Montag, 22. September 2014

Rezension: Flammenwüste von Akram El-Bahay


DER WIND FLÜSTERT ES, 
DIE WÜSTE WISPERT IHREN NAMEN. 
DIE MENSCHEN ZITTERN, 
UND DIE FLAMMEN SINGEN IHR LIED ...

... DIE DRACHEN SIND ZURÜCK!



Bastei Lübbe (Klick!)

 

Inhalt

Die Gerüchte verbreiten sich wie ein Lauffeuer durch das Wüstenreich Nabija: Ein Drache soll Karawansereien und Dörfer niederbrennen! Dabei glaubt kaum noch jemand an die Existenz dieser Wesen. Dem Märchenerzähler Anúr bescheren die Gerüchte ein großes Publikum. Aber auch er hält die alten Geschichten über feuerspeiende Ungeheuer nur für Märchen. Bis er auf Drachenjagt geschickt wird und in die Tiefen der Wüste auf ein uraltes Wesen trifft, so schwarz wie die Nacht selbst ...


 

 

 

Bewertung

3/5 Herzen




 

 Infos

  • Autor: Akram El-Bahay hat seine Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Journalist und Autor. Als Kind eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter ist er mit Einflüssen aus zwei Kulturkreisen aufgewachsen. Dies spiegelt sich auch in seinen Romanen wider: klassische Fantasy-Geschichten um Drachen und Magie, die ebenso sehr an den Herrn der Ringe wie an orientalische Märchen erinnern. (Quelle: http://www.luebbe.de/Personen/Details/Akram+El-Bahay#subtab=1 20.9.2014)
  • Seitenanzahl: 525 Seiten
  • Widmung: Für Julia, Max, Henry und Anton
  • Einband: Taschenbuch
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • ISBN: 978-3-404-20756-5
  • Flammenwüste ist der erste Band der Reihe
  • Vorgeschichte: Flammenwüste - Das Geheimnis der goldenen Stadt (nur als eBook)
  • Fortsetzungen: ?
  • Amazon

Meine Meinung


Das Buch wird dadurch beworben, dass es ein spannendes Fantasy-Epos in der Tradition der großen Meister ist. So steht es jedenfalls hinten am Klappentext. Es hat durchaus Ansätze, die es zu einem Epos hätten machen können. Es verspricht jedoch mehr, als es hält.
Grundsätzlich finde ich einige Ideen, um die die Geschichte gesponnen wurde, wirklich richtig gut. Vor allem die Bibliothek der ungeschriebenen Bücher hat es mir angetan. Nur leider hat die Umsetzung nicht immer so funktioniert, dass ich rundum zufrieden war.

Zum einen waren da die Charaktere, die für mich nicht wirklich handfest in der Geschichte verankert waren und nicht wirklich Konturen zeigten. Anúr, der Hauptcharakter, war mir nicht sonderlich sympathisch und ich konnte mich nicht wirklich mit ihm anfreunden. Er war mir zu naiv und manchmal echt zu egoistisch und er will natürlich nicht der Held sein, ist es aber dann doch und immer ist er zur Stelle wenn es brenzlig wird und rettet alle und er ist der beste und kann alles. Die Nebencharakter waren einfach da, sie waren teilweise nicht wirklich was Besonderes für mich, auch wenn sie so dargestellt wurden. Ich konnte keine Verbindung zu ihnen Aufbauen.

Zum anderen hatte ich so meine Probleme mit dem Schreibstil. Es war für mich nicht so flüssig zu lesen, wie ich es in letzter Zeit von Büchern gewohnt war. Mein Kopfkino hat sich echt schwer getan Bilder in meinen Kopf zu zaubern Die Satzstellung war zeitweise wirklich sehr komisch und zum Schluss hin haben sich die Rechtschreibfehler auch ziemlich gehäuft. Und es gab eine Phrase, die sich wirklich durchs ganze Buch gezogen hat und ich war mit der Zeit so genervt davon, dass ich jedesmal das Buch zuklappen hätte können, damit ich sie nicht mehr lesen muss. Wirklich fast in jeder Szene kam diese verdammte Phrase vor und ich wusste schon nicht mehr, wie ich mir helfen soll. Anúrs Herz schlug schnell, sein Herz schlug rasend schnell, das Herz pochte laut, sein Herz fing wild zu pochen an u.s.w.u.s.f. (wie auch immer ein Herz schlagen kann, es kam in dieser Geschichte vor!)

So wie die Geschichte aufgezogen wurde fand ich es echt toll. Das orientalische hat mir gefallen: fliegende Teppiche, Kamele, die Wüste, ein bisschen Magie, Drachen. Drachen, mein Stichwort. Sie kamen mir viel zu kurz. Erst zum Ende hin spielten sie eine größere Rolle (und wahrscheinlich erst in den Folgebänden), aber dadurch, dass ich eine Drachengeschichte erwartet habe und dann so hingehalten wurde mit den Drachen, war ich doch etwas enttäuscht. Die Geschichte hat sich dadurch für mich in die Länge gezogen und ich hab mich stellenweise echt durchgequält. Es war auch oft nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen und die Geschichte und die Charaktere hatten gar keine Zeit sich irgendwie zu entwickeln.

Fazit

Ein Buch, das für mich nicht schlecht ist, aber auch nicht herausragend gut. Es enthält gute Ansätze und einige tolle Ideen, Charaktere, zu denen ich leider keine Verbindung aufbauen konnte und ein etwas eigenartiger Schreibstil haben aber mein Lesevergnügen vermindert.



Vielen Dank an Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Schade. Fantasy mit orientalischem Setting findet man nicht übermäßig oft, das hätte was spannendes werden können. Aber mich spricht es in der Rezi leider auch nicht an.

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    1. Das orientalische Setting hat mich auch sehr gereizt und das bekommt man auch, nur spielen halt die anderen Punkte auch eine große Rolle und nur das Setting kann diese dann auch nicht mehr herausreißen.

      LG :)

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  2. Nun ja, eine Rezension ist immer subjektiv. Den Schreibstil zu kritisieren und dann ein Fazit in dieser Form ab zu geben ist jedoch fragwürdig.
    "Ein Buch, das für mich nicht schlecht ist, aber auch nicht herausragend gut. Es enthält gute Ansätze und einige tolle Ideen, Charaktere, zu denen ich leider keine Verbindung aufbauen konnte und ein etwas eigenartiger Schreibstil haben aber mein Lesevergnügen vermindert."
    Guter Stil: "Das Buch ist für mich nicht schlecht, aber auch nicht herausragend gut. (Überflüssige Relativsätze vermeiden) Es enthält gute Ansätze und einige tolle Ideen. (sonst könnte man denken die Charaktere seien ebenfalls Objekt zu 'enthält') Charaktere, zu denen ich leider keine Verbindung aufbauen konnte und ein etwas eigenartiger Schreibstil haben jedoch mein Lesevergnügen vermindert. ('aber' ist ein Junktor und sollte möglichst auch nur als solcher verwendet werden)"
    Zu der wiederholt verwendeten Nutzung des Herzschlags, um emotionale Reaktionen des Protagonisten zu beshreiben, ja das wirkt seltsam, macht aber im weiteren Verlauf der Geschichte Sinn (es ist ein Band 1) und so überzogen wirkt es auf mich auch gar nicht, aber sowas bleibt subjektiv.Nun ja, eine Rezension ist immer subjektiv. Den Schreibstil zu kritisieren und dann ein Fazit in dieser Form ab zu geben ist jedoch fragwürdig.
    "Ein Buch, das für mich nicht schlecht ist, aber auch nicht herausragend gut. Es enthält gute Ansätze und einige tolle Ideen, Charaktere, zu denen ich leider keine Verbindung aufbauen konnte und ein etwas eigenartiger Schreibstil haben aber mein Lesevergnügen vermindert."
    Guter Stil: "Das Buch ist für mich nicht schlecht, aber auch nicht herausragend gut. (Überflüssige Relativsätze vermeiden) Es enthält gute Ansätze und einige tolle Ideen. (sonst könnte man denken die Charaktere seien ebenfalls Objekt zu 'enthält') Charaktere, zu denen ich leider keine Verbindung aufbauen konnte und ein etwas eigenartiger Schreibstil haben jedoch mein Lesevergnügen vermindert. ('aber' ist ein Junktor und sollte möglichst auch nur als solcher verwendet werden)"
    Zu der wiederholt verwendeten Nutzung des Herzschlags, um emotionale Reaktionen des Protagonisten zu beshreiben, ja das wirkt seltsam, macht aber im weiteren Verlauf der Geschichte Sinn (es ist ein Band 1) und so überzogen wirkt es auf mich auch gar nicht, aber sowas bleibt subjektiv.

    Der Drache ist der Hauptplotgegenstand, nur weil er nicht ständig persönlich in Erscheinung tritt, hat er nicht weniger Bedeutung für die Geschichte.
    Was die Naivität des Haupcharakters angeht, so ist er ein 19 Jähriger Weise, der bei seinem Großvater aufwuchs. Der Großvater ist Geschichtenerzähler und sein Enkel verbringt mehr Zeit in Erzählungen als in der Wirklichkeit. Er ist eben kein ultracooler Superheld. Dass er dennoch immer wieder als Held oder Retter erscheint, liegt an der Rolle, die ihm von einem Andeen auferlegt wurde. Im Übrigen wird darauf verwisen, dass er sehr wohl davon täumt ein Held zu sein, wie wohl jeder geschichtenverliebte Jüngling. Er ist jedoch klug genug, sich nicht von vornherein für einen Helden zu halten und braucht eine Zeit, um zu akzeptieren, dass er jetzt selbst Teil einer Geschichte ist und tatsächlich sogar einer der Helden oder besser der Held. Es ist schließlich seine Geschichte, die erzählt wird, so wie 'Der kleine Hobbit' die geschichte von Bilbo erzählt und nicht, wie in der m.E. abartigen Verfilmung, die Geschichte von Thorin Eichenschild und seinen Gefährten.
    Einen besonderen Egoismus kann ich bei ihm ebenfalls nicht feststellen. Er spricht ja sogar, was ich ein wenig irritierend fand, nicht in der ersten, sondern in der zweiten person zu sich selbst. Also nicht "ich will", sondern eher "du musst" leiten seine inneren Monologe ein.

    Ende Teil 1

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    1. Teil 2

      Was die Nebencharaktere betrifft, so erscheinen sie mir weder leer, noch farblos, noch unwichtig. Sie sind dennoch Nebencharaktere, dass der Fokus stark auf dem Hauptcharakter liegt, ist schon alleine dadurch gerechtfertigt, dass es ein Band 1 ist und somit der Hauptcharakter entsprechend ausgiebig eingefürht werden soll. Trotzdem erscheinen die Nebencharaktere nicht als überflüssige Anhängsel des Helden. Besonders der Prinz spielt eine starke Rolle im Plot.
      Die übrigen Charaktere sind tatsächlich nur knapp beschrieben, was jedoch dadurch erklärt ist, dass die Geschichte eben vorrangig aus der Perspektive des Haupcharakters erzählt wird und dieser zunächst auch kaum etwas über die Anderen weiß.

      Mir persönlich habe zwei Dinge besonders gut an der Geschichte gefallen.
      Erstens scheint die Welt in der Akram El-Bahay seine Geschichte ansiedelt nicht, wie so viele andere moderne Fantasywelten, dem Regelwerk von D&D entsprungen, welches selbst wieder sehr stark an Tolkiens Chreaturen angelegt ist,
      Nicht dass das D&D Regelwerk keine gute Grundlage böte, um eine Fantasywelt zu bevölkern, aber es ist eben auch schön, einmal etwas anderem als nur Zwergen, Elfen und Halblingen auf der einen Seite und Orks, Goblins und Trollen auf der anderen zu begegnen.
      Akram El-Bahay nutzt geschickt seine Ägyptischen Wurzeln, um eine Welt zu schaffen, die eben nicht nur von der westlichen Fantasy geprägt ist, sondern die zunächst vor dem Hintergrund orientalischer Mythen und Märchen aufgebaut ist. Dabei wirkt er sehr viel authentischer als diejenigen, die ihr Wissen nur aus Hörensagen haben, wie es seit Karl May der Standard für orientalische Geschichten im Westen zu sein scheint. Als halber Ägypter hat El-Bahay da eben einen gewissen Vorteil.

      Zweitens legt der Autor großen Wert darauf, nicht nur den Plot, sondern auch das Verhalten und die Entwicklung der Charaktere, frei von Widersprüchen zu halten. Leider scheinen ja viele Autoren zu glauben, dass sich Fantasyliteratur nicht an die Gestze der Logik zu halten brauche und/oder Fantasylesern innere Widersprüche ohnehin nicht auffallen. Nur weil in einer Fantasywelt andere Naturgesetze gelten, mitunter auch Gesetze der Magie, heißt das nicht dass der Autor diese Gesetze nach belieben brechen kann, wenn die Dramaturgie es erfordert. Zwar ist Deus ex Machina bereits ein Schachzug antiker griechischer Dramaturgie, wurde einem Autor jedoch auch damals bereits als eine erzählerische Schweche ausgelegt.

      Gerne würde ich diese Reihe jedem empfehlen, der Interesse hat, mal etwas wirklich neues zu lesen und nicht bloß nach einer neuen Variante vom Herrn der Ringe oder den Drachenreitern von Pern sucht. Leider muss ich jedoch derzeit massiv davon abraten.
      Zwar endet Band 1 so, dass der Leser sich auch ohne eine Vortsetzung zufrieden zurücklegen könnte.
      Allerdings wären dann tatsächlich einige der in der obigen Rezension angeführten Kritikpunkte berechtigt und der ein oder andere Leser könnte enttäuscht sein.
      Der zweite Band endet jedoh in Grunde gar nicht, jedenfalls sollte eine gute Geschichte so nicht enden, ja nicht einmal eine bittere oder tragische Geschichte.
      Folglich kann ich diese Geschichte erst dann guten Gewissens empfehlen, wenn Band 3 erschienen ist und man weiß, ob die Geschichte endet oder zumindest, in welchen Abständen man mit den nachfolgenden Bänden rechnen kann.

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    2. Lieber Nils,
      erstmal vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die Zeit, die du dafür aufgewendet hast. Deine Kritk zu meinen sprachlichen Ausdrücken nehme ich sehr gerne an, manchmal bin ich während dem Schreiben in so unbewussten (nicht immer guten) Mustern drinnen, dass ich jedesmal froh bin, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht.

      Wie du so schön sagst, Rezensionen sind subjektiv. Danke, dass du mir deine Sichtweise dargestellt hast. Hoffentlich können Leserinnen und Leser dieser Rezension auch von dir was mitnehmen! Ich habe mich dagegen entschieden, die Reihe fortzusetzen, da ich bei der Menge an Büchern, die ich noch gerne lesen möchte, keine Zeit habe, mich mit - meiner Meinung nach - mittelmäßigen Geschichten weiter zu beschäftigen. Die Ausrede, dass es ja erst der 1. Teil ist und sich die Geschichte noch entwickeln muss, lasse ich deswegen nicht mehr durchgehen. Ich habe mit Büchern (Reihen), die ich ähnlich bewertet habe, nur schlechte Erfahrungen gemacht und es ist sehrwohl möglich, schon im ersten Band einer Reihe einen Plot so darzustellen, dass er alle wichtigen Punkte und Merkmale einer guten Geschichte beinhaltet.

      Dein letzter Absatz steht ein bisschen im Kontrast zu deinen vorherigen Ausführungen. Dass du der Reihe ebenfalls ein wenig kritisch gegenüberstehst, damit hab ich nicht mehr gerechnet. Gleich wie bei Jahresvorsätzen, nehme ich mir auch bei Reihen immer vor, sie erst zu beginnen, wenn alle Bände herausen sind. Und gleich wie bei Jahresvorsätzen, halte ich mich nie daran. Nach deiner Beschreibung des zweiten Buches, fühle ich mich, nachdem was ich weiter oben geschrieben habe, etwas bestätigt. So Mittelteile/Fortsetzungen, die nur als Überbrückung zum Abschluss dienen, regen mich immer irrsinnig auf. Sie vertrösten dich dann mit einem unweigerlichen Cliffhänger, bei dem man eh nicht anders kann, als das nächste Buch lesen zu müssen, so "schlecht" es davor auch war.

      Liebe Grüße
      Anja

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