Donnerstag, 23. Mai 2013

Rezension: Das Buch des Hüters von Andreas Dresen


Der Sieker gab auf. "Was ist denn Euer Steckenpferd?"
"Danke, danke. Wo Ihr schon danach fragt. Ich suche ein Internet."
Sie waren auf dem Boden angekommen.
"Ein Internet?", fragte Scharfblick interessiert. "Was ist das? Wie sieht das aus?"
"Gute Frage, gute Frage." 
- Seite 199

 

Klappentext

Acabus Verlag (klick!)
Kommando 9. August. Wir befreien Sie vom Diktat des Stroms und der Herrschaft des Computers. Leben Sie natürlich. Diese Sätze leiten das Ende der uns bekannten Welt ein: Als radikale Umweltschützer die gesamte Stromversorgung zum Erliegen bringen, bedeutet dies eine Katastrophe für die Menschheit: Atomkraftwerke explodieren, Tiere beginnen sich gegen die Menschen zu richten und die Natur erobert die Erde zurück. Hundert Jahre später fristen die Bewohner des industriellen Nordens ihr Leben in einer grauen Stadt voller Maschinen und Fabriken, während in der mittelalterlichen Gesellschaft von Panäa, dem verfeindeten Süden des Landes, alle technologischen Neuerungen verboten sind. In dieser Welt bekommt Pejo, ein junger Mann aus dem Norden, auf einer Expedition in den Süden ein geheimnisvolles Buch von einem sterbenden Mädchen anvertraut. Schnell stellt Pejo fest, dass die Mächtigen sowohl im Norden als auch im Süden des Landes alles daran setzen würden, in den Besitz dieses Schriftstückes zu gelangen, und dass er zwischen die Fronten eines alten Krieges geraten ist. Auf seinem Weg durch den Süden, auf dem er Heilerinnen, Mutanten und gefährlichen Viechern begegnet, muss er nicht nur Gefahren trotzen, sondern sich auch der Vergangenheit seines Landes und
seinen eigenen Gefühlen stellen – denn nur so kann er am Ende die richtige Entscheidung treffen.

Vorabbewertung

2/5 Herzen

Infos

  • Autor: Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert – von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. (Quelle: Verlag)
  • Seitenanzahl: 218 Seiten
  • Einzelband
  • Einband: Taschenbuch
  • Verlag: Acabus Verlag
  • ISBN: 978-3-86282-053-5



Eigene Meinung


Was für eine vielversprechende Idee. Leben ohne Strom? Unvorstellbar! Oder etwa doch nicht? Andreas Dresen hat es darauf ankommen lassen und unserer Welt den Strom weggenommen, die Tiere gegen uns aufgebracht und die zukünftige Generationen der Menschen "zurück" ins Mittelalter geschleudert.

Also gut, ihr habt ja eh schon gesehn, dass ich dem Buch nur zwei Herzen gegeben habe. Da will ich gar nicht mehr viel drum herum schreiben und auch nichts mehr schönschreiben, denn außer der Idee und einer interessanten Nebenfigur wurde ich von diesem Buch echt enttäuscht. Und sogar die Nebenfigur hat mich an eine andere Protagonistin in einer anderen Geschichte erinnert. Kennt ihr Angela von Christopher Paolini's Eragon Reihe? Nämlich an genau die! Schade, wirklich schade.

Zum Glück hatte das Buch nur 218 Seiten und keine mehr. Ich musste mich da durchquälen und hab ewig dafür gebraucht. Mir kam es oft so vor, als ob Dresen wunderbare Bilder im Kopf hatte, es aber nicht schaffte, diese Bilder mit Worten auszudrücken. Soll heißen, durch seine Worte konnte ich nicht die gleichen Bilder sehen, die er wahrscheinlich gesehen hat. Das liegt wahrscheinlich zum einen an der Wortwahl, die er verwendet, zum anderen an den super kurzen Sätzen, die sich über das ganze Buch hinweg erstrecken. Sehr mühsam zu lesen:

"König schloss mit einem Fingerschnippen die Tür. Dann löschte er das Licht und stellte sich im Dunkeln an das Fenster. Er blickte hinaus. Aus den Fenstern seines Turms konnte er die ganze Stadt überblicken." - Seite 65

Außerdem hat mir die Wahl der Namen der Protagonisten teilweise nicht gefallen, vorallem der Mutanten, Pejo, Walther und Huya waren da noch die besseren!

Ich wurde mit den Hauptcharakter Pejo überhaupt nicht warm, kam mit seinem Wesen nicht klar und er ging mir total auf die Nerven. Klar, er ist behütet augewachsen und kennt die große weite Welt nicht, aber ein bisschen Hausverstand muss man ja auch dann haben oder?

Was Walther für eine Rolle spielte hab ich bis zum Schluss nicht ganz kapiert. Sein Charakter schien einfach nur von der Sorge um seine Frau zu bestehen. Auch ihn mochte ich nicht so gern.

Huya (der Angela-Verschnitt) war da schon was ganz anderes. Hure und Kräuterhexe und gleichzeitig Panäa-ta (die Tochter Panäas). Was die letzte Beschreibung auf sich hatte, wurde leider nie ganz geklärt, gab ihr aber den Status etwas Besonderes zu sein.

Und mein größter Kritikpunkt: die Logik!
Die Entwicklung der Erde und der Gesellschaft war für mich in keinem Punkt nachvollziehbar oder logisch. Dresen hat zwar einiges an Fantasy in die Tiere gesteckt und somit einen großen Punkt abgedeckt und auch die Mutanten wurden mit einer Prise "Magie" ausgestattet, was mir zwar gefallen hat, aber irgendwie war das dann doch sehr aufgesetzt und für mich nicht glaubhaft dargestellt.
Auch einzelne Handlungen oder Gedanken fand ich nicht schlüssig. Auf der einen Seite haben sie fast alles technische Wissen verloren, auf der anderen Seiten wissen sie, dass es mal ein Internet gegeben hat? Dann wiederrum gibt es keine Autos, Züge, Flugzeuge mehr, da der Treibstoff ausgegangen ist, können aber innerhalb von wenigen Stunden von Nordeuropa in den Süden gelangen?

Ich hätte mir sowieso viel mehr Informationen über das alte Europa gewünscht, wie es dazu kam, dass es nur mehr zwei große Städte gibt. Es wurde ja doch einiges an Wissen vor dem großen Ende bis 100 Jahre später noch weitergegeben. Und das wirklich alle Informationen durch das große Bücherverbrennen der Umweltschützer verloren gegangen ist, kann ich mir auch nicht vorstellen.


Ich könnte noch ewig so weitermachen, will mich aber jetzt nicht zu lange an einer Rezension aufhalten, bei der mir das Buch nicht gefallen hat. Ich hoffe, dass man das jedenfalls mitgekriegt hat, dass es mir nicht gefallen hat und ich meine Begründungen nachvollziehbar dargestellt habe.

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