Mittwoch, 27. April 2016

Rezension: Willkommen in Night Vale von Joseph Fink und Jeffrey Cranor


ALLE WEGE FÜHREN NACH NIGHT VALE




Inhalt laut Verlag

Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat ...










Infos
  • Autoren: Joseph Fink und Jeffrey Cranor, die Autoren des Kult-Podcasts „Welcome to Night Vale“ und der gleichnamigen Live-Tour, arbeiten schon seit Jahren erfolgreich zusammen. Fink, der Erfinder der Story, gründete bereits in jungen Jahren einen Kleinverlag. Cranor, der Theatermann, legte ihm die Idee zu einem Stück über eine Zeitreise vor – sie erarbeiteten es gemeinsam und führten die Zwei-Mann-Show 2011 (im New Yorker East Village) auf. Night Vale, Finks neues Projekt, reifte in beider Zusammenarbeit heran, und die erste von inzwischen über 40 Folgen „Welcome to Night Vale“  entstand. Joseph Fink stammt ursprünglich aus Kalifornien, lebt heute jedoch woanders.  Jeffrey Cranor lebt im Staat New York. (Quelle: https://www.klett-cotta.de/autor/Joseph_Fink/69991?bereich_subnavi=zusatzinfo12.4..2016)
  • Einband: fester Einband
  • Seitenanzahl: 378 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta
  • ISBN:  978-3-608-96137-9



Meine Meinung


Skurril. Anders. Außergewöhnlich. Verrückt. Um nur ein paar Eigenschaften zu nennen, wie dieses Buch bis jetzt beschrieben wurde. Und ja, auch ich stimme dem Ganzen zu! Und es ist immer noch untertrieben. Aber es ist auch klug, einfallsreich, witzig und herausfordernd. Jeder Satz enthält ein Fünkchen Wahrheit über uns Menschen, über die Gesellschaft, über unser Zusammenleben und das System, in dem wir leben (das "westliche" wohlgemeint). Man muss aber schon viel interpretieren und mit einem kritischen Blick an die Sache herangehen, damit man das auch mitbekommt. Wenn man es so liest, ist es sehr anspruchsvoll und erfordert einiges an Konzentration, um am Ball zu bleiben. 

Alles wird anders sein, als du es dir vorstellen kannst und nichts ist wie es scheint. Ich finde die Ideen einfach nur genial und vor allem metaphorisch wahre Kunststücke. Vom Schreibstil her lässt sich die Geschichte auch sehr gut lesen. Jedoch - und da muss ich mich den vielen anderen Rezensionen anschließen - gibt es einige Mängel im Spannungsaufbau und der Charakterentwicklung. Die Story an sich ist so wirr und hat oft überhaupt keinen Sinn und mir kam es oft so vor, dass eine Szene jetzt nur beschrieben wird, damit man die Verrücktheit von Night Vale besser kennen lernen kann. So eine Stadtführung sozusagen. Es gibt dadurch einige Längen und die eigentliche Geschichte kommt nur sehr schleppend voran und wirkt langweilig.

Jackie und Diane, die beiden Hauptcharaktere, bleiben irgendwie fremd und unnahbar. Die beiden erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht und die anfangs scheinbar nebenherlaufenden Erzählstränge verbinden sich mit der Zeit und laufen ineinander.
Das Buch basiert auf einem Podcast (Radiosendung) (HIER kann man sich diese anhören) und vielleicht merkt man es dem Buch ein bisschen an. Cover und Titel wurden von der amerikanischen Ausgabe übernommen und ehrlich gesagt spricht mich beides überhaupt nicht an, aber die Leseprobe hat mich ziemlich angefixt.

Fazit

Gesellschaftskritik und Menschlichkeit verpackt in beispiellose Fantasy! Auch wenn Storyaufbau und Charaktere ein paar Mängel aufweisen ist das Buch ein kleines Kunstwerk. Nichts ist wie es scheint und das Buch fordert wirklich deine Fantasie heraus. Die metaphorischen Bilder, die durch Fantasyelemente dargestellt werden, lassen viel Raum für eigene Interpretationen und die kann man ruhig auch etwas kritischer anschauen.

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