sie durch Nachdenken ermittelt haben, und nicht durch Zufall passiert sind. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, das regt zum Weiterlesen an und schafft Spannung. Für mich ist es eher ein Buch für Jugendliche und nicht für Erwachsene. Sie verhalten sich meiner Meinung auch nicht wie Erwachsene, jedenfalls hatte ich oft so das Gefühl. 

Ich liebe die Einfälle des Autors. Ein großer Teil der Story gehört den Protagonisten selbst, was ihnen in den letzten Jahren passiert ist, wie sie sich weiterentwickelt haben, welche derzeitige Lebenssituationen sie haben und wie es ihnen mit der Trennung der Bande geht/gegangen ist. Ich fand das alles sehr spannend und aufschlussreich. Der Schreibstil ist auch sehr angenehm zu lesen und alles ist in Brezina Manier sehr anschaulich dargestellt. 

Fazit
Ich bin schon gespannt, was die Knickerbocker in Zukunft erleben werden. Mit diesem neuen Band wurde ein neuer Grundstein gelegt, der das alte Gemeinschaftsgefühl wieder aufleben lässt und die Detektive wieder zurück in ihre wahre Natur bringt. Für alle Fans ein Muss!


Infos
  • Autor:
    Thomas Brezina, der 1963 in Wien geboren wurde, veröffentlicht seit 1990 Kinder- und Jugendbücher, die mittlerweile in mehr als 35 Sprachen übersetzt wurden und die weltweit millionenfach gelesen werden. Begonnen hat er mit dem Schreiben bereits im zarten Alter von acht Jahren. (...) Sein Durchbruch als Autor gelang ihm 1990 mit der Buchreihe »Die Knickerbocker-Bande«. Drei Jahre später schuf Thomas Brezina »Tom Turbo«, das tollste Fahrrad der Welt, das mittlerweile seit 20 Jahren sowohl als Buchreihe als auch als interaktive Detektivsendung im Fernsehen Kinder begeistert. Es folgten unzählige weitere Werke, wie das »Tiger Team«, welches sogar in China zahlreiche Fans begeisterte und ihm dort den Titel „Meister der Abenteuer“ einbrachte. Insgesamt schrieb Thomas Brezina über 550 Bücher. Über 40 Millionen verkaufte Bücher machen ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren.
    (Quelle: http://ecowin.at/autoren/thomas-brezina/ 16.11.2017)
  • Seitenanzahl: 408 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: ecowin Verlag
  • ISBN:  978-3-7110-0161-0

Donnerstag, 30. November 2017

Rezension: Wie der Wind und das Meer // Lilli Beck


EINE LIEBE, DIE NICHT SEIN DARF


Meine Meinung
Das Schicksal hat sie zusammen gebracht, das Schicksal aber auch wieder auseinander. Die Geschichte von Paul und Sarah, die den Krieg überleben und durch die dramatischen Umstände zu Geschwistern werden. Das wird ihnen aber auch irgendwann zum Verhängnis.
Lilli Beck versteht es ihre Geschichten in einen zeitgeschichtlichen Rahmen einzubinden und historische Ereignisse gekonnt mit der fiktiven Story zu verbinden. Den Anfang empfand ich noch als etwas holprig. Die beiden Hauptcharaktere sind noch sehr jung und ich konnte mit ihnen noch nicht so viel anfangen. Das wurde aber auf jeden Fall besser, als sie älter wurden. 

Das Buch ist in mehrere Teile eingeteilt, die immer einen Zeitraum darstellen und Ausschnitte aus dem derzeitigen Leben von Paul und Sarah zeigen. Die Perspektiven wechseln nicht nur zwischen ihnen, auch andere Personen bekommen die Chance, aus ihrer Sicht zu erzählen. Das war sehr spannend. Zum Ende hin habe ich den Bezug zu den Figuren ein bisschen verloren, weil eben zwischendrin so viel Zeit vergeht, dass ich mich nicht mehr so richtig darauf einlassen konnte. Aber es ist wirklich spannend zu sehen, wie sich die Personen weiterentwickeln und natürlich das Ende zu erfahren. 

Der Schreibstil ist wieder sehr, sehr gut. Ich finde es sehr angenehm zu lesen und bei mir wurde eindeutig eine Sogwirkung hergestellt. Viel Authentizität schafft die Autorin durch das Einbinden von Dialekten und ortsgebundenen Spezialitäten. Das war echt lustig zu lesen. Ein bisschen kritisieren muss ich die ähnlichen Ausdrücke/Wörter und Wiederholungen, die vor allem beim Austausch der Zärtlichkeiten und Liebesschwüre immer wieder vorkommen. Vor allem am Anfang ist mir das noch verstärkt aufgefallen. Ansonsten wurden wirklich sehr gefühlvolle Szenen gewählt, um die Geschichte auch richtig rüber zu bringen. Das Ende war nochmal sehr vollgestopft mit Informationen und auch Politischem, das hat die damalige Zeit aber auch sehr gut dargestellt.
Fazit
Lilli Becks Geschichten sind immer sehr einfühlsam und spannend. Die historische Einbettung ist wirklich gelungen. Die Nachkriegsjahre sind sehr anschaulich dargestellt. Auch die Liebesgeschichte, um die es sich hauptsächlich dreht, konnte mich völlig überzeugen. Es ist zeitweise sehr schnulzig, aber auch gesellschaftliche und politische Themen werden angeschnitten, die zu dieser Zeit noch sehr anders waren, als heutzutage. Spannend, romantisch, empfehlenswert!



Infos
  • Autorin: Lilli Beck wurde 1950 in Weiden/Oberpfalz geboren und lebt seit vielen Jahren in München. Nach der Schulzeit begann sie eine Ausbildung zur Großhandelskauffrau. 1968 zog sie nach München, wo sie von einer Modelagentin in der damaligen In-Disko Blow up entdeckt wurde. Das war der Beginn eines Lebens wie aus einem Hollywood-Film. Sie arbeitete zehn Jahre lang für Zeitschriften wie Brigitte, Burda-Moden und TWEN. Sie war Pirelli-Kühlerfigur und Covergirl auf der LP Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz von Marius Müller-Westernhagen. (Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Wie-der-Wind-und-das-Meer/Lilli-Beck/Blanvalet-Hardcover/e497973.rhd#vita 16.11.2017)
  • Seitenanzahl: 468 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • ISBN:  978-3-7645-0577-6

Donnerstag, 16. November 2017

Rezension: Wer ist B. Traven? // Torsten Seifert



DIE JAGD NACH DEM AUTOR


MEINE MEINUNG

B. Traven ist ein mysteriöser Autor, bei dem niemand so genau weiß, wer er ist. Der Journalist Leon bekommt den Auftrag nach ihm zu suchen und gelangt dadurch in viele verschiedene Situationen. 

B. Traven hat wirklich Bücher veröffentlicht, mir war der Autor aber vorher nicht bekannt. Die Geschichte spielt in den 40er Jahren hauptsächlich in Mexiko, mit einem kurzen Abstecher nach Österreich. Mexiko als Land tritt stellenweise sehr in den Mittelpunkt, wird aber einseitig dargestellt.
Für mich war die Suche etwas sehr distanziert erzählt. Zu den Figuren konnte ich wenig Bezug herstellen. Sie blieben mir alle sehr fremd, auch Leon. Die Nebenfiguren waren immer nur sehr kurz für die Geschichte relevant. Niemand blieb auf Dauer präsent. Außer Traven natürlich. Die Geschichte ist sehr auf alt getrimmt bzw. orientiert sich an alten Abenteuergeschichten. Ich hatte mal den Gedanken, dass ich einen schwarz-weiß Film in Buchform lese. Wobei halt Filme mehr durch ihre Kameraführung und Bilder wirken und das bei dem Buch eben nicht so bei mir angekommen ist, auch wenn viele Landschaftsbeschreibungen dabei waren. Die Geschichte war sehr von Zufällen geleitet, bisschen unglaubwürdig zwischendurch.

Ich hatte glaube ich zu wenig Bezug zu dieser Zeit, zu den Personen (zum Beispiel Humphrey Bogart war mir zwar ein Begriff, aber mehr auch nicht), kein so großes Faible für schwarz-weiß Filme etc. Die Wirkung konnte sich daher nicht so bei mir entfalten. Auch der Plot war für mich nicht so spannend, obwohl ich dann doch gerne wissen wollte, wer nun B. Traven wirklich ist. Es wird dann zwar gelöst, wenn man das aber googelt, kann man das in einem Schlag alles nachlesen. Fiktiv wurde da nicht so viel dazuerfunden. Vorher googeln würde ich aber nicht, wenn man das Buch lesen möchte, da ja sonst die Spannung weg ist. Der Schreibstil selbst war aber sehr angenehm zu lesen, mit der Zeit sind die Seiten nur so weggeflutscht, wobei ich mir im Nachhinein gedacht habe, dass ich an manchen Stellen genauer lesen hätte sollen, um manche Verbindungen besser verstehen zu können.

FAZIT
Kein Buch, das man unbedingt lesen muss. Seifert lässt den Autor B. Traven wieder ein bisschen aufleben. Die Diskussion ist spannend, inwiefern man über den Autor Bescheid wissen muss, damit ein Buch richtig interpretiert werden kann, bzw. was Pseudonyme alles auslösen können. Die Geschichte konnte mich nicht überzeugen, da ich mit den Figuren nicht so viel anfangen konnte und der Plot für mich nicht interessant aufgebaut ist.




Infos
  • Autor: Torsten Seifert, geboren 1966 in Görlitz (Sachsen). Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Leipzig und einem Marketingstudium in Berlin arbeitete er als Werbetexter. Nebenbei schrieb er für verschiedene Stadtmagazine sowie für Kabaretts.  Seit 1997 arbeitet Torsten Seifert als freier Texter... (Quelle: https://www.klett-cotta.de/autor/Torsten_Seifert/85932 16.11.2017)
  • Seitenanzahl: 269 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: Tropen Verlag
  • ISBN:  978-3-608-50347-0

Leserpreis 2017: Es geht wieder los



Ihr Lieben,

heute habt ihr noch die Chance auf Lovelybooks eure Lieblingsbücher für den Leserpreis zu nominieren!! Also, wenn ihr das noch nicht gemacht habt, dann gaaaanz schnell :D




Hier eine kleine Übersicht über den Ablauf:

06. November - 16. November 2017: Nominierungsrunde

 Die Nominierungsrunde endet heute. Ihr könnt hier Bücher, die im Zeitraum zwischen dem 1.11.2016 und 31. Oktober 2017 erschienen sind, für den Leserpreis nominieren. Ihr könnt pro Kategorie 3 Bücher auswählen. www.lovelybooks.de/leserpreis/

20. November - 28. November 2017: Abstimmungsrunde
 Aus den ganzen Nominierungen werden die ersten 35 Bücher für die Abstimmungsrunde freigeschaltet. Nun kann man nochmal pro Kategorie 3 Bücher auswählen, die den Leserpreis eurer Meinung nach verdient haben. www.lovelybooks.de/leserpreis/

30. November 2017: Bekanntgabe der Preisträger
Die 3 besten Bücher aus jeder Kategorie werden mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Die Bücher mit den meisten Stimmen gewinnen. www.lovelybooks.de/leserpreis/


Die FAQs (von Lovelybooks übernommen)


 Was ist DER LESERPREIS 2017 und warum gibt es ihn?
Auf den Bestsellerlisten stehen Bücher, die sich gut verkaufen, während Bücher, die eine Fachjury überzeugend findet, Kritikerpreise gewinnen. DER LESERPREIS bei LovelyBooks ist anders! Hier bestimmen allein die Leser, welche Bücher ihnen im vergangenen Jahr besonders gut gefallen haben.
Der Preis ist ein Dankeschön der Leser an die Autoren, die mit ihren Geschichten und Texten unser Leben bereichern. Bücherfans bietet DER LESERPREIS eine Orientierung, eine Empfehlung von Lesern für Leser, die klar sagt, welche neu erschienenen Bücher im Jahr 2017 wirklich lesenswert sind.
2017 wird DER LESERPREIS bereits zum neunten Mal vergeben. Die Resonanz in den vergangenen Jahren war riesig und macht den Leserpreis zum größten von Lesern vergebenen Buchpreis im deutschsprachigen Raum.

Erscheinungsdatum
Nur Bücher, die zwischen dem 1. November 2016 und dem 31. Oktober 2017 erstmalig in Deutschland erschienen sind, können für den Leserpreis 2017 nominiert werden. Bücher, die außerhalb dieses Zeitraumes erschienen sind, können nicht nominiert werden.

Deutsche Erstausgabe
Abgesehen vom Erscheinungszeitraum des Buches ist es wichtig, dass es sich bei dem Buch um eine deutsche Erstausgabe handelt. Bücher, die vor dem 01. November 2016 erschienen sind, erst nach dem 31. Oktober 2017 erscheinen oder aber früher bereits in einem anderen Format veröffentlicht wurden, schalten wir nicht für die Nominierungsliste frei.

Welche Kategorien gibt es?
In folgenden vierzehn Kategorien können die Leser ihre Lieblingsbücher des vergangenen Jahres nominieren:
Hauptkategorien:
Romane, Krimi & Thriller, Fantasy & Science Fiction, Jugendbuch, Kinderbuch, Liebesromane, Erotische Romane, Historische Romane, Humor, Sachbuch & Ratgeber
Sonderkategorien:
Bestes Hörbuch, Bestes E-Book Only, Bester Buchtitel, Bestes Cover

Jeder Titel kann nur in einer der Hauptkategorien nominiert werden, aber zusätzlich in mehreren Sonderkategorien, sofern passend.

E-Books only
Für die Kategorie "Bestes E-Book Only" können ausschließlich solche Titel nominiert werden, die nur in der E-Book-Version und nicht in weiteren Formaten erhältlich sind. Gibt es auch Printausgaben, so kann das jeweilige Buch in einer passenden anderen Kategorie eingereicht werden.

Kann man als Leser beim Leserpreis etwas gewinnen?
Insgesamt verlosen wir 5 Buchpakete mit jeweils 50 Büchern und 25 Buchpakete mit jeweils 10 Büchern zum LESERPREIS 2017! 30 Gewinner dürfen sich also über eine ordentliche Ladung neuen Lesestoff freuen!



Freitag, 20. Oktober 2017

Rezension: Die Seiten der Welt (1/3) // Kai Meyer


UNENDLICHE BÜCHERLIEBE



MEINE MEINUNG
Ich bin richtig unentschlossen, was ich von dem Buch halten soll. Einerseits hat Kai Meyer eine wunderbare Welt erschaffen, die jedes Bücherherz höher schlagen lässt. Er hat so viele Facetten des Buches aufgegriffen und einer magischen Verwandlung unterzogen, dass ich nur staunen konnte. Andererseits gefällt mir die Umsetzung nicht so gut. Vom Aufbau der Geschichte her ist es mir ein zu typisches Jugendbuch, auch wenn die Story manchmal mit Überraschungen interessant gehalten wird, konnte ich nicht wirklich in die Geschichte versinken. Sie wurde mir zu oberflächlich dargestellt.

Furia, die mutige, entschlossene, Hauptfigur, die mal schnell nebenbei den Tod ihres Vaters überwindet und deren Welt aus den Fugen gerät, sie das aber vorbildlich meistert, ist nicht das Gesicht der Rebellion. Sie versucht am Schluss eigentlich nur zufällig die gesamte Welt zu retten. Essen, trinken, schlafen muss sie aber auch nicht und ihr Körper scheint sowieso ganz anderen Gesetzen zu gehorchen, als der Natur. (Ich sage nur ihr Knie ist echt ein Wunder.) Was mich so gestört hat, ist, dass von einer Szene, von einer Katastrophe, von einem Angriff zum nächsten gehetzt wurde. Vieles wurde aufgegriffen, aber nur weniges hat am Ende Bedeutung. Die magischen Gesetze der Bibliomantenwelt wurden mir mehr oder weniger hingeklatscht und es hat etwas gedauert, bis ich mich in der Welt zurecht gefunden hatte. 

Den Schreibstil fand ich jedoch toll. Meyer hat sich doch auch Raum für Details gelassen, die sich aber halt in ausschweifenden Erklärungen wiedergefunden haben. Vor dem Tod ist der Autor auch nicht zurückgeschreckt. Er hat seine brutale Seite hier eindeutig ausgelebt. Der Reihe nach stirbt jemand. Also man darf nicht davon ausgehen, dass man sich sicher sein kann, dass eine Figur ganz sicher überlebt. Es hat mir manchmal das Herz zerrissen und doch macht das die Geschichte auch spannend. Spannend war es allemal und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und ich werde ganz sicher auch die Fortsetzungen lesen. 

FAZIT
Spannende, actionreiche Geschichte rund um Bücher, die mit viel Magie Bücherherzen höher schlagen lässt. Es ist ein typisches Jugendbuch, mit Love-Interest (wobei anders als erwartet) und einer fast übermenschlichen Hauptfigur. Stellenweise sehr brutal, aber auch verletzlich. Der Plot konnte mich nicht ganz so überzeugen, aber es ist durchaus eine gute Geschichte.


Infos
  • Autor: Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der wichtigsten deutschen Phantastik-Autoren. Er hat über fünfzig Romane veröffentlicht, Übersetzungen erscheinen in dreißig Sprachen. Seine Geschichten wurden als Film, Hörspiel und Graphic Novel adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet. (Quelle: https://www.fischerverlage.de/autor/kai_meyer/22625 18.10.2017)
  • Seitenanzahl: 556 Seiten
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: Fischer Verlag
  • ISBN:  978-3-8414-2165-4

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Rezension: Die Terranauten // T.C. Boyle


EIN EXPERIMENT UNTER GLAS



MEINE MEINUNG
Die Geschichte, der sich Boyle angenommen hat, beruht auf einer wahren Begebenheit (ich habe erfahren, dass das viele seiner Bücher tun). Es gab wirklich ein Experiment in den USA, wo acht Männer und Frauen Anfang der 90er Jahre unter einer Kuppel aus Glas versucht haben, eine eigene Welt zu erschaffen. Dementsprechend war die Geschichte wirklich sehr gut recherchiert und es gibt viele Ähnlichkeiten (wenn man das Ganze mal googelt) zu der echten Ereignissen.

Die Geschichte beginnt sehr interessant. Es wird aus drei Perspektiven erzählt. Dawn und Ramsay, die sich unter Glas befinden (eine Frau, ein Mann) und Linda, die außerhalb der Kuppel für die Mission der Terranauten arbeitet. Wirklich sympathisch war mir von den dreien niemand. Ramsay vielleicht noch am ehesten, die Frauen wurden als sehr egozentrisch dargestellt. Das Buch liest sich wie ein Bericht, den die drei im Nachhinein aufgeschrieben haben und eine Erklärung abliefern wollen, was wirklich passiert ist. Oft wird darauf angespielt, was die Presse und die Nachrichten so über das Projekt berichtet haben.

Der Schreibstil ist an sich sehr gut zu lesen. Die Beziehungen zwischen den Menschen sind wirklich wunderbar dargestellt und sehr spannend für den Verlauf der Geschichte. Die Storyline zieht sich dafür sehr. Die zweite Hälfte des Buches war für mich sehr mühsam, da sich vieles im Kreis gedreht hat und ich den Bezug zu den Figuren verloren hatte. Es wird langweilig in der Ecosphere und auch für mich als Leserin wurde es uninteressant. Das Ende ist aber sehr überraschend, mit dem kann man nicht rechnen und es lädt ein, dass man selbst die Geschichte weiterspinnt und sich ausmalt, was noch passieren wird. Der Roman zählt sicher zu den anspruchsvolleren Büchern und bereitet einen Teil unserer Geschichte literarisch auf, was für mich immer besonders lesenswert ist.

FAZIT
Interessante Beziehungsdynamiken, Menschenstudien und Umweltfragen werden in diesem Buch behandelt. Zum Schluss hin ist es leider ziemlich langatmig und die behandelten Themen waren nicht so meine Sache, aber die Geschichte reizt natürlich, da sie auf wahren Begebenheiten beruht. Der Schreibstil war top und die Umsetzung in einen Bericht hat der Geschichte auch gut getan! Eine Empfehlung!




Infos