Montag, 19. Mai 2014

Rezension: Hanna und Sebastian von Thomas Klugkist


C.H.Beck Verlag (Klick!)


Klappentext


In der Hoffnung, ganz zueinander zu finden, schreiben sich Hanna und Sebastian nach einigen traumhaften Tagen in Rom lange und intensive Briefe.

Doch das Leben treibt sie auseinander, und das Schreiben wird zu einem exklusiven Raum, in dem sie ihre Liebe so leidenschaftlich und wahrheitshungrig leben können wie nirgendwo sonst – und in dem sie einander die Freiheit schenken, die sie dann immer kompromissloser auch in der Wirklichkeit suchen ...



Bewertung

Ich werde diesmal von der Bewertung durch Bilder keinen Gebrauch machen, 
da ich mich nicht entscheiden kann.
Um zu wissen, wie es mir gefallen hat, lest bitte den Meine Meinung Abschnitt :)


Infos

  • Autor: Thomas Klugkist, geboren 1965, hat seine Dissertation über Thomas Manns „Doktor Faustus“ geschrieben, war Ressortleiter und stellvertretender Chefredakteur im Rundfunk, Kommunikationsleiter der Klett Gruppe und Geschäftsführer des Friedrich Berlin Verlags. Er veröffentlichte u. a. den Essayband „49 Fragen und Antworten zu Thomas Mann“ (2003). Thomas Klugkist arbeitet heute als freier Autor und Unternehmer im Kulturbereich, er lebt mit seiner Familie in Berlin. (Quelle: http://www.chbeck.de/trefferliste.aspx?action=author&author=173865459 22.3.2014)
  • Seitenanzahl: 429 Seiten
  • Widmung: Für Susanne und Tristan
  • Einzelband
  • Einband: fester Einband
  • Verlag: C.H.Beck
  • ISBN: 978-3-406-65960-7
  • Erscheinungsjahr: 2014



Meine Meinung


Hanna und Sebastian ist ein Buch, das mich sehr zwiegespalten zurücklässt. Jetzt am Anfang der Rezension bin ich mir noch nicht sicher, wie die Bewertung ausfallen wird. Ich schreib einfach mal alles auf, was mir einfällt. Deswegen schreck ich auch ein bisschen davor zurück dem Buch Herzen/Sterne zu vergeben, da diese es irgendwie schon von vornherein abstempeln und oft keinen Raum für das lassen, was man einfach sagen oder erklären muss - mein Geschreibsel kann dadurch etwas länger ausfallen. Auf der einen Seite hab ich einige Kritikpunkte, von denen ihr euch bitte nicht von vornherein abschrecken lassen solltet, denn auf der anderen Seite hat mir diese komplexe Geschichte im Großen und Ganzen äußerst gut gefallen.

 Das Buch ist das Debüt des Autors und von daher nochmals um einiges interessanter. Es handelt sich um einen Briefroman der aus "handgeschriebenen" Briefen, E-Mails und SMS besteht und in vier zeitliche Abschnitte eingeteilt wurde. Die Briefe schreiben sich, wie nicht schwer zu erraten, Hanna und Sebastian. Vom sprachlichen Aufbau oder vom Stil der Briefe unterscheiden sich die beiden nicht so gravierend, jedenfalls ist mir kein großer Unterschied aufgefallen und ich hab oft nur am Inhalt erkannt, von wem der Brief jetzt gerade ist. Vorallem, wenn ich mal mitten im Brief aufgehört habe zu lesen und erst irgendwann wieder eingestiegen bin, war es schwer den Brief zuzuordnen, wenn es nicht gerade um irgendein spezielles Thema ging. Bei den SMS stand oft gar nicht dabei wer jetzt wer ist und wer jetzt was geschrieben hat. Das fand ich ein bisschen lästig, wobei sich die SMS-Nachrichten nicht sehr häufen.

Die Briefe/E-Mails an sich waren teilweise wirklich sehr lang und wenn man bedenkt, dass es oft nur einseitiger Monolog ist, waren diese langen Texte sehr schwierig zu lesen und erforderten ein großes Maß an Konzentration. Das Buch ist auf keinen Fall leichte Kost und auf keinen Fall einfach zum zwischendurch Lesen. Es sticht deswegen aber auch aus der Masse heraus. Die Sprache, die die zwei verwenden, ist sehr hochgestochen und ich hab mich oft gewundert, dass zwei Freunde, die sich so gut verstehen, auf so einer Ebene kommunizieren. Mehr als beste Freunde waren die beiden für mich auch bis zum Schluss hin nicht. Es war durch diese komplizierte Sprache nämlich schwer Gefühle, vorallem die Liebe, zwischen den beiden rauszulesen. Am Anfang hat sich für mich gefühlsmäßig noch mehr getan, aber das haben sie irgendwann weggeschrieben. Das Vertrauen und die Freundschaft spürt man aber und jemanden zu haben, dem man sich durch Schrift so öffnen kann, ist unbezahlbar. Was ich sehr liebevoll fand, waren die Kosenamen, mit denen sie die Briefe immer eröffnet haben: Mein Herzenssebastian, Meine nimmersatte Hanna, Mein Innigsebastian, Meine Sehnsuchtshanna (Um nur wenige zu nennen.). Und auch die Themen, die die beiden behandelt haben, waren teilweise sehr interessant, zwar eher wissenschaftlich, aber auch philosophisch. Irgendwann ist mir bewusst geworden, dass ich die Briefe von Sebastian viel lieber lese als Hannas. Vielleicht lag das aber auch daran, dass mir Sebastian viel sympathischer war als Hanna...

Manche dieser Ausführungen der Beiden waren meiner Meinung nach unnötig und haben den Roman unnötig in die Länge gezogen. Das hatte die Folge, dass der Mittelteil für mich sehr langwierig erschien und ich das Buch für eine längere Zeit beiseite gelegt hatte. Das Weiterlesen hat sich aber gelohnt, denn das letzte Drittel war meiner Meinung nach der Stärkste Teil des Buches und konnte noch ziemlich viel rausreißen. Das Ende war irgendwie erwartet, aber irgendwie auch unerwartet. Es bleibt viel Raum um selber die Geschichte weiter zu denken, was ich grundsätzlich immer gutheiße! Das Ende wird noch lange nachhallen, ich fands sehr gelungen.

Fazit

Trotz vieler Kritikpunkte ein Roman, der aus der Masse heraussticht. Wer es gern komplex und herausfordernd mag, mit einer anspruchsvollen, schönen Sprache und wissenschaftlichen sowie philosophischen Themen, für den ist der Roman genau richtig.

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