Dienstag, 25. März 2014

Rezension: Der Ja-Sager von Danny Wallace




Goldmann Verlag (Klick!)
(das Cover meines Exemplars sieht 
etwas anders aus.)

Klappentext


Was passiert, wenn man einfach zu jeder Frage, zu jedem Angebot, auf jede Bitte "Ja" sagt? Danny Wallace hat es getan und sich damit in die absurdesten Situationen gebracht: Er gewinnt 25.000 Pfund - und verliert sie kurze Zeit später wieder; er trifft buddhistische Mönche, von Alien besessene Menschen und den einzigen hypnotisierten Hund der Welt. Er strandet in Singapur, Amsterdam, Stonehenge und einem kleinen Bergarbeiterdorf in Südwales - und plötzlich ist sein Leben alles Mögliche, nur nicht langweilig.




 

 

 Bewertung

4/5 Herzen




Infos

  • Autor: Danny Wallace, geboren 1979, lebt in einer alten Streichholzfabrik im Londoner East End. Als Journalist schrieb er für den Independent und den Guardian, als Comedy-Produzent, Autor und Moderator ist er im Fernsehen, Radio und Theater präsent. Nach einigen humorvollen Sachbüchern (von denen Der Ja-Sager mit Jim Carrey in der Hauptrolle fürs Kino verfilmt wurde) war Auf den ersten Blick sein Romandebüt, dessen Kinoverfilmung in Vorbereitung ist.
  • Seitenanzahl: 570 Seiten
  • Widmung: für Mum und Dad und für Sammy
  • Einzelband
  • Originaltitel: Yes Man (2005) bei Ebury Press
  • Übersetzter: Jörn Ingwersen
  • Weitere Bücher des Autors: Auf den ersten Blick; Und was machst du so?; Join me: The true story of a man who started a cult by accident; Friends like these; Awkward situations for man
  • Einband: Taschenbuch
  • Verlag: Goldmann
  • ISBN: 978-3-442-47013-6
  • Wurde verfilmt!


Eigene Meinung


Es gab mal eine Zeit, in der ich ganz verrückt nach Buchverfilmungen und den dazugehörigen Buchvorlagen gesucht habe. Durch das Stöbern damals (keine Ahnung wie lang das jetzt her ist, vielleicht ein Jahr oder so) bin ich auf den Ja-Sager gekommen und irgendwie war es für mich sofort klar, dass ich dieses Buch haben und lesen will. Endlich bin ich dazugekommen!

Viele von euch werden den Film kennen, bei mir ist es schon eine Weile her, dass ich ihn gesehen habe und deswegen wäre ein direkter Vergleich mit dem Buch nicht fair, da ich mich nicht mehr so genau erinnern kann. Ich kann aber sagen, dass einige Szenen original in den Film übernommen wurden, nur bietet das Buch natürlich viel mehr "JAs", als im Film je Platz dafür wäre. Im Film kommen eher die "großen" JAs vor, im Buch werden auch "kleine" beschrieben. Der Unterschied zwischen großen und kleinen JAs? Je nach dem was/wo man zusagt, ist es groß oder klein :D. Es gibt 5 Stufen des JAs:

(vgl. Wallace 2009, S. 170-172)
  • Stufe 1: Die leichte Stufe: "Ja" zu Fragen wie: "möchtest du Geld geschenkt bekommen?"; "Möchtest du ein Bild von einem Pony sehen?"
  • Stufe 2: Die Immer-noch-ziemlich-leichte Stufe: ein wenig kniffliger als Stufe 1. Es heißt zum Grimassenschneiden Ja zu sagen; "Na logo nehm ich dir heute Abend diese Sendung auf."; "Ja, klar koch ich dir einen Kaffee."
  • Stufe 3: Die Man-muss-sich-bemühen-Stufe: Man sagt Ja zu einer Party, zu der man nicht wirklich möchte, und geht auch wirklich hin. Man geht nach der Arbeit einen trinken, obwohl man eigentlich lieber fernsehen und dabei eine indische Teigtasche verdrücken würde. Man sagt Ja zu allem, wofür man mehr als vierzig Minuten fahren und/oder mehr als einmal umsteigen muss.
  • Stufe 4: Die Zuviel-der-Mühen-Stufe: Hier sagt man zum Beispiel Ja dazu, an einer Taufe teilzunehmen - irgendeiner Taufe. Ja zu allem, was mit modernem Tanz zu tun hat oder zu dem man seine eigenen Appetithäppchen zubereiten und mitbringen soll. Man sagt Ja zu etwas, wo man weiß, dass es peinlich wird. Hier sagt man Ja, obwohl man eigentlich lieber Nein sagen möchte.
  • Stufe 5: Die Vergiss-es-Stufe: Man willigt ein, an einer Hochzeit teilzunehmen - in Mosambik; Man sagt Ja zu einem grauenhaften Abendessen am anderen Ende der Stadt, bei dem man weiß, dass man nicht willkommen ist, weil man beim letzten Mal die Frau von irgendwem beleidigt und die Schuhe des Gastgebers vollgereihert hat.; Hier geht es um alles, was man sich antut. Alles, was weh tut. Alles, zu dem man absolut total aus tiefsten Herzen unmöglich Ja sagen kann, darf und sollte.
Danny durchläuft alle 5 Stufen! Und jetzt könnt ihr euch vorstellen wie lustig das Ganze ist. Ich musste über die Absurdität mancher Jas und Danny's Naivität immer wieder den Kopf schütteln und so manches Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Danny kommt total sympathisch rüber, wie er sich so in der Welt der JAs schlägt und ich war immer sehr gespannt, was ihm als nächstes passiert. Seine Naivität ging mir aber zeitweise auf die Nerven, auch wenn er nicht anders konnte, als zu allem Ja zu sagen, aber trotzdem. Das war ein bisschen mühsam. Und wieder einmal bin ich davon fasziniert, dass alles (naja fast alles) wirklich passiert ist. Mir ist bei mir selbst aufgefallen,  dass ich schon während dem Lesen des Buches meine Jas in der Realität bewusster setze und darüber nachgedacht habe, wenn ich Ja gesagt habe und warum und so weiter... War sehr inspirierend.

Wallace hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. So ab Seite 200 wurde es für mich aber ein wenig zäh, da gab es dann ne kleine Leseflaute. Nach 100 Seiten (und das ist bei fast 600 eher wenig ;)) ging es aber wieder spannend weiter und ich hab den Rest ruck zuck fertig gelesen.
Ich muss sagen, dass mich das Buch sehr berreichert hat, den Blick auf die Welt verändert und meinen Optimismus bestärkt hat. Ich hab angefangen bewusster Ja zu sagen, um mich den Möglichkeiten der Welt zu stellen. Aber nichts gegen ein gut platziertes Nein! Nein Sagen ist genauso eine Kunst für sich wie Ja sagen! Das lernt man in dem Buch auch.

Fazit

Ein sehr berreicherndes und inspirierendes Buch, das meinen Blick auf die Welt ein bisschen aus der Bahn gebracht hat. Sehr lustig zu lesen und den einen oder anderen Lacher wert! Mit ein paar Längen in der Mitte wurde das Lesen ein bisschen anstrengend und man wird dem "Ja" bald überdrüssig, das löst sich aber bis zum Schluss wieder in Spannung auf.

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