Samstag, 28. März 2015

Rezension: Fuckin Sushi von Marc Degens


WELTFRIEDEN UND ABRENTNERN SOFORT!


Dumont Verlag (Klick!)

 

Inhalt

Eine Schülerband aus Bonn: Fuckin Sushi. Sie singen deutsch und rocken, laut und lang. In der Fußgängerzone von Bad Münstereifel, auf einem Sommerfest von Bundeswehrangehörigen oder im »Bla«. Durch ein You-Tube-Video werden die vier berühmt. Nach einer Tournee werden jedoch die Spannungen in der Band immer größer, die Oma des Erzählers stirbt, Bob Dylan kommt nach Bonn und das Ende der Schulzeit rückt näher und näher ...


 

 

 

Bewertung

4/5 Herzen

 

 

 

 Infos

  • Autor: Marc Degens, geboren 1971 in Essen, lebt in Toronto. Seine Bands hießen Doda, Stendal Blast, Die blutjungen Dilettanten und Superschiff. 2014 wurde er mit dem Hugo-Ball-Literaturförderpreis ausgezeichnet. Er veröffentlichte bislang die Romane ›Hier keine Kunst‹ und ›Das kaputte Knie Gottes‹. Seine Romankolumne ›Unsere Popmoderne‹ erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und in Volltext. ›Fuckin Sushi‹ ist sein erster Roman im Dumont Buchverlag. (Quelle: http://www.dumont-buchverlag.de/sixcms/detail.php?template=autorendetail&id=15326 17.3.15)
  • Seitenanzahl: 319 Seiten
  • Einzelband
  • Einband: gebunden
  • Verlag: Dumont Verlag
  • ISBN: 978-3-8321-9747-6

Meine Meinung


Fuckin Sushi erzählt die kurzweilige Geschichte von Niels und seinen ersten Erfahrungen in/mit einer Band. Es ist auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden, das Abgrenzen zu anderen, über das Festigen der eigenen Persönlichkeit. Die Musik spielt eine zentrale Rolle und selten hab ich  Musik so hervorragend in geschriebener Form gelesen. Sogar die Aufmachung des Buches wurde dem Inhalt super angepasst. So sehen die Seitenzahlen wie die Wiedergabezeit eines Liedes aus (z.B.: 0:31).

Die Geschichte wird aus Niels' Sicht erzählt und wir bekommen somit alles nur aus seiner Perspektive mit. Was manchmal als fragwürdig erscheint, nimmt Niels einfach nicht anders wahr und könnte von Außenstehenden auch ganz anders gesehen werden. Niels als Charakter kam sehr authentisch rüber, auch wenn ich mich mit ihm manchmal nicht immer anfreunden konnte. Die Nebenfiguren hatten auch alle ihre Ecken und Kanten und spezielle Eigenschaften, die alle sehr liebenswürdig gemacht haben. Manchmal kamen sie aber ein bisschen zu kurz.

Mit dem Schreibstil hatte ich anfangs etwas zu kämpfen. Es war für mich nicht so flüssig zu lesen, wie ich es gerne gehabt hätte. Mir waren die Sätze ein bisschen zu kurz und die Übergänge zwischen ihnen etwas, wie soll ich sagen, stockend. Aber ich habe mich dann daran gewöhnt und dann war das kein Problem mehr. Die Kapitel sind außerdem angenehm kurz gehalten, sodass man immer verleitet wird, nochmal eins weiter zu lesen.

Niels hat eine besondere Vorliebe für extra lange Lieder und im Buch werden einige Lieder/Bands immer mal wieder genannt. Umso besser, dass hinten im Anhang nicht nur das in der Geschichte erwähnte Interview vollständig abgedruckt wurde, sondern auch eine Liste mit Liedern, die Niels auf seinem iPod hat, und man diese super als Einstimmung zum Buch auf YouTube anhören kann. (Der Autor hat dazu auch gleich eine Playlist erstellt: https://www.youtube.com/playlist?list=PLBCAEE1EB7B164472&spf)

Fazit

Fuckin Sushi ist ein toller jugendlicher Roman, der das Lebensgefühl, wenn einem das ganze Leben offen steht, super einfängt. Die Geschichte hält wunderbar fest, was einem als junge/r Erwachsene/r besonders wichtig ist. Im Gesamten gibt es für mich aber vereinzelt Unstimmigkeiten, die die Geschichte nicht ganz rund erscheinen lassen.

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