Dienstag, 26. Februar 2013

Wasser für die Elefanten von Sara Gruen


Machen Sie sich bereit für die „spektakulärste Show der Welt“ !

 


 

 

Klappentext









 Das grösste Kunststück: die Liebe zu finden. Amerika 1931, die Wirtschaftskrise hat das Land fest im Griff. Da kann der junge Tierarzt Jacob Jankowski von Glück reden, als ihm ein Job beim Zirkus angeboten wird. Auch wenn es ein sehr bescheidener Zirkus ist: Nicht einmal einen Elefanten gibt es. Dafür eine wunderschöne Kunstreiterin. Doch Marlena ist verheiratet mit dem wahnsinnigen Dompteur. Irgendwann findet sich doch eine, wenn auch sehr eigensinnige Elefantendame. Keiner kann mit Rosie umgehen – bis Jacob ihr Geheimnis enthüllt. Und als sich gerade alles zum Guten zu wenden scheint, nimmt eine Tragödie ihren Lauf ...

 

 

 

 

Infos

  • Autorin: Sara Gruen ist gebürtige Kanadierin und zog zuerst nur aus beruflichen Gründen in die USA. Als sie ihren Job verlor begann sie zu schreiben. "Wasser für die Elefanten" ist ihr dritter Roman, der von ihrem Stammverlag abgelehnt wurde und nur ein kleiner, unabhängiger Verlag wollte das ungewöhnliche Buch publizieren.
  • Originaltitel: Water for Elephants
  • Seitenanzahl: 407 Seiten
  • Widmung: Für Bob, meine Geheimwaffe
  • Einzelband
  • Verlag: Rowohlt
  • ISBN: 978-3499248450
  • Verfilmung: Ja, kam 2011 in die Kinos.

 

Eigene Meinung

Das Buch hat einen sehr prägenden und faszinierenden Eindruck auf mich hinterlassen, vor allem wie solche Wanderzirkusse zu dieser Zeit funktioniert haben. Als Zuschauer sieht man, auch heute noch, oft nur das Endprodukt bei einer Show, doch wie viel Arbeit dahinter steckt wird einem erst klar, wenn man hinter die Kulissen blickt. Zwar kann man die Zirkusse heute nicht mit damals vergleichen, und auch zwischen Europa und Amerika liegt wahrscheinlich ein riesen Unterschied, aber die Faszination, die so ein Zirkus bei den Menschen auslöst, ist bestimmt noch die gleiche geblieben. So war es auch immer bei mir, ich hab mich immer gefreut, wenn ein kleiner Zirkus in unserer Nähe gastiert hat und ich ihn besuchen konnte und ich war schon vollkommen zufrieden, wenn ich nur ein paar Akrobaten und einen Clown gesehen habe.

Das Buch wurde in der Ich-Form geschrieben, wodurch man die ganze Geschichte durch Jacob Jankowski’s Augen miterlebt und mitfühlt. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und sehr tiefgründig, so sind auch die Handlungen nachvollziehbar und der Zeit angepasst. Man merkt sofort beim Lesen, dass sich Sara Gruen sehr viel Mühe gegeben hat, diese Zeit realitätsgetreu nach zu bilden.

Fotograf: Edward J. Keltey
Sara Gruen ist es gelungen die Handlung und die Beschreibungen so auf den Punkt zu bringen, dass auf wenigen Seiten sehr viel passiert, so dass es nicht sehr ratsam ist einige Seiten zu überspringen, da man dadurch einige wichtige Details verpassen würde. Das ist auch nicht nötig, denn jede einzelne Seite ist spannend und unterhaltsam und man hat nie das Gefühl man würde die Zeit verschwenden. Dieser Kitzel zwischendurch macht das Buch gerade aus. Es ist lebhaft geschrieben und die Charaktere sprühen nur so von Energie. Man riecht fast das herumliegende Stroh der Tiere, hört die zahlreichen Fliegen um verdorbenes Fleisch schwirren und wünscht sich in der vordersten Reihe im Chapiteau zu sitzen um die „spektakulärste Show der Welt“ zu bestaunen.






Sehr gut gefallen hat mir auch die zwischenmenschliche Kommunikation. Jede Beziehung zwischen den einzelnen Personen war besonders, nur so sind glaubwürdige Freundschaften entstanden und auch für den Leser war sie wichtig, da das entscheidend war, ob man einen Charakter mochte oder nicht.

Jedoch ist dieser Zirkus nicht das, was man sich als Nichtwissender unter einem Zirkus vorstellt. Viele haben eine Vorstellung von einer bunten, traumhaften Welt voller Ruhm und Glanz. Der Schein trügt leider. Hier herrschen Brutalität und Gewalt gegenüber Tieren und Menschen vor und man muss tatenlos zuschauen. Tiere werden geschlagen und müssen unter grausamsten Bedingungen leben. Menschen müssen bis zum umfallen Arbeiten und bekommen in schlechten Zeiten überhaupt keinen Lohn ausbezahlt und wenn es ganz schlecht um den Zirkus steht, einfach vom Zug geworfen, um sie los zu werden. Dieser Umstand hat mich sehr mitgenommen, da die Untersten in diesem Ständesystem überhaupt nichts wert waren, obwohl ohne sie der Zirkus überhaupt nicht existieren könnte.
Aufgelockert wurde der harte Alltag im Zirkusleben von den Sprüngen zu einem älteren Jacob Jankowski, der in einem Pflegeheim wohnt und eigentlich die ganze Geschichte „erzählt“. Er ist genauso sympathisch wie sein jüngeres Ich.

Fazit

Das Buch ist auf alle Fälle weiter zu empfehlen, da es reinstes Lesevergnügen beschert, amüsant zu lesen ist und man zum Nachdenken angeregt wird. Ein wunderschönes Buch, das so ziemlich allen Ansprüchen gerecht wird und das man immer wieder wird lesen können.



 


Kommentare:

  1. Das Buch hab ich nicht gelesen, aber der Film war echt gut :)
    Tolle Rezi !

    LG
    _________________________________________

    http://baddicted.blogspot.de/

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    1. Der Film war echt klasse, da muss ich dir zustimmen!
      Dankeschön!
      LG

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    2. Hab das letzte Mal total vergessen mich als Leserin einzutragen - das mach ich jetzt schnell :)

      LG
      _________________________________________

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    3. Oh danke, ich freu mich! :)

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