Dienstag, 4. Juni 2013

Rezension: Glasseelen von Tanja Meurer (Band 1/3)

 

 

Bookshouse Verlag (klick!)

Klappentext

Für die 19-jährige Camilla und ihre Freundin Theresa endet ein Museumsausflug mit einem Schock. Ein Mann stürzt sich vor ihren Füßen zu Tode. Seine Augen lösen sich in Staub auf, aus seiner Hand rollen blutige Augäpfel. Steht der Suizid in Zusammenhang mit einem wahnsinnigen Mörder, der sein Unwesen in Berlin treibt? Bereits mehrere junge Frauen sind ihm zum Opfer gefallen. Die verstümmelten Leichen verbindet ein grausiges Merkmal: herausgeschnittene Augen.
Obwohl sich Camilla und Theresa unter der Betreuung einer Psychotherapeutin und der Polizei in Sicherheit wähnen, nimmt der Serienkiller sie ins Visier. Von Panik getrieben gerät Camilla in die Unterwelt der Hauptstadt und stößt auf rätselhafte Menschen. Können der greise Amadeo oder der attraktive Chris sie vor ihrem fanatischen Verfolger retten? Mit dem Namen „Sandmann“ gibt Chris ihr einen entscheidenden Hinweis, doch der Killer ist nicht leicht zu überlisten. Um seinen Attacken zu entkommen, muss sich Camilla nicht nur ihrem Peiniger stellen. Sie entdeckt eine übersinnliche Fähigkeit, die vielleicht besser im Verborgenen geblieben wäre …

Vorabbewertung

3/5 Herzen

 

Infos

  • Autorin: Tanja Meurer wurde 1973 in Wiesbaden geboren. Sie ist gelernte Bauzeichnerin. In den für die Baukonjunktur besonders schlechten Jahren nahm sie Stellen als Kurier- und Behindertenbusfahrerin an. Nebenberuflich arbeitet sie seit 1997 bis heute als Autorin und freie Illustratorin für verschiedene Magazine, Internetseiten und Verlage. Glasseelen ist ihr erstes Buch.
  • Seitenanzahl: 396 Seiten
  • Widmung: Für all meine Freunde.
  • Glasseelen ist der erste Band der Schattengrenzen Reihe
  • Fortsetzungen: (02) Der Rebell
  • Einband: Taschenbuch
  • Verlag: Bookshouse Verlag
  • ISBN: 978-9963-722-40-2
  • www.schattengrenzen.de/ 

Eigene Meinung


Ein Mystery-Thriller der besonderen Art. Kennt jemand zufällig "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann? Nein? Ich auch nicht, jedenfalls nicht bevor ich Glasseelen gelesen hatte und somit ungemein neugierig auf diese Geschichte wurde. HIER könnt ihr mehr über den Sandmann erfahren. Ja? Dann wird euch die Geschichte in einer anderen Form hier wieder begegnen und habt bestimmt einen ganz anderen Blick darauf!
Tanja Meurer hat sich dieser Geschichte angenommen und sie mit der jetztigen Welt verknüpft. Entstanden ist ihr Roman Glasseelen.

Das Buch besticht mit tollen Protagonisten, die einen frischen Wind in die Reihen der Charaktere in mein Bücherregal bringen. Mir hat das sehr gefallen! Auch wenn sie mir alle miteinander hin und wieder zu oft mit der flachen Hand auf den Tisch geschlagen haben, oder Camilla mir zu oft der Ohnmacht nahe war! Was Camilla betrifft wurde ich oft nicht so richtig schlau, wie sie jetzt ihrer ganzen Situation gegenübersteht. Einerseits wurde sie als stark und selbstbewusst beschrieben, so hab ich sie auch gesehen, nur dann hat sie mir manchmal ein bisschen zu sehr geschwankt (siehe Ohnmachtsanfälle) und auch ihre Entscheidungen waren nicht immer nachvollziehbar. Sehr gut war, dass man lange im unklaren gehalten wird, wer jetzt wirklich böse Absichten hat.

Dass Camilla zufällig die Geschichte vom Sandmann aus ihrer Kindheit kannte und so intelligente (Camilla ist wirklich gescheit!) Schlüsse ziehen konnte, ist zwar für die Geschichte wichtig, aber wahrscheinlich dann doch kein so großer Zufall mehr! Indem sie jedoch mit Chris zusammen die Geschichte aus ihren Gedächtnissen zusammenflickt, bekommt man auch als unwissender Leser eine ungefähre Vorstellung um was es beim Sandmann von E.T.A. Hoffmann geht.

Der Schauplatz, der so ziemlich die erste Hälfte des Buches dominiert, also die Unterwelt Berlins und Ancienne Cologne, war sehr interessant dargestellt. Und das Beste: es gibt unterhalb Berlins wirklich durch alte U-Bahn Stationen so ein einmaliges Netz (Man kann dort auch Führungen machen!). Warum aber die fiktive Stadt im Buch Ancienne Cologne, also übersetzt altes Köln, heißt, ist mir noch unklar. [Edit: Schaut in den Kommentaren nach, da wirds erklärt! Danke Tanja!]
Im Buch wird dieser Ort sehr düster und ungemütlich beschrieben und (es gibt ja keine Sonne) diese bedrückende Stimmung hat sich auch auf mich ausgewirkt. Ich hab mit der Zeit nur mehr gehofft, dass die Handlung endlich wieder nach oben verlegt wird. Aber für einen Thriller sehr klasse gemacht!
Was die Handlung betrifft war es mir von Zeit zu Zeit zu viel Katz und Maus spiel, dass nur von langen Erklärungsphasen unterbrochen wurde und die Handlung nicht richtig vorangetrieben hat. So war es auch bei mir mit dem Lesen. Einmal flogen die Seiten nur so dahin, dann wieder kam ich überhaupt nicht weiter. Auch wenn die ganzen Erklärungen wichtig waren, um die Komplexität dieser Geschichte nur im geringen Ausmaß zu verstehen, hab ich bemerkt, das ich einiges davon einfach wieder vergessen oder überlesen habe und ich später einfach nicht alles so verknüpfen konnte, wie es erwartet wurde.

Die Autorin verwendet eine sehr schöne, lebhafte Sprache um ihre Geschichte zu erzählen. Ein paar mal bin ich aber an einem Wort hängen geblieben, da ich mir sicher war, dass man das im Alltag eher nicht sagt. Es waren grundsätzlich mehr Fremdwörter, die man auch auf die Bildung der Protagonisten zurückführen könnte, aber für mich klang das ein bisschen unnatürlich. Leider konnte ich mit den Charakteren nicht richtig mitfühlen. Meurer hat zwar geschrieben, wie sich Camilla fühlt, was ihr durch den Kopf geht, wie ihr Körper reagiert. Leider wiederholen sich die Ausdrucksweisen dieser Gefühle immer öfter und so Gefühle wie Angst oder Ekel waren für mich eben nur Worte, die ich nicht gespürt habe. Einzig allein Camillas Gefühle gegenüber Chris kamen mir echt und intensiv vor. Frau Meurer beschreibt alles mehr, als das sie es dem Leser zeigt.

Fazit:
Ein guter Roman mit einer innovativen Idee und herausstechenden Charakteren, jedoch mit ein paar Schwächen. Kein Roman für zwischendurch, man muss sich ganz und gar auf die Geschichte einlassen und konzentriert lesen, um nichts zu verpassen. Dafür vergebe ich 3 gute Herzen. Auf die Fortsetzung bin ich sehrwohl gespannt!


Vielen Dank an Tanja Meurer für die Bereitstellung eines Leseexemplares!

1 Kommentar:

  1. Kleine Info am Rande zu Ancienne Cologne: Berlin und Cölln waren benachbarte Städte auf deer Spree-Insel. 1237 würde Cölln das erste Mal urkundlich erwähnt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/C%C3%B6lln
    Darauf bezieht sich Ancienne Cologne (Alt Cölln):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alt-Berlin

    AntwortenLöschen

Ihr Lieben, was auch immer euch gerade zu meinem Beitrag auf dem Herzen liegt, sagt es mir!

Schreibt einfach drauf los: