Mittwoch, 22. April 2015

Rezension: Das Mädchen, das rückwärts ging von Kate Hamer



"ICH TRÄUME OFT VON CARMEL.
 IN MEINEN TRÄUMEN GEHT SIE IMMER RÜCKWÄRTS."




Arche Verlag (Klick!)


Klappentext

 Eine Mutter, die nach ihre Tochter sucht, und ein Kind, das seinen eigenen, ungewöhnlichen Weg gehen mus - ein ergreifender roman, über das, was Mütter und Töchter auf immer verbindet, unabhängig davon, wie nah oder fern sie voneinander sind.








Bewertung
4/5 Herzen

 


 Infos


Inhalt

Im englischen Norfolk verschwindet ein Mädchen. Bei dichtem Nebel scheint die achtjährige Carmel wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Hinweise, niemand hat sie gesehen, die Polizei tappt im Dunkeln. Carmels Mutter Beth, seit kurzem wieder Single, gibt sich voller Verzweiflung selbst die Schuld: Hat sie Signale übersehen, nicht genug achtgegeben auf ihr einziges Kind?
Carmel ist ein besonderes Mädchen: Sensibel und reifer als andere in ihrem Alter, verhält sie sich oft rätselhaft, wirkt abwesend, verträumt. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht sucht Carmels Mutter schließlich selbst nach ihr. Schritt für Schritt geht sie zurück in der gemeinsamen Zeit, denn jede Kleinigkeit zählt. Für Carmel beginnt währenddessen eine lange und ungewöhnliche Reise.

 

Meine Meinung


Kate Hamer hat mit ihrem Debüt einen eindrucksvollen Roman geschrieben, der einem psychisch viel Kraft abverlangt. Die Intensität, mit der sie die Geschichte von Carmel und ihrer Mutter ezählt, ist greifbar, spürbar, ich habe anfangs die Spannung kaum ausgehalten und musste das Gelesene immer wieder durch Pausen auf mich wirken lassen. 

Der Roman ist sehr ruhig erzählt, viele Geheimnisse werden verstreut, die unweigerlich eine Spannung erzeugen, und der Perspektivenwechsel stellt alles in einem interessanten Licht dar. Das Mädchen Carmel verschwindet, aber nicht für den Leser. Man begleitet sie auf ihrem Weg, nachdem ihre Mutter sie "verloren" hat und ich wollte deswegen immer ins Buch rein und der Mutter sagen, wo ihre Tochter ist. Dagegen nichts tun zu können, war fast nicht auszuhalten.

Carmel wird als ein sehr besonderes Kind dargestellt. Sehr verträumt, sehr erwachsen für ihr Alter, äußerst intelligent, aber andererseits sieht man bei ihr dann doch noch das kleine Mädchen, was irgendwie zu einem widersprüchlichen Ganzen geworden ist und man einige Handlungen von ihr nicht nachvollziehen konnte. 
Beth, also die Mutter, wird wirklich gut mit ihren Ängsten, ihren Problemen, ihrem Leben dargestellt, auch wenn sie mir nie so wirklich sympahtisch war und ich zu ihr nie so richtig einen Bezug aufbauen konnte. 
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, es war flüssig zu lesen und ich konnte mich gut in die Geschichte reinversetzen. 

Die Geschichte an sich ist sehr gut umgesetzt und ich finde die Idee klasse, auch aus der Sicht des verschwundenen Mädchens weiter zu erzählen. Leider geht das Ganze dann in eine sehr religiöse, mystische Richtung, was nicht immer ganz so realistisch nachvollziehbar war und der Geschichte etwas an Glaubwürdigkeit genommen hat. Der Anfang war stark, mit der Zeit lässt die Geschichte aber um einiges nach. Das Ende war einerseits gut, andererseits hätte ich mir noch mehr gewünscht. Ich kann mich nicht so richtig entscheiden, wie ich es wirklich finden soll.


Fazit

Der intensive Roman über das Verschwinden eines Mädchens, hat mich emotional sehr mitgenommen. Mit der Zeit verliert die Geschichte aber an Glaubwürdigkeit und Stärke, und kann dann auch nicht mehr so mit der Spannung punkten. Sie ist aber auf jeden Fall sehr lesenswert und konnte mich trotz der kleinen Schwächen überzeugen.

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