Mittwoch, 19. November 2014

Rezension: Und auch so bitterkalt von Lara Schützsack


 "ICH GLAUBE, IRGENDWO AUF DIESER WELT DENKT IMMER JEMAND AN DIE AUGEN VON LUCINDA."


Fischer Verlag (Klick!)


Klappentext

Dies ist die Geschichte von Lucinda. Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchet wie ein Stern. So hell, so schön und doch eisig kalt und Lichtjahre entfernt. Lucinda scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so.




 

Bewertung

4/5 Herzen


Infos

  • Autorin: Lara Schützsack, geboren 1981 in Hamburg, absolvierte ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Ihr erstes verfilmtes Drehbuch ›Draußen ist Sommer‹ lief 2013 in den deutschen Kinos. Lara Schützsack lebt und arbeitet als Autorin und Musikberaterin in Berlin. (Quelle: http://www.fischerverlage.de/autor/lara_schuetzsack/21936 20.6.2014)
  • Seitenanzahl: 174 Seiten
  • Widmung: für Amélie
  • Einzelband
  • Einband: gebundener Einband
  • Verlag: Fischer Verlag
  • ISBN: 978-3-596-85619-0

 Meine Meinung


Und auch so bitterkalt ist zwar im Vergleich zu anderen Büchern ein ziemlich dünnes Buch, erzählt aber auf 174 Seiten beeindruckend die Geschichte von Lucinda und ihrer zerfallenden Welt. Das Buch ist das Debüt der Autorin und daher besonders interessant. Lange wird man mit dem Geheimnis um Lucinda hin gehalten, bekommt aber mit der Zeit eine gewissen Ahnung und Vorstellung, was mit ihr los ist.

Erzählt wird alles aus der Sicht der kleinen Schwester, was ich in gewisser Weise etwas schade fand, da sie nur die Hälfte mitbekommen hat, was mit ihrer Schwester wirklich los ist. Es dreht sich alles um ihre große Schwester (wobei mir aufgefallen ist, dass ich nie wusste, wie alt die beiden jetzt wirklich sind) und sie sieht diese eben noch mit ihren kindlichen Augen in ihrer kindlichen Welt. Auch wenn es der kleinen Schwester gelungen ist, Lucinda auf eine eindrucksvolle Art zu beschreiben, bleibt sie doch in meinen Augen etwas undurchschaubar, ein bisschen nervig und unsympathisch.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, viele kurze Sätze, die aber eine besondere Wirkung ausüben. Es schleicht sich mit jeder neuen Seite ein bedrückenderes Gefühl ein. Die Thematik, die in diesem Buch behandelt wird, ist auf keine leichte Schulter zu nehmen und ich war selbst etwas deprimiert nach dem Beenden des Buches. Die Probleme eines pubertierenden Mädchens, wie Esstörungen, Selbstmord, die Liebe, werden hier suverän für Jugendliche verpackt, doch es wäre besser, wenn sie weniger in diese "Fantasiewelt" transportiert und offener angesprochen werden, um sie weniger geheimnisvoll zu machen und zu verherrlichen. Es ist dann doch die interessante Sichtweise durch die Augen der kleinen Schwester, die alles etwas surreal aussehen lässt.

Fazit

Das Buch ist auf jeden Fall sehr lesenswert, neigt aber dazu den Leser ein bisschen (gefühlsmäßig) runterzuziehen. Das muss man dann für sich selbst entscheiden, ob man stark genug ist, das Buch zu lesen. Es bleibt ein unbefriedigendes Gefühl zurück. Nichtsdestotrotz, ein Buch, das aus der Masse heraussticht!

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