Freitag, 3. Juli 2015

Rezension: Astronauten von Sandra Gugic


GOTT IST EIN ASTRONAUT


C.H.Beck Verlag (Klick!)

Klappentext


"Ich weiß, dass es jetzt wichtig ist, ins Wasser zu hechten, kopfüber, und ob die Mädchen, wann sich die Mädchen aus dem Dunkel lösen werden und zu uns in schwarze Wasser gleiten ... "

Darko und Zeno, Alen und Mara, Niko und Alex - sechs ganz unterschiedliche Menschen, junge und ältere, treffen in diesem Sommer zusammen. Sehnsüchtig nach Wärme und Nähe bewegen sie sich aufeinander zu und verstricken sich doch immer wieder in ihre Geheimnisse, in kleine und größere Lügen, verfangen sich in ihren Ängsten. Sie verlieben sich und verfehlen einander am Ende doch: Es ist ein Sommer des allmählichen Erkennens, der Reise zu sich selbst. Und Zeno, der einen Astronauten wie einen stürzenden Engel auf eine Hauswand gemalt hat, hält plötzlich ein Gewehr in der Hand ...








Infos

  • Autorin: Sandra Gugic, 1976 in Wien geboren, lebt als freie Autorin in Berlin und Wien. Studium der Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien, Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2010/11 Staatsstipendium für Literatur des bm:ukk, 2012 Open Mike Preisträgerin, 2012 Preis der Akademie Graz, 2013 Autorenstipendium der Stadt Wien. Publikationen in Zeitschriften und Anthologien. (Quelle: http://www.chbeck.de/trefferliste.aspx?action=author&author=289906039 1.7.2015)
  • Seitenanzahl: 198 Seiten
  • Widmung: Für Herrn Schlick
  • Einband: fester Einband
  • Einzelband
  • Verlag: C.H.Beck
  • ISBN: 978-3-406-67370-2

Meine Meinung


Mit ihrem Buch Astronauten ist Sandra Gugic ein sehr verstörendes Debüt gelungen. Sie verwebt die (mehr oder weniger) zufälligen Begegnungen und Charaktere, die vom Schicksal zusammengeführt werden, zu einer gemeinsamen Geschichte. Von der sie untereinander aber erst mit der Zeit erfahren, dass sie sich die Geschichte teilen. Die Charaktere sind wie das Ende eines Wollfadens, bei dem die einzelnen Stränge ausgefranst sind, aber doch irgendwo einen gemeinsamen Halt finden.

Sechs Fäden, sechs Charaktere, die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken, aber doch einiges gemeinsam haben. Die Verzweiflung. Das Nichtalleinseinwollen. Sie stehen alle eher am Rand der Gesellschaft, einzig Niko der Polizist passt nicht ganz da rein. Er nähert sich aber im laufe der Geschichte immer mehr an die verlorenen Existenzen an. Die Perspektive wechselt jedes Kapitel zwischen den sechs Personen. Am liebsten hab ich die Geschichte aus Maras Sicht gelesen. Vielleicht, weil sie das einzige Mädchen ist. Sonst konnte ich nicht wirklich so eine gut Bindung aufbauen, weil die Personen durch die ständigen Wechsel manchmal zu kurz kamen und irgendwie konnte ich mich nicht mit ihnen identifizieren.

Anfangs sind die Fäden wirklich noch sehr lose und ich hab mir schwer getan, wirklich in die Geschichte einzutauchen, einen Zusammenhang zu sehen. Am Anfang fehlt auch ziemlich die Handlung. Es werden einzig und allein die Charaktere nacheinander vorgestellt, wo mir dann ein bisschen der Reiz zum Weiterlesen gefehlt hat. Richtig viel passiert aber das ganze Buch über nicht. Gugic legt mehr wert auf die Menschen an sich, wie sie sich verhalten, vor allem, wie sie sich verhalten. Sie hat eine besondere Beobachtungsgabe und beschreibt die kleinsten Eigenheiten, die Menschen so machen und haben. 

Die Geschichte ist durchgehend sehr dicht erzählt, eben in dem Sinne, dass Gugic jeden kleinsten Handgriff beschreibt, aber gleichzeitig passiert sehr wenig. Ihr Schreibstil ist sehr direkt und ehrlich. Ich mag ihn sehr gern, musste mich anfangs aber ein bisschen an ihn gewöhnen. Sie verwendet eine schöne Sprache. Manchmal im Konstrast zum Direkten auch eine sehr philosophisch angehauchte.


Fazit

Wie Astronauten bewegen sich die Charaktere durch das Stadtleben, nur zusammengehalten und verbunden durch eine dünne Schnur aus Zufällen. Von der Geschichte her hat mir irgendwie  etwas gefehlt. Es ist ein Ausschnitt aus dem täglichen Leben, zwar sehr eindrücklich erzählt und die Charaktere sind gut ausgearbeitet, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl irgendwas nicht mitbekommen zu haben. So als würden mir Informationen fehlen.





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