Freitag, 26. Februar 2016

Rezension: So wüst und schön sah ich noch keinen Tag von Elisabeth LaBan



Von einem der auszog und die Liebe fand


Hanser Verlag (Klick!)

Inhalt

Im renommierten Irving-College ist es Tradition, seinem Zimmer-Nachfolger eine Überraschung zu hinterlassen. Duncan findet besprochene CDs seines Vorgängers Tim, die eine traurige Liebesgeschichte offenbaren. Tim, der als Albino meist zum Opfer von Anfeindungen und Mobbing wird, verliebt sich darin in die begehrenswerte Vanessa. Mit ihr fühlt er sich das erste Mal nicht als Außenseiter. Trotzdem fehlt ihm der Mut, ihr seine Gefühle zu gestehen. Ein Mangel an Selbstbewusstsein, der zum tragischen Unglück führt. Für Duncan ist Tims Geschichte aber der Anstoß, endlich den entscheidenden Schritt in Richtung Liebe zu tun.







Infos
  • Autorin: Elizabeth LaBan war schon als Schülerin entschlossen, einen Roman zu schreiben: eine Mischung aus Dreiecks-Liebesbeziehung und klassischer Tragödie. 2013 erschien ihr Jugendbuchdebüt „Tragedy Paper“ in den USA. Vorher arbeitete LaBan für den Nachrichtensender NBC News und schrieb für Zeitschriften und Zeitungen. 2016 erscheint die deutsche Übersetzung des Debüts So wüst und schön sah ich noch keinen Tag bei Hanser. Elizabeth LaBan lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Philadelphia. (Quelle: http://www.hanser-literaturverlage.de/autor/elizabeth-laban/ 18.2.2016)
  • Einband: Hardcover
  • Seitenanzahl: 276 Seiten
  • Verlag: Hanser
  • ISBN: 978-3-446-25082-6

 Meine Meinung


 Irgendwie kann ich nie genug davon bekommen. Von Außenseiter(liebes)geschichten. Auch wenn man denken könnte, dass das irgendwann langweilig wird, lese ich sie so gerne, weil jede auf ihre Art speziell und besonders ist.

Die Geschichte wird auf zwei Ebenen erzählt. Einmal ist da Duncan in der Gegenwart, der CDs von seinem Zimmervorgänger im Internat bekommt. Auf diesen CDs "hört" man Tim zu, der seine Geschichte Duncan erzählt. Das ist die zweite Ebene, die in der Vergangenheit spielt. Tims Geschichte fand ich persönlich um einiges besser als Duncans. Bei Duncan konnte ich nie wirklich einen Bezug herstellen. Er blieb für mich irgendwie ungreifbar. Die Autorin hat mir auch zu wenig zwischen den Charakteren differenziert. Es fehlte mir ein bisschen das Drumherum in Duncans Leben. Also das Schulische, seine Freunde. Das kommt fast gar nicht vor.

Und trotzdem war ich von Anfang an total eingenommen von der Geschichte. Vor allem, weil die Vergangenheit mit der Gegenwart so verbunden ist und man weiß, dass irgendwas passiert ist, das nicht aufgehalten werden kann. Die ganzen Andeutungen machten mich zwischendurch echt verrückt, weil ich es unbedingt wissen wollte. Der Spannungsaufbau ist der Autorin wirklich sehr gelungen.

Sie hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Duncans Teil wird aus der dritten Person aus erzählt, Tim hingegen spricht aus der Ich-Perspektive. LaBan beschäftigt sich sehr intensiv mit den Begriffen 'Tragödie' und 'Tragweite'. Sie sind für die Geschichte sehr zentral und beide sind nicht nur theoretisch vertreten, sondern zeigen sich auch in den Handlungen der Figuren.

Fazit

Auch wenn es einige Unstimmigkeiten in der Geschichte gibt, habe ich ein schönes Lesevergnügen hinter mir und das Buch hat mich sehr berührt. Am Ende hatte ich auch ein paar Tränen in den Augen. Es ist ein gelungenes Jugendbuch, das mich als Leserin dazu anhält, mehr über meine Entscheidungen und Handlungen nachzudenken.

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