Mittwoch, 23. März 2016

Rezension: Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan


»Alle Söhne lieben ihre Väter. Aber ich habe meinen verehrt. Weil er mich mitnahm in die Wunderwelten seiner Geschichten.«



Klappentext

Samirs Eltern sind kurz vor dessen Geburt aus dem Libanon nach Deutschland geflohen. Als sein geliebter Vater spurlos verschwindet, ist Samir acht. Jetzt, zwanzig Jahre später, macht er sich auf in das Land der Zedern, um das Rätsel dieses Verschwindens zu lösen.










Infos
  • Autor: Pierre Jarawan wurde 1985 als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter in Amman, Jordanien, geboren, nachdem diese vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Im Alter von drei Jahren kam er mit seiner Familie nach Deutschland. Seit 2009 zählt er zu den erfolgreichsten Bühnenpoeten im deutschsprachigen Raum. 2012 wurde er Internationaler Deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. »Am Ende bleiben die Zedern« ist sein Romandebüt, für das er 2015 das Literaturstipendium der Stadt München erhielt. Pierre Jarawan lebt in München. (Quelle: http://www.berlinverlag.de/autoren/pierre-jarawan-1201 18.2.2016)
  • Einband: Hardcover
  • Seitenanzahl: 441  Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag
  • ISBN: 978-3-8270-1302-6

Meine Meinung


Am Ende bleiben die Zedern, am Ende bleibt das Gefühl, ein wunderbares Buch gelesen zu haben. Samir ist auf der Suche. Auf der Suche nach seinem Vater, nach der Wahrheit und nach sich selbst. In Sprüngen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart wird die Geschichte einer Familie erzählt, die von vielen Geheimnissen geprägt wurde. Die Vergangenheit muss aufgearbeitet werden, um eine Chance auf eine friedliche Zukunft zu haben. Dies gilt nicht nur für Samir, sondern für alle Menschen und in diesem Buch besonders für die Libanesen. 

Die Geschichte des Libanon wird gekonnt in die Handlung verstrickt und Realität und Fiktion neu komponiert. Zusätzlich zur Freude am Lesen, bekommt man hier einen tollen geschichtlichen Umriss des Libanon. Vor allem zur Zeit des Bürgerkrieges. Selten habe ich auch solche Passagen mit Interesse und Wissensdurst gelesen. Der Schreibstil des Autors ist voller Poesie und schönen Metaphern. Sein Debütroman ist ihm wirklich gelungen und ich hoffe sehr, dass wir noch viel aus seiner Feder lesen dürfen.

Die Geschichte hält viele Überraschungen bereit, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammenfügen und man immer mehr die Vielschichtigkeit des Romans wahrnimmt. Es ist durchgehen spannend erzählt. Die Charaktere sind wunderschön gezeichnet und sehr gut ausgearbeitet. Zu Samir habe ich zwar irgendwann den Bezug verloren (durch die ganzen Zeitsprünge), ich habe mich jedoch trotzdem sehr gerne von ihm durch seine Geschichte führen lassen. 

Besonders gut gefallen haben mir die Geschichten in der Geschichte, die teilweise zum Leben erweckt wurden. Seien es die Gutenachtgeschichten, die Samir in seiner Kindheit gehört hat oder die Tagebucheinträge aus einer vergangenen Zeit. Sie geben dem Buch zusätzlich nochmal den Charakter des Besonderen.

Fazit

Ein vielschichtiger, spannender, einfühlsamer und schöner Roman über die große Suche nach der Wahrheit. Tolle Charaktere, wunderschöner Schreibstil und gleichzeitig Geschichtsunterricht über den Libanon. Lesen!!

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