Dienstag, 11. November 2014

Rezension: Die Geister von Graz von Robert Preis (3. Band)

GEISTERJAGD IN GRAZ



emons Verlag (Klick!)

Klappentext

 Als in Graz Menschen spurlos verschwinden und Leichenteile auftauchen, wird Armin Trost aus seiner beruflichen Auszeit reaktiviert. Zusammen mit seinen Kollegen Schulmeister und Lemberg macht er Jagd auf einen wahnsinnigen Serienkiller. Dabei wird der Druck der Medien von Tag zu Tag stärker, der öffentliche Hass auf Ausländer, die mit den Taten in Verbindung gebracht werden, steigt. Schließlich führen ihn seine Ermittlungen auf den Balkan, doch bis zur Lösung des Falls hat Trost nicht nur einmal mit dem Leben abgeschlossen.




 

 

Bewertung

4/5 Herzen



Infos

  • Autor: Robert Preis wurde 1972 in Graz geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Studium in Wien und einem längeren Auslandsaufenthalt in Kroatien lebt er heute mit seiner Familie wieder in der Nähe seiner Heimatstadt. Er arbeitet als Journalist bei einer Tageszeitung und schrieb zahlreiche Sachbücher und Romane. (Quelle: http://www.emons-verlag.de/autoren/robert-preis 10.11.2014)
  • Seitenanzahl: 267 Seiten
  • Widmung: Für Mike, Mango und Niki 
  • Einband: flexibler Einband
  • Verlag: emons Verlag
  • ISBN: 978-3-95451-446-5
  • Die Geister von Graz ist der 3. Teil der Serie.
  • Weitere Bücher: 01 Trost und Spiele, 02 Graz im Dunkeln
  • Rezension von Teil 2


Meine Meinung


In Die Geister von Graz lässt Robert Preis seinen Mordermittler Armin Trost bereits zum dritten  Mal auf die Verbrecher los. Für mich war hier der Schauplatz, der Tatort, wieder ausschlaggebend dafür, dass ich mich mit großem Interesse den Ermittlungen zugewandt habe. Graz ist eine wichtige Stadt in meinem Leben und so war es besonders spannend den Figuren durch bekannte Straßen und Gassen zu folgen. 
Graz an sich hat mir im zweiten Band nämlich noch sehr gefehlt. Hier, in Teil drei, kam ich voll auf meine Kosten! Es war schon etwas gruselig, wenn Verbrechen an Orten geschehen, die man so gut kennt und diese Verbrechen mir als Leserin zur Gänze offen beschrieben werden. Mal schauen, ob ich den Bahnhof immer noch mit gleichen Augen sehen kann, als vor dem Lesen...

Abgesehen vom spannenden Orten, kamen nur eher wenige richtig spannende Szenen vor. Auch die Ermittlungen an sich haben sich etwas in die Länge gezogen und irgendwie wurde ich lange nicht warm mit der ganzen Situation. Ich musste mich oft überwinden weiterzulesen, was ich persönlich sehr schade fand. Vielleicht lags auch etwas daran, dass ich mit Trost als Hauptcharakter etwas unschlüssig war und er mir nicht ganz so gut gefallen hat, wie in Teil 2. Seine kaputte Psyche war mir dann doch zu anstrengend. 

Der Krimi wird sehr dicht erzählt, ohne viele Ausschweifungen oder Nebenhandlungen und Preis hat mit seinem Schreibstil und seiner Kunst, durch wenige Worte und gezielt gesetzte Details eine gewisse Atmosphäre zu erschaffen, wirklich Großartiges geleistet! Das Buch ist in sechs Teile gegliedert, enthält aber innerhalb dieser Kapitel Abschnitte, die meistens sehr kurz gehalten sind, und man daher mit der Aufmerksamkeit gut am Ball bleibt. Außerdem verleiten sie dazu, mehr am Stück zu lesen. Neben Trost bekommen auch andere Figuren die Chance einen Teil der Geschichte aus ihrer Sicht zu erzählen, das lockert das Ganze auch ein wenig auf.

Die Aktualität der behandelten Themen ist erschreckend. Als Leser wird man mit Ausländerhass und Fremdenfeindlichkeit der übelsten Art konfrontiert und über den Balkankrieg vor 20 Jahren ca. bekommt man eine kleine Auffrischung in Geschichte. Gerade die Erzählungen vom Krieg waren sehr interessant. Noch gar nicht so lange her und doch redet kaum noch jemand darüber oder ist im Bewusstsein der Nachbarvölker. Wenn die vorkommenden Erzählungen wirklich so ähnlich abgelaufen sind damals, ist es einfach unglaublich.

Fazit

Ein gelungener, lesenswerter Krimi, bei dem mir leider doch noch etwas für das 5. Herz gefehlt hat. Eine erschreckende Mahnung, wie weit Hass gegenüber Fremden gehen kann und wie schnell er auch auf Freunde umschlagen kann. Graz zeigt sich von seiner düsteren Seite und fordert so manche Geister der Vergangenheit heraus, denen man sich stellen muss, um sie zu vertreiben.

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