Sonntag, 1. Mai 2016

Rezension: Wir kommen von Ronja von Rönne


DER ROMAN BEINHALTET EINE SCHILDKRÖTE
NAMENS
390 GRAMM



Klappentext


„Maja ist nicht tot. Wenn Maja gestorben wäre, hätte sie mir davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“

Wenn jemand stirbt, zieht man sich schwarze Kleider an und geht zur Beerdigung. Oder man flieht gemeinsam mit seinen drei Beziehungspartnern und einer Schildkröte ans Meer. Nora entscheidet sich für Letzteres. Als ob Polyamorie helfen würde. Als ob Flucht helfen würde. Als ob man den Dämonen der Vergangenheit so einfach entkommt.






  


Infos
  • Autorin: Ronja von Rönne, 1992 in Berlin geboren, lebt in Berlin und Grassau. Seit 2015 ist sie Redakteurin im Feuilleton der Welt. (Quelle: http://www.aufbau-verlag.de/index.php/wir-kommen.html 27.4.2016)
  • Einband: Fester Einband
  • Seitenanzahl: 205 Seiten
  • Verlag: Aufbau
  • ISBN:  978-3-351-03632-4 

Meine Meinung


Bei Wir kommen handelt es sich um das Tagebuch von Nora, das sie als Therapieersatz für ihren Therapeuten schreiben soll, der in Urlaub fährt. Sie selbst fährt auch auf Urlaub, jedoch für eine unbestimmte Zeit lang. Sie muss ihre Panikatacken in Griff bekommen. Mit dabei sind ihre drei Lebenspartner, die Tochter von Leonie und eine Schildkröte.  
Die Autorin hat eine sehr gute Beobachtungsgabe und schreibt sehr zynisch über die Menschen an sich.  Sie versteckt viele Wahrheiten zwischen den Zeilen und bringt mit der Polyamorie (die Liebe zu mehreren) eine tolle ("viereckige") Abwechslung in das vorherrschende Paarsystem in Büchern.  

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und da sie eigentlich sehr kurz ist, auch recht schnell. Ihr Schreibstil ist erfrischend und prägnant witzig und man sollte sich aber immer vor Augen halten, dass es sich eigentlich um ein Tagebuch handelt, was ich zwischendurch manchmal vergessen hatte. Ein bisschen was hat mir in der Geschichte gefehlt, so was es jetzt wirklich mit der Beziehung zwischen Nora und Maja auf sich hat. Es wird zwar einiges durch Rückblicke in Nora's Kindheit erzählt, jedoch konnte ich einiges nicht wirklich greifen. Der Plot ist etwas mangelhaft, aber es geht mehr um das Lebensgefühl, das die Charaktere ausdrücken.

Die Charaktere sind manchmal etwas speziell, jedoch geben sie einen guten Einblick in eine Generation, die von Smartphones geprägt, von Gefühlen verraten sowie sich selbst einfach mehr Bewusstsein zuschreibend als den anderen und nebenher noch versuchen, nicht einfach nur zu funktionieren. Die Geschichte zeigt, dass alles viel vielschichtiger ist als es oftmals scheint und hinter allem Gründe und gelebte Vergangenheit stehen, die nicht vergessen werden wollen. 

Fazit

Ein sprachlich überzeugendes Buch, das interessante Ideen und Lebensvarianten aufzeigt und versucht, ein Lebensgefühl zu vermitteln und darzustellen, das für andere vielleicht etwas fremd erscheint. Der Plot ist zwar eigentlich nichts Besonderes, jedoch geht es auch irgendwie nicht darum, was passiert.

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