Donnerstag, 25. Februar 2016

Rezension: Das dänische Mädchen von David Ebershoff


Zwei außergewöhnliche Frauen


Goldmann Verlag (Klick!)

 

Klappentext

Kopenhagen 1925: Der dänische Landschaftsmaler Einar Wegener führt mit seiner Frau Greta, die ebenfalls  Malerin ist, ein bewegtes Künstlerleben und eine glückliche Ehe. Doch alles ändert sich, als Greta ihren Mann bittet, in Frauenkleidern für sie Modell zu stehen. Denn von diesem Tag an wird Einars Leben nie mehr so sein wie zuvor. Und Greta sieht sich mehr und mehr vor die Frage gestellt: Was tun, wenn der Mensch, den man liebt, plötzlich ein ganz anderer ist?









Infos
  • Autor: David Ebershoff wurde 1969 in Pasadena geboren und hat in Chicago studiert. Heute ist er als Programmleiter eines großen Verlagshauses in New York tätig und unterrichtet Creative Writing an der New York University und in Princeton. Sein erster Roman "Das dänische Mädchen" wurde mehrfach mit Preisen geehrt und hat Leser wie Kritiker in mehr als zwölf Ländern begeistert. (Quelle: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-daenische-Maedchen/David-Ebershoff/e327744.rhd#buchInfo2 18.2.2016)
  • Einband: Taschenbuch
  • Seitenanzahl: 380 Seiten
  • Verlag: Goldmann
  • ISBN: 978-3-442-47279-6


Meine Meinung


Die Geschichte in "Das dänische Mädchen" beruht auf der wahren Persönlichkeit Lilli Elbe, von der Tagebücher existieren, jedoch schreibt der Autor im Nachwort, dass die Geschichte nur an die Biografie angelehnt ist und dass man nicht so sehr nach Ähnlichkeiten suchen sollte. Das Thema finde ich sehr interessant, vor allem, wie in den 20er Jahren damit umgegangen wurde. Auch, wenn ich irgendwie nicht so ganz glauben kann, dass die Menschen zu der Zeit so tolerant damit umgehen konnten. 

Das Buch ist in vier Teile eingeteilt (Kopenhagen, Paris, Dresden, Kopenhagen), die jeweils einen wichtigen Abschnitt im Leben der beiden Hauptcharaktere spielen. Es wird abwechselnd zwischen Greta und Einar erzählt und Einblicke in die Gefühlslage auf beiden Seiten gegeben. Über die beiden lernt man viel aus Rückblenden, die geschickt in die Haupthandlung eingebunden wurden und die wunderbar den Charakter der Figuren gezeichnet und untermauert haben. Durch die Rückblenden verstand ich die Personen einfach besser. 

Einars Verwandlung war für mich manchmal etwas unrealistisch. Es war immer so, als ob zwei verschiedene Personen da sind und (obwohl sie den gleichen Körper haben) nichts von den Gedanken und Gefühlen der jeweils anderen wissen!? Einar hat zwar die Stärke und steht dazu, dass er eigentlich eine Frau ist, doch jedesmal, wenn er Lilli ist, dann verliert er komplett alles, was einen Erwachsenen ausmacht und er wird als junges Mädchen beschrieben... Naja. War etwas komisch irgendwie.

Der Schreibstil des Autor ist sehr intensiv und detailgetreu. Manchmal fand ich ihn etwas schwerfällig, wobei das jedoch zur Lebenszeit und zum Thema passt. Die Kunst spielt in dieser Geschichte eine wichtige Rolle und sie kommt auch dementsprechend oft vor. Zwischendurch empfand ich einige Stellen als sehr langatmig und vor allem am Anfang musste ich mich erst an den Stil gewöhnen. Die Geschichte erzählt auf beispiellose Weise von mutigen Menschen, die Liebe und Toleranz leben und sich nicht davon abbringen lassen, wie viele Steine ihnen auch in den Weg gelegt werden.

Der Roman ist sehr einfühlsam und gefühlvoll und man wird von der außergewöhnlichen Lebensgeschichte zweier außergewöhnlicher Frauen in den Bann gezogen. Am stärksten ist sicherlich Greta. Es ist beeindruckend wie sie mit der Zerrissenheit und der einmaligen Situation umgeht.


Fazit

Das dänische Mädchen ist ein unglaublich lesenswertes Buch, dass das Thema Transgender auf sehr gefühlvolle Weise behandelt. Die gut ausgearbeiteten Charaktere und ein zur Zeit passenden Schreibstil machen die Geschichte zu einem interessanten Lesevergnügen. Ein Buch, das durch seine besondere Handlung noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Und die Verfilmung ist auch sehenswert!

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