Montag, 26. Januar 2015

Rezension: Die Sache mit dem Glück von Matthew Quick


DAS GLÜCK DES AUGENBLICKS

Kindler Verlag (Klick!)

Klappentext

Bartholomew hat immer bei seiner Mutter gelebt. Als sie stirbt, muss er plötzlich allein zurechtkommen. Aber das sagt sich so leicht. Bartholomew ist 39. Beim Aufräumen ihres Schlafzimmers findet er einen Brief von Richard Gere wieder. Darin ruft der Hollywoodstar zum Boykott der Olympischen Spiele in Peking auf, wegen Tibet. Der Brief muss Mom viel bedeutet haben, sonst hätte sie ihn nicht in ihrer Unterwäscheschublade aufbewahrt. Nun versteht Bartholomew auch, warum sie ihn in ihren letzten Tagen, als sie schon sehr durcheinander war, immer nur «Richard» genannt hat. Er beschließt, dem Schauspieler Briefe zu schreiben. Über Moms Theorie vom Glück, über Außerirdische, Buddhismus und die Liebe zu Katzen. Und über die junge Bibliothekarin, die er schon seit Jahren einmal ansprechen möchte. Bis jetzt hat Richard Gere noch nicht geantwortet, aber Bartholomew ist sicher, er wird ihm bei seinem Neuanfang helfen.


Bewertung

5/5 Herzen






Infos

  • Autor: Matthew Quick wurde 1973 in Oaklyn, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik, arbeitete als Englischlehrer, schmiss seinen Job und reiste anschließend lange durch Südamerika und Afrika. Die Verfilmung seines Debüts „Silver Linings“ gewann einen Golden Globe und den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin. Auch die Filmrechte an seinem neuen Roman „Die Sache mit dem Glück“ wurden bereits verkauft. Matthew Quick lebt mit seiner Frau in Holden, Massachusetts. (Quelle: http://www.rowohlt.de/autor/Matthew_Quick.3066323.html 10.1.15)
  • Seitenanzahl: 331 Seiten
  • Widmung: Für meine Familie - Dad, Mom, Megan & Micah
  • Einband: fester Einband
  • Einzelband
  • Verlag: Kindler Verlag (Rowohlt)
  • ISBN: 978-3-463-40084-6
  • Originaltitel: The good luck of right now
  • Originalverlag: HarperCollins
  • Übersetzer aus dem Englischen: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Meine Meinung


Meine Erwartungen an das Buch waren aufgrund des viel gelobten Autors, ziemlich hoch. Dieses Buch war mein erstes, das ich von ihm gelesen habe, und ich war noch ziemlich skeptisch am Anfang.

Das Buch ist ein Briefroman, dem man es eigentlich gar nicht anmerkt, dass er aus Briefen besteht. Klar, man findet eine Anrede und eine Grußformel, aber der eigentliche Text ist so geschrieben, dass es eine normale Erzählung sein könnte. Wären da nicht die Einschübe, in denen Bartholomew den Empfänger des Briefes, Richard Gere, persönlich anredet. Am Anfang konnte mich das Ganze irgendwie noch nicht so richtig packen. Ich hab mich eher von einem Brief zum nächsten geangelt, ohne großes Interesse zu entwickeln, was da jetzt drin steht. Die Briefe empfand ich anfangs auch als viel zu lang. Ich hab mich aber dran gewöhnt und wurde auch mit dem Inhalt vertraut. Am Ende habe ich das Buch wirklich sehr gern gelesen.

Die Figuren im Buch sind alle alles andere als "normal" und es wird alles ziemlich skurril mit der Zeit. Batholomew ist fast 40, arbeitslos, und lebt noch immer bei seiner Mutter und kümmert sich um sie. Er wirkt am Anfang etwas konturenlos und langweilig. Seine Faszination für interessante Gespräche ist aber eine tolle Eigenschaft, die ihn nicht ganz farblos erscheinen lässt. Wenn man ihn dann durch die Briefe besser kennenlernt, lernt man aber auch seinen Charakter zu schätzen. Es war anfänglich ziemlich schwer den erwachsenen 40-jährigen Bartholomew wirklich so zu sehen, denn ich hatte immer das Bild eines 12-jährigen Jungen im Kopf... Die Nebencharaktere waren auch alle sehr interessant und man wusste nie so genau, woran man jetzt wirklich war und wie sie einen im nächsten Satz wieder überraschen werden.

Richard Gere ist eine Dimension im Buch, die nicht so richtig greifbar war. Man erfährt zwar viel von ihm, manches ist vielleicht wahr, manches nicht, aber da wir ihn nur aus der Sicht von Bartholomew sehen, bleibt das ein bisschen einseitig. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob der echte Richard Gere das Buch gelesen hat und was er dazu sagen würde. :D
Batholomew schreibt die Briefe als Trauerbewältigung und es gelingt ihm ganz gut dadurch einen klarerern Kopf zu bekommen und mit seiner Umwelt besser klar zu kommen. Es war schön, seine Entwicklung zu verfolgen.

Quick hat einen angenehmen Schreibstil und er konnte mich mit seiner Geschichte richtig mitreißen. Er hat in diesem Buch wunderbare Themen verarbeitet, die mich sehr berührt haben. Die Aussagen über das Glück und die philosophischen Weisheiten gefallen mir auch besonders. Ich kann daraus immer sehr viel für mich mitnehmen beim Lesen, auch wenn ich sie mir nie wortwörtlich merken kann. Aber während dem Lesen fühlt es sich gut an.

Das Ende ist tragisch und glücklich zugleich. Genau so, wie Barths Mom die Welt gesehen hat. Es ist zwar ein bisschen viel "Happy End", aber doch angemessen und verdient. Der Hoffnungsschimmer am Ende lässt mich das Buch mit einem bestärkten Gefühl zuschlagen. Das Glück des Augenblicks, diese tolle Geschichte gelesen zu haben, konnte auch mich erreichen.

Fazit

Ein Buch, das wirklich glücklich macht und die Menschen dazu auffordert hinter die Fassade zu schauen. Ganz besondere Charaktere und Richard Gere machen das Buch zu einem einmaligen Leseerlebnis. Sehr empfehlenswerte Außenseitergeschichte!

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