Dienstag, 12. März 2013

Rezension: Die Rebellin von Trudi Canavan (Band 1/3)

© Blanvalet (Klick!)

  

Die Gilde der schwarzen Magier


Klappentext

Sonea lebt auf den Straßen der Stadt Imardin. Als sie eines Tages aus Zorn über die herrschende Magiergilde einen als unverwundbar geltenden Zauber verletzt, werden die Meister der magischen Künste auf sie aufmerksam. Sie versuchen alles, das Mädchen von der Straße zu finden, bevor ihre unkontrollierten magischen Talente zur Gefahr werden für die Gilde, die Stadt und für Sonea selbst...

 

 

 

Vorabbewertung

2/5 Herzen 

 

 

 

 

Info

  • Autorin: Trudi Canavan ist Australierin und wurde am 23. Oktober 1969 in Kew, Melbourne geboren. Sie studierte am Melbourne College of Decoration, wo sie einen Abschluss in Promotional Display erlangte. Sie ist ausgebildete Graphikerin und Designerin und arbeitete nach Mit dem Band „Die Rebellin“ gab Canavan 2001 ihr Debüt als Roman-Autorin.
  • Originaltitel: The Magician's Guild
  • Seitenanzahl: 543 Seiten
  • Verlag: Blanvalet
  • ISBN: 978-3442243945
  • Widmung: Dieses Buch widme ich Denis Canavan, meinem Vater. Von ihm kam der Funke, der das Zwillingsfeuer der Neugier und Kreativität entflammt hat.
  • Die Rebellin ist der erste Band einer Trilogie
  • Fortsetzungen: Die Novizin (02), Die Meisterin (03); Vorgeschichte: Magie; Nachfolgetrilogie: Sonea. Die Hüterin, Sonea. Die Heilerin, Sonea. Die Königin
  • Inspiration: Trudi Canavan hat 1992 eine Nachrichtensendung über die Vorbereitungen der Olympiade in Barcelona gesehen. Dabei wurde darüber berichtet, wie Obdachlose aus der Stadt transportiert wurden, damit diese nicht schmutzig wirkt. Auch im ersten Band der Trilogie wird die Stadt „gesäubert“ und die niedriger gestellten Menschen in die Hüttenviertel vor der Stadt gedrängt.

 

Inhalt



Als Sonea mit ihrer Familie bei der jährlichen Säuberungsaktion der Stadt Imardin in die Hüttenviertel getrieben wird, schließt sie sich einer Gruppe Jugendlicher an, die gegen die verhasste Magier-Gilde rebellieren. Sie werfen Steine auf eine Reihe Magier, die die Säuberungsaktion bewachen. Zur Verwunderung aller (Sonea miteingeschlossen) durchschlägt Sonea’s Stein jedoch das magische Schutzschild, das die Magier beschützen soll, und trifft einen von ihnen am Kopf. Sonea hat Magie in sich und da die Gilde auf sie aufmerksam wurde, flieht sie aus Angst, die Magier könnten sie umbringen, mit ihrem Freund Cery ins Armutsviertel außerhalb der Stadt.
Nach weiteren und immer stärkeren Magieausbrüchen, schafft es die Gilde Sonea „einzufangen“ und ihr ein Angebot zu unterbreiten: Entweder sie tritt der Gilde bei und lernt wie sie mit der Magie umgehen muss oder ihre Magie wird blockiert und sie kann wieder zurück gehen.


Persönliche Meinung



Ich bin an dieses Buch ohne größere Erwartungen und eher neutral herangetreten. Ich hatte zwar vorher schon viel Gutes darüber gehört/gelesen, aber ich mach mir immer gern selbst eine eigene Meinung darüber, da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind. Und so war es dann auch.
Positiv ist zu vermerken, dass mir die (vordere) Umschlaggestaltung des Buches sehr gut gefällt. Es ist nicht überladen, sondern einfach und schlicht gehalten. Hinten steht, dass der Welt-Bestseller aus England kommt, obwohl Canavan eigentlich Australierin ist.

Den Anfang fand ich sehr interessant. Man wird sofort in die Handlung versetzt ohne große Beschreibungen und man bekommt das Verlangen mehr zu erfahren. Ich fand es hatte etwas geheimnissvolles an sich und die Stimmung war noch „rebellisch“. Für mich war der Anfang der stärkste Teil der Geschichte, danach flacht alles ein wenig ab und das Niveau sinkt.
Das Buch wurde in der dritten Person geschrieben, jedoch sieht man die Welt grundsätzlich durch Sonea’s Augen, mit kurzen Sprüngen zu anderen Personen.
Nach diesem guten Einstieg und mit Hoffnungen auf eine innovative, neue Geschichte wird man aber leider in den darauffolgenden zwei Dritteln mit dem Verstecken und Suchen von Sonea hingehalten und eine wirklich spannende Handlung bleibt aus. Auch kann man sich schon vorher denken was passiert, was nicht gerade positiv ist. Von Sonea wird man ein wenig enttäuscht, ihre Gefühle kommen nicht klar an den Vordergrund und man wird mit ihr irgendwie nicht warm. Wer will schon eine Rebellin, die sich versteckt und Angst hat?

An Sprachgewandtheit weißt das Buch erhebliche Schwächen auf. Canavan spielt nicht mit der Sprache, wie man es vielleicht von einem Roman dieses Umfanges und der vielen positiven Meinungen anderer Leser erwartet (Ich hab mich eindeutig dazu verleiten lassen, das Buch zu kaufen aufgrund haufenweiser positiver Bewertungen einer bestimmten Seite) und lassen wir mal die immer wieder auftretenden Rechtschreibfehler beiseite, wobei da eher der Verlag schuld ist, strotz das Buch nur so von Wiederholungen und einfachen Sätzen.
Ich hoffe ja inständig für die Autorin, dass das dauernde Wiederholen von Phrasen wie „er kicherte“, „er machte eine wegwerfende Handbewegung“ oder „er spitzte die Lippen“ (und noch viele, viele mehr) schlicht und einfach der Übersetzung zum Opfer gefallen sind.

Leider lässt auch ihre Fantasie zu wünschen übrig. Auch wenn sie uns einen Haufen abgeänderter Namen für Tiere, Kleidung und Lebensmittel hinschmeißt, den Protagonisten ausergewöhnliche Namen gibt und ein bisschen Magie hinzufügt, reicht das noch lange nicht, um eine glaubwürdige Welt zu erschaffen. „Welt“ ist zu viel gesagt, man erfährt eigentlich nicht viel von außerhalb der Stadt, nur, das alles sehr mittelalterlich neu erfunden wurde.
Einzelnen Erzählstränge werden so in die Länge gezogen mit unnützen Handlungen und Ausschweifungen in detailgenaue Beschreibungen (es bleibt kein Raum um sich einige Sachen selbst vorzustellen), dass man irgendwie das Interesse verliert, wie es weitergehen wird.
Im letzten Drittel wird es ein bisschen spannend und die Handlung gewinnt an Fahrt, man ärgert sich zwar an manchen Stellen und verdreht seufzend die Augen über manche nicht nachvollziehbaren Handlungen, doch wenn man das Buch im Großen und Ganzen betrachtet, lässt es sich leicht und flüssig lesen, ohne jedoch dass man danach viel darüber nachdenkt und irgendwas fürs Leben hängen bleibt. Für mich ist es, trotz allem, der beste Teil der Trilogie. Vielleicht bin ich zu beeinflusst worden von den beiden Fortsetzungen, um wirklich eine neutrale Meinung nur von diesem Buch zu schreiben, da dieser Teil wirklich eine vielversprechende Vorlage für weitere gute Bücher hätte sein können!
Ich wollte nie Teil dieser Welt sein und hab mich auch einfach nicht wohl gefühlt.
In diesem Band wird einem noch nicht klar, warum der Untertitel der Bücher „Die Gilde der schwarzen Magier“ heißt, da von schwarzen Magiern nicht viel geredet wird.

Über die Fortsetzungen Die Novizin und Die Meisterin werde ich keine Rezensionen mehr schreiben, da von den beiden Büchern nicht viel hängengeblieben ist und ich einfach nur maßlos enttäuscht wurde. Ich wollte die Bücher zeitweise aus dem Fenster schmeißen, so schlecht hab ich sie empfunden.  Die zwei Herzen für dieses Buch vergebe ich für die Idee, die eigentlich sehr gut ist, für den spannenden Anfang, wohin ich mich heute noch immer hineinversetzen kann, und dafür, dass das Ende so geschrieben war, dass ich Hoffnungen auf bessere Fortsetzungen hatte und mir somit die anderen zwei Bücher gekauft habe!


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