Freitag, 1. März 2013

Rezension: Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel

© Fischer Verlag (klick)

 Yann Martel: Dieses Buch ist entstanden, weil ich hungrig war!

 

Klappentext 

 

Ich war allein, ein Waisenjunge mitten auf dem Pazifik, der sich an ein Ruder klammerte, ein ausgewachsener Tiger vor mir, Haie unter mir, der tosende Sturm über mir.

 

Vorabbewertung

5/5 Herzen




 

 

Infos

  • Autor: Yann Martel ist ein kanadischer Schriftsteller. Er wurde am 25. Juni 1963 in Salamanca, Spanien, geboren, wo sich seine Eltern wegen des Doktoratsstudiums seines Vaters aufhielten. Seine Muttersprache ist französisch, er schreibt aber in englisch.
  • Originaltitel: Life of Pi
  • Seitenanzahl: 384 Seiten
  • Widmung: à mes parents et à mon frère
  • Einzelband
  • Verlag: Fischer
  • ISBN: 978-3596156658
  • Hintergrund: In Edgar Allan Poes Roman Der Bericht des Arthur Gordon Pym, der ebenfalls von einem Schiffbruch handelt, wird der Hund des Ich-Erzählers „Tiger“ genannt und einer der vier Überlebenden des Schiffbruchs, der im späteren Verlauf von seinen Leidensgenossen verspeist wird, trägt den Namen „Richard Parker“.
  • Verfilmung: Ja, kam 2012 in die Kinos.


Inhalt

Ein Zoobesitzer aus Indien will mit seiner Familie und seinen Tieren nach Kanada auswandern. Auf der Überfart mit dem Schiff passiert jedoch das undenkbare. Das Schiff sinkt mit all seinen Passagieren, mit all seinen Tieren, mit allem. Nur der Sohn des Zoobesitzers Piscine Molitor Patel, genannt Pi, kann sich auf ein Rettungsboot retten. Und mit ihm ein verletzes Zebra, eine Affendame, eine Hyäne und ein ausgewachsener bengalischer Tiger namens Richard Parker. Nachdem der Tiger alle erledigt hat, außer Pi, versuchen die zwei eben so gut es geht auf einem kleinen Boot miteinander auszukommen. Bald hat Pi den Dreh raus, wie er mit Richard Parker umgehen muss und sichert sich und dem Tiger mit seinem Einfallsreichtum das Leben.


Eigene Meinung


Der Hunger wird gestillt
Wow, was für ein Geschichtenerzähler, was für eine Geschichte. Yann Martel weiß auf was es ankommt einen guten Roman zu schreiben, jedenfalls bei diesem Roman. Zu allererst lernt man den 16-jährigen Pi kennen, sein Leben, was ihn ausmacht, seine Einstellungen und auch der Zoo mit seinen Tieren wird ausführlich beschrieben. Es ist ein Genuss darüber zu lesen. Auch wenn es für manche vielleicht langweilig klingen mag über Faultiere zu lernen oder etwas über Religion zu lesen, tut es der Geschichte keinen Abbruch und es lohnt sich wirklich bishin zur eigentlichen Geschichte weiter zu lesen. Denn die eigentliche Geschichte sprüht vor Fantasie und Einfallsreichtum und es ist äußerst spannend zu erfahren, wie sich der Konflikt zwischen Tiger und Mensch auf engsten Raum entwickelt.

Pi's Geschichte wird von ihm selbst aus der Ich-Perspektive erzählt. Zwischendurch wirft der Autor Szenen und Gespräche mit dem älteren Pi ein, mit dem er gerade das Interview führt, auf dem dieser Roman aufgebaut ist.
Der Roman ist in drei Teile aufgeteilt, die die Orte angeben, an denen Sich Pi gerade befindet. Pondicherry in Indien, der Pazifik und zum Schluss Mexiko.

Vereinte Religionen
Im ersten Teil springt Martel von Pädagogik, Zoologie, Religion zu Abenteuern. Diese Sprünge sind zwar sehr abrupt aber immer stimmig durch einen sehr schönen humorvollen Stil beschrieben.
Pi ist auf der Suche nach Selbsterkenntnis und Selbstfindung und auch seiner Religion und entscheidet sich dazu praktizierender Hindu, gläubiger Christ und auch Moslem zu werden. Für Pi stellen diese drei Religionen keinen gegenseitigen Ausschluss dar, was man von anderen nicht erwarten kann. Der Höhepunkt dieser Religionenvereinigung wird durch die Szene beschrieben, wo die drei Geistlichen, ein Hindu, ein Christ und ein Moslem, Pi und seine Eltern auf der Straße zur Rede stellen und über die religiöse Zukunft von Pi zu streiten anfangen. Es ist wirklich sehr lustig, das zu lesen.


 227 Tage
Der Zweite Teil handelt ausschließlich von Pi's Reise auf dem Meer, wo sein Glaube an Gott auf die Probe gestellt wird. Das Leben hält immer neue Herausforderungen für ihn bereit, die es gilt zu bewältigen und aus denen er hoffentlich zum Schluss gestärkt hervorkommt und lernen kann. Man muss das beste draus machen und Pi hat das beste aus seiner misslichen Lage gemacht, wenn er bedenkt, dass er alles verloren hat, seine Eltern, seinen Bruder, sein ganzen Hab und Gut... wird er auch seinen Glauben verlieren?

 "[...] Und nun ist es soweit, Applaus für PI PATELS INDO-KANADISCHEN TRANSPAZIFISCHEN SCHWIMMENDEN ZIRKUSSSSS!!!!"  Seite 204 

Es macht Spaß, Pi auf seier Reise zu begleiten und man hofft für ihn auf Land und festen Boden auch man wünscht ihm auch Orientierung und Stärke, das durch zu stehen. Er steht nicht nur einmal kurz vor einem Nerven zusammenbruch und dem Tod


Bananen schwimmen nicht
Und zum Schluss kann man sich aussuchen wie die Geschichte wirklich abgelaufen ist, denn Pi erzählt zwei Vertretern der Schiffsfirma des verunglückten Schiffes eine andere Geschichte, eine Geschichte von vier Personen ohne Tiere, die sich auf das Rettungsboot retten konnten und trotzdem nur eine Person überlebt.
Und genau das ist besonders wichtig bei einem Roman, man soll auch nachdem man die letzte Seite gelesen hat noch darüber nachdenken und Schlüsse ziehen. Das ist hier gelungen! Grandios!

Der Roman wird damit beworben, dass es eine Geschichte ist, die sie an Gott glauben lässt. Natürlich geht es um den Glauben in Pi's Geschichte, aber ich als Leser finde diese Beschreibung etwas übertrieben.

Kommentare:

  1. Huhu ^^
    Dann bin ich jetzt wohl offiziell deine erste Leserin :D yeahh
    mir macht das bloggen super viel Spaß und ich wünsche dir ebenfalls eine Menge Spaß beim entdecken neuer Bücher und neuer blogs*-*
    Life of pi fand ich auch echt gut!
    Deine Rezension finde ich gut gelungen...vielleicht könntest du etwas mehr über den schreibstil erzählen :D sonst TOP
    Dein Header gefällt mir auch Supii, enthält viel wahres! :)
    LG Anna (Wunder dich nicht über meine verschiedenen profilbilder mein Handy spinnt etwas und kapiert nie welches das richtige ist toll =D)

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    Antworten
    1. Vielen lieben Dank, Anna!
      Ich werd mir das mit dem Schreibstil merken ;)oft vergess ich das auch einfach... Sollte ja eigentlich nicht vorkommen, wenn man Rezensionen schreibt^^

      Ich freu mich, dass du meine erste Leserin bist! :)

      lg
      Anja

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