Samstag, 14. März 2015

Rezension: Black Mamba Boy von Nadifa Mohamed


 AUFGEBEN KOMMT FÜR JAMA NICHT INFRAGE



http://www.chbeck.de/Mohamed-Black-Mamba-Boy/productview.aspx?product=14347922&toc=3223
C.H.Beck Verlag (Klick!)

Klappentext

Die Odyssee eines kleinen Jungen im von Krieg und Kolonialismus heimgesuchten Afrika, die Geschichte von Jama, der, zunächst ganz allein, die Chance auf ein eigenes Leben sucht.

Auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters schrieb Nadifa Mohamed diesen schönen, erschütternden und aufwühlenden Roman, ihr Debüt, das in zahlreichen Sprachen übersetzt und mit mehrerern Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.








Bewertung

4/5 Herzen







Infos

  • Autorin: Nadifa Mohamed, 1981 in Hargeisa, Somaliland geboren, kam als Kind mit ihrer Familie nach London und studierte in Oxford Geschichte und Politik. 2014 erschien bei C.H.Beck ihr Roman "Der Garten der verlorenen Seelen". Ihr Roman "Black Mamba Boy", der zuerst 2010 erschien, stand auf der Longlist des Orange Prize for Fiction und auf der Shortlist des Guardian First Book Award, des Dylan Thomas Award, des John Llewellyn Rhys Prize, des PEN/Open Book Award und gewann den Betty Trask Award. (Quelle: http://www.chbeck.de/trefferliste.aspx?action=author&author=229503749 )
  • Seitenanzahl: 350 Seiten
  • Widmung: Für Nadiifo, Dahabo, Axmed, Xasan, Shidane und alle anderen, die wir verloren haben
  • Einband: gebunden
  • Einzelband
  • Verlag: C.H.Beck Verlag
  • ISBN: 978-3-406-67596-6
  • Originaltitel: Black Mamba Boy
  • Originalverlag: Harper Collins Publishers
  • Übersetzerin aus dem Englischen: Susan Urban


Meine Meinung


Black Mamba Boy beruht auf den Erfahrungen und Erlebnissen vom Vater der Autorin und ist die Lebensgeschichte eines jungen Somaliers, der zuerst auf der Suche nach seinem Vater und dann zu sich selbst ist und dafür eine lange Reise durch Afrika bis nach Europa auf sich nimmt, immer mit dem Wunsch auf ein besseres Leben. Er kämpft mit Hunger, Krieg, Verlusten, intoleranten Menschen und seinem eigenen Willen.

Jama ist noch sehr jung, als er auf sich alleine gestellt wird und er muss hart dafür kämpfen, dass er am Leben bleibt. Im Buch verfolgt man seine Entwicklung vom Kind zum jungen Mann und ich hab ihn sehr gern auf seiner langen Reise begleitet. Sein Charakter ist gut ausgearbeitet und wurde sehr glaubhaft dargestellt. Jama ist auf einer Reise von einem Ort zum anderen, nie sicher, wohin ihn das Schicksal bringen wird, und so wechseln die Nebenfiguren fast bei jedem Ortswechsel. Diese hauchen dem Buch aber Leben ein und auch wenn sie nur kurz vorkommen, schließt man sie schnell ins Herz.

Mohamed's Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Sie verwendet eine bildhafte Sprache, die einen in einen richtigen Lesesog zieht. Sie wechselt gern von überblicksmäßigen Erzählungen zu detaillierten Beschreibungen. Auch brutale Kriegsszenen bleiben nicht erspart. In der Mitte ca. fehlt ein wenig die Spannung oder ich hatte das Gefühl festzustecken und wollte mit Jama schon wieder weiter reisen. Jeder Station in Jama's Leben ist ein Kapitel gewidmet. Die Überschrift ist immer der Ortsname und ein ungefähres Datum, da weiß man dann gleich, wo man sich befindet und das hilft dem Verständnis beim Lesen sehr.

Die Geschichte an sich ist sehr bedrückend. Sehr selten kommen glückliche Momente vor und ich hab gemerkt, wie es auch bei mir das Nervenkostüm angekratzt hat. Einfach so für zwischendurch, ist das Buch nichts. Man bekommt einen tollen Einblick in das Afrika vor ein paar Jahrzehnten, wie die Menschen waren, wie die damalige Welt funktioniert hat, welche Prioritäten gesetzt wurden. Die afrikanische Kultur wird einem auf eine tolle Art näher gebracht. Sehr authentisch sind auch die Wörter aus anderen Sprachen, die das nochmal unterstreichen. Im Anhang findet sich dann eine Liste der Wörter mit Übersetzung. Das war für mich sehr willkommen, denn da hab ich gern mal nachgeschaut. Außerdem befindet sich eine Karte von Afrika vorne/hinten im Buch, bei der ich die Reise von Jama auch so verfolgen konnte.

Fazit

Der Roadtrip eines Jungen aus Afrika auf der Suche nach seinem inneren Frieden. Ein berührender Roman, der von  Familie, Freundschaft aber auch von Verlusten, Einsamkeit und Krieg erzählt. Jama hat nie aufgegeben und das hat sich am Ende ausgezahlt. Ein sehr lesenswertes Buch!

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