Mittwoch, 19. April 2017

Rezension: Das Licht und die Geräusche // Jan Schomburg


VOM LIEBEN UND LIEBEN LASSEN



Meine Meinung

Das Licht und die Geräusche. Ein Buch, das anders ist, als erwartet, bei dem der Klappentext und die Inhaltsangabe dem wirklichen Inhalt überhaupt nicht gerecht werden.
Der Autor erzählt sehr sprunghaft einzelne Episoden aus Johannas Leben. Die Sprünge erfolgen unmittelbar hintereinander, ohne eine Einleitung oder Kennzeichnung. Es gibt aber Muster, die man mit der Zeit erkennen kann. 

Die Geschichte ist sehr eigenwillig erzählt. Manche Figuren bleiben sehr blass, manche Handlungsstränge machen im Großen und Ganzen nicht so Sinn, wie man es sich vielleicht erhofft und die in der Inhaltsangabe angesprochenen Themen sind nicht alle so präsent, wie vielleicht erwartet. 

Mich hat vor allem der Schreibstil überzeugt. Johannas Gedanken waren für mich so klar, so nachvollziehbar. Erwachsenwerden ist nicht leicht, mit seinem Körper muss man lernen umzugehen, die Gefühle spielen manchmal verrückt und das Leben macht es einem oft nicht so einfach. Das Buch ist kein typisches Jugendbuch. Es liest sich teilweise wie ein Tagebuch, teilweise aber auch nicht. Und der Blick auf Dinge verändert sich, je länger man sie betrachtet oder über sie nachdenkt, je mehr Zeit vergeht. Mich hat das Ganze in einen Sog gebracht und ich hätte noch lange weiterlesen können. So sehr ich das Ende auch begrüße, bleiben doch zu viele offene Fragen übrig, und so sehr ich es liebe, wenn mein Kopfkino von alleine weitergeht und ich die Geschichte alleine weiterspinnen kann, hat die Geschichte für mich fast zu früh aufgehört.

Fazit

Eigenwillig erzählt, gut geschrieben und schnell gelesen. Kein typischer Jugendroman und dann wieder doch. Sprunghafte Erzählungen mit Tagebuchcharakter und ein unglaublich mitreißender und aufwühlender Schreibstil. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, so eingenommen war ich von der ungewöhnlichen Geschichte!




Klappentext
"Es war natürlich von Anfang an klar, dass es im Grunde eine Schnapsidee ist, nach Island zu fliegen und Boris zu suchen. Island ist zwar nach allem, was ich weiß, ein kleines Land, und alle sind irgendwie miteinander verwandt oder so ähnlich, aber so klein, dass man jemanden, der nicht gefunden werden möchte, innerhalb von wenigen Tagen finden könnte, so klein ist Island natürlich auch nicht."

Infos

  • Autor: Jan Schomburg ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller. Er schrieb und inszenierte u.a. die vielfach preisgekrönten Kinofilme ›Über uns das All‹ (2011) und ›Vergiss mein Ich‹ (2013). Zu dem Film ›Vor der Morgenröte‹ (2016) schrieb er gemeinsam mit Maria Schrader das Drehbuch. ›Das Licht und die Geräusche‹ ist sein erster Roman. (Quelle: https://www.dtv.de/autor/jan-schomburg-20946/ 18.4.2017)
  • Seitenanzahl: 255 Seiten
  • Einband: Hardcover
  • Verlag: dtv
  • ISBN:  978-3-423-28108-9


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