Montag, 17. Juni 2013

Rezension: (k)ein Weg zurück von Nora Fisser (Band 1/3)

 

© Betanien Verlag (klick!)

Klappentext

Das Leben der sechzehnjährigen Lia wird von einem Moment zum nächsten über den Haufen geworfen, als sie von der terroristischen Organisation Mallias entführt wird. Mit einem Mal taucht sie ein in eine Welt voller Gewalt, Hass und Gefahr, die mehr als einmal ihr Leben gefährdet. Weshalb wird sie festgehalten und wird sie es schaffen zu fliehen? Der junge, erfolgreiche Mallia Mascur befindet sich währenddessen im Zwiespalt zwischen seinem Leben bei den Mallias und seinem schwer kranken Bruder. Da kommt ihm eine Ablenkung wie das junge Mädchen Lia ganz gelegen. Doch was als eine Ablenkung beginnt, entwickelt sich schnell zu etwas viel Größerem, so dass er bald vor eine Wahl gestellt wird, die nicht nur sein Leben völlig verändern wird …



 

 

Vorabbewertung

4/5 Herzen

Infos

  • Autorin: Die heute 18-jährige Schülerin Nora Fisser hat schon mit 15 begonnen die Geschichte über die Mallias aufzuschreiben, die davor schon fertig in ihrem Kopf herumschwirrte. 2014 macht sie ihr Abitur und will danach bald ihren dritten Teil der Reihe fertigschreiben und veröffentlichen.
  • Seitenanzahl: 231 Seiten
  • (k)ein Weg zurück ist der erste Band der Trilogie
  • Fortsetzungen: (02) (k)eine zweite Chance, (03) noch nicht erschienen
  • Einband: Taschenbuch
  • Verlag: Betanien-Verlag
  • ISBN: 978-3-935558-25-9

Eigene Meinung

Wenn ihr direkt die Buchbewertung lesen wollt, überspringt den nächsten Absatz ;) Ich brauch oft für mich selbst eine unabhängige Einleitung, damit meine Gedanken und Worte in die richtige Richtung fließen können und im nachhinein weglöschen will ich den Absatz auch nicht.

Ich kann mich nicht erinnern jemals eine fiktive Geschichte über eine Entführung gelesen zu haben. War dementsprechend auch besonders neugierig auf das Buch, wie die Autorin das umgesetzt hat. Mit Schrecken hab ich immer über die echten Entführungsgeschichten in der Zeitung gelesen oder in den Nachrichten gehört. Irgendwann werden die Meldungen darüber aber weniger, die Personen mit ihrem Schicksal vergessen... Zuletzt war da ein österreichischer Student, der im Jemen entführt wurde. Das letzte was ich damals über ihn erfahren habe ist, dass es eine Videobotschaft mit der dringenden Bitte gab, doch endlich das Lösegeld innerhalb von ein paar Tagen zu zahlen, sonst wird er umgebracht. Dann lange nichts. Und dann wurde ausführlich (Gott sei Dank!) über seine Freilassung berichtet. Ich muss gestehen, ich hab aber auch nicht gezielt das Schicksal dieses jungen Mannes verfolgt.


Vor dem Lesen von (k)ein Weg zurück hab ich mir vorgestellt, dass die Entführer brutal mit Lia umgehen, sie unter Extrembedingungen ausharren muss und ja, egal, was auch immer ich mir noch gedacht habe. Ich wurde trotzdem positiv überrascht, obwohl sich die Geschichte so ganz anders entwickelt hat. Erstaunlich was die Autorin mit ihren jungen 15 Jahren schon geschrieben hat und wie sie geschrieben hat. Ich glaub das einzige mir bekannte Buch, das ich gelesen habe und ebenfalls von einem so jungen Autor geschrieben wurde, ist Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter. Paolini war damals glaub ich ebenfalls 15.

Die Liebesgeschichte steht in diesem Buch eindeutig an erster Stelle. Das sollte einem klar sein, bevor man anfängt zu lesen. Sichtlich erstaunt war ich, wie schnell ich die Seiten weggelesen hatte. Der Schreibstil ist größtenteils sehr flüssig, nur hin und wieder bin ich über ein Wort gestolpert, das für mich ein bisschen fehl am Platz war.

Ich hoffe für niemanden, dass er oder sie schonmal in der Situation eines Entführungsopfers gewesen ist oder sein wird. Solche Entführungsszenen laufen auch nicht immer gleich ab und so ist es schwer zu sagen, wie man sich richtig verhält in so einer Situation. Und da lässt sich auch schon über den einen oder anderen Logikpunkt streiten.

Aber zuerst mal zu den Charakteren:
Gerade am Anfang gefällt mir Lia sehr gut. Sie wehrt sich gegen ihre Entführer und kommt sehr selbstbewusst rüber. Mir gefällt sowas immer besonders, wenn sich Opfer wehren und stark sind. Doch plötzlich verändert sie sich. Sie fügt sich fast zu leicht in ihr Schicksal, obwohl sie etwas dagegen hätte tun können. Sie wird irgendwie in die typische Rolle der Frau gedrängt und fängt an zu putzen, kochen, die kleine Gruppe von Jungs, ihre Entführer, zu versorgen und fühlt sich zum Oberhaupt Mascur sehr hingezogen. Ihre Familie und Freunde sowie ihre Freiheit scheint sie überhaupt nicht zu vermissen.

Mascur ist zwiegespalten. Ich wusste nicht so recht was ich von ihm halten soll, ob er nur schauspielert oder wirklich so ist, was ihm wichtig erscheint und was seine Beweggründe sind. Einerseits ist er ein hohes Tier in der Mallias Organistaion, das wird man nicht einfach mal so, andererseits ist da sein Bruder, der von der Organistion in letzter Zeit mehr wie Dreck als wie ein Mensch behandelt wurde, dann kommt plötzlich Lia, die ihn irgendwie an einer Stelle in seinem Inneren berührt, was er überhaupt nicht einordnen kann.

Bei den anderen Charakteren hat man auch einen tollen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle bekommen, so waren alle sehr präsent in der Geschichte.


Ganz nachvollziehbar waren einige von Lia's Handlungen und auch manche Gefühle nicht, um ganz glaubwürdig rüber zu kommen, auch der Austragungsort der Geschichte hält ziemliche viele Widersprüche mit sich. Aber da wird noch einiges in Band 2 geklärt. Und das macht es ja besonders spannend, noch nicht alles zu wissen und auf jeden Fall neugierig auf den 2. Band.


Nichtsdestotrotz, hab ich das Buch wirklich sehr gern gelesen und der Schreibstil war wirklich sehr toll. Die Seiten sind nur so geflogen und ich hab es sehr genossen, diese abgeschiedenen Welt der Mallias kennen zu lernen. 



Vielen Dank an den Betanien Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplares und ich somit die Möglichkeit hatte, bei der Leserunde auf Lovelybooks teilzunehmen.

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